Coronavirus: Merkel will Restaurants bei Falschangaben in die Pflicht nehmen

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.
Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

In Deutschland wurden mittlerweile 288.631 Infektionen bestätigt. 9.468 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion, während 252.693 weitere als genesen gelten (Stand 29. September, 8.45 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 7,14 Millionen Infizierte und 205.085 Tote wurden bereits erfasst (Stand 29. September, 8.45 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 33,35 Millionen bestätigte Infektionen und inzwischen 1.001.644 Todesfälle (Stand 29. September, 8.45 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 29. September, 19.11 Uhr: Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel knapp unter kritischer Marke


Tel Aviv (dpa) - Die Zahl der in der Corona-Krise schwer Erkrankten liegt in Israel nur noch knapp unterhalb einer kritischen Marke. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilte, wurden zuletzt 778 solcher Fälle registriert. Als kritische Marke für eine Überlastung des Gesundheitssystems hatten Experten zuletzt 800 Schwerkranke genannt.

Israel steckt mitten in einer zweiten Corona-Welle. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte Ende vergangener Woche mit fast 8500 einen Rekordwert erreicht. Mit einem kompletten Lockdown will die Regierung die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sichern.

Für den Montag wurden 1151 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Tests fiel am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur sehr gering aus, allerdings wurden davon 15 Prozent positiv getestet. Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei insgesamt 235 465 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1523 Menschen sind in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben.

Ein Mann betet alleine an der Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem. Seit dem 25. September gilt wegen stark gestiegener Corona-Neuinfektionen ein dreiwöchiger landesweiter Lockdown.
Ein Mann betet alleine an der Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem. Seit dem 25. September gilt wegen stark gestiegener Corona-Neuinfektionen ein dreiwöchiger landesweiter Lockdown.  © Sebastian Scheiner/AP/dpa

Update, 29. September, 19.09 Uhr: Merkel will Restaurants bei Falschangaben in die Pflicht nehmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei Falscheinträgen in Gästelisten die Betreiber von Restaurants stärker in die Pflicht nehmen. Gastronomen, aber auch Friseursalons seien für die Einhaltung der Hygieneregeln verantwortlich und müssten darauf achten, dass die Angaben der Besucher auch stimmten, sagte Merkel am Dienstag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten. 

"Im Zweifelsfalle, also bei Donald Duck ist die Sache ja nicht schwierig (...), aber im Zweifelsfalle muss man sich eben dann auch noch mal den Ausweis zeigen lassen oder Fahrerlaubnis oder was auch immer."

Ob die Betreiber nur eine Kontrollpflicht haben oder bei Falschangaben auch selbst zur Kasse gebeten werden, wurde in Merkels Ausführung jedoch nicht klar. Zunächst hatte es geheißen, die Besucher von Restaurants müssten bei Falschangaben mindestens 50 Euro zahlen. In Schleswig-Holstein beschloss die Regierung, dass Kunden bei vorsätzlichen Falschangaben 1000 Euro zahlen müssen.

Update, 29. September, 18.38 Uhr: Rund 2000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2089 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 287.421 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 29.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9460. Das sind elf mehr als am Vortag. Rund 254 200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Ein leichter Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit (29.09.2020, 12.15 Uhr) 352 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 195 davon werden beatmet. Vor einer Woche (22.9.) hatte der Wert noch bei 278 (151 beatmet) gelegen, in der Woche davor (15.9.) bei 236 (129 beatmet). Rund 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Ein leichter Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab.
Ein leichter Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab.  © Felix Kästle/dpa

Update, 29. September, 18.34 Uhr: In Sachsen-Anhalt weiter keine Kontaktlisten in Restaurants

Sachsen-Anhalt wird keine Bußgelder für falsche Angaben beim Restaurantbesuch einführen, weil es die Kontaktlisten gerade erst abgeschafft hat. 

Laut dem Regierungschef des Landes, Rainer Haseloff (CDU), beschlossen Bund und Länder, dass ein Bußgeld für falsche Angaben nur dort fällig wird, wo es Kontaktlisten gibt - jedoch nicht, dass es überall Listen geben muss. 

Update, 29. September, 18.24 Uhr: Großbritannien: Erstmals mehr als 7000 neue Corona-Fälle an einem Tag

In Großbritannien sind am Dienstag zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 7000 neue Corona-Fälle gezählt worden. Insgesamt gab es 7142 Neuinfektionen, wie die zuständige Regierungsbehörde mitteilte. 

Zudem verdoppelte sich die Zahl der neuen Todesfälle innerhalb einer Woche: Lag die Zahl der Todesfälle mit einer Corona-Infektion in der vergangenen Woche noch bei 37 Fällen an einem Tag, waren es am Dienstag 71 Todesfälle. Auch die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern stieg merklich an.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten in großen Teilen des Landes wieder schärfere Schutzmaßnahmen: So dürfen sich im Nordosten Englands, aber auch in Nordirland und Schottland bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörige verschiedener Haushalte mehr treffen. In England müssen Pubs und Restaurants um 22 Uhr schließen. 

Update, 29. September, 18.05 Uhr: NFL-Team der Titans schließt Trainingsgelände nach Coronafällen

Nach mehreren positiven Corona-Tests hat das NFL-Team der Tennessee Titans sein Trainingsgelände geschlossen. Drei Spieler und fünf Betreuer haben am Dienstag ein positives Testergebnis erhalten, wie die Liga und die Spielergewerkschaft der NFL in einer gemeinsamen Mitteilung bekanntgaben. 

Sie verwiesen darauf, dass auch die Minnesota Vikings ihr Clubgelände deswegen bis auf weiteres schließen. Die beiden Mannschaften haben am Sonntag gegeneinander gespielt. Dabei durfte ein Mitglied des Titans-Trainerstabs laut ESPN schon nicht dabei sein, weil er entweder positiv getestet war oder Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen gehabt hatte.

In der amerikanischen Football-Liga sind die Spieler und Trainer nicht abgeschottet, sondern leben normal in ihren Wohnungen und Häusern. Bei Spielen und in den Club-Gebäuden gelten Hygiene- und Gesundheitsvorschriften zum Schutz vor der Pandemie.

American Football: NFL, Baltimore Ravens - Kansas City Chiefs. Sammy Watkins (l) und Mecole Hardman (r) der Kansas City Chiefs feiern am 28. September 2020 Hardmans Touchdown in der ersten Hälfte.
American Football: NFL, Baltimore Ravens - Kansas City Chiefs. Sammy Watkins (l) und Mecole Hardman (r) der Kansas City Chiefs feiern am 28. September 2020 Hardmans Touchdown in der ersten Hälfte.  © Nick Wass/AP/dpa

Update, 29. September, 18.03 Uhr: Frankreichs Regierung will Gastrobranche unter die Arme greifen

Frankreichs Regierung will die unter den Corona-Auflagen leidenden Bars und Restaurants weiter unterstützen. Die Kurzarbeit im Hotel- und Gastrosektor werde bis zum 31. Dezember verlängert und außerdem zu 100 Prozent finanziell ausgeglichen, kündigte die Regierung in Paris am Dienstag an. 

Die Regelung hätte eigentlich Anfang November auslaufen sollen. Gaststätten- und Hotelverbände lobten zwar die Maßnahme - forderten aber ein Ende der Schließungen ihrer Läden.

In Paris und anderen großen Städten müssen Bars aufgrund der angespannten Corona-Lage um 22 Uhr schließen. Restaurants dürfen ab dieser Zeit nur noch Alkohol zusammen mit einem Essen servieren. In der südfranzösischen Hafenstadt Marseille sind Restaurants und Bars vorerst sogar komplett geschlossen. Vielerorts hatte es Proteste gegen die Regelungen gegeben.

Update, 29. September, 17.58 Uhr: Söder: RKI soll vor Ausweisung neuer Corona-Risikogebiete vorwarnen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert vom Robert Koch-Institut künftig eine rechtzeitige Vorwarnung vor der Ausweisung neuer internationaler Corona-Risikogebiete. 

Derzeit würden neue Gebiete quasi über Nacht benannt, sagte Söder am Dienstag nach einer Schaltkonferenz der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Da wäre aber eine Vorwarnung extrem wichtig, sagte der CSU-Chef, er sprach von einem Zeitraum von etwa zwei Tagen.

Söder wandte sich strikt gegen neue Grenzschließungen: "Zu den Prioritäten sollte auch gehören, dass die Grenzen offen bleiben."

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. September, 17.58 Uhr: Bis zu 1000 Euro Bußgeld bei Falschangaben in Schleswig-Holstein

Wer in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften in Schleswig-Holstein falsche Angaben zu seiner Person macht, dem droht künftig ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro. 

Dies kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag an. Zuvor hatten die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Mindestbußgeld von 50 Euro beschlossen.

Update, 29. September, 17.54 Uhr: Pariser Fashion Week trotz Corona mit echten Modeschauen

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen haben mehrere Modehäuser bei der Pariser Fashion Week am Dienstag echte Modeschauen abgehalten - wenn auch unter Einhaltung strenger Corona-Regeln.

Bei den Prêt-à-Porter-Schauen werden noch bis kommenden Dienstag die Kollektionen für den Frühjahr/Sommer 2021 gezeigt. Es handelt sich um eine so genannte phygitale Fashion Week, bei der neben überwiegend digitalen Veranstaltungen auch einige echte Shows stattfinden werden.

18 Labels, darunter große Modehäuser wie Chanel, Hermès oder Louis Vuitton, entschieden sich, ihre Kollektionen in physischer Form zu zeigen. Den Anfang machte die Marke Coperni am Dienstagmittag mit einer Show auf dem Dach des Tour Montparnasse. Unter freiem Himmel und mit limitierter Gästeliste sollte die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus so gering wie möglich gehalten werden. Dafür mussten die Zuschauer jedoch teilweise im Regen sitzen.

Models präsentieren Kreationen auf dem Laufsteg bei einer Modenschau der Dior-Kollektion Frühjahr-Sommer 2021.
Models präsentieren Kreationen auf dem Laufsteg bei einer Modenschau der Dior-Kollektion Frühjahr-Sommer 2021.  © Vianney Le Caer/Invision/dpa

Update, 29. September, 17.48 Uhr: Merkel: Nicht ganze Schulen schließen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat betont, dass komplette Schulschließungen in der Corona-Krise künftig vermieden werden sollen. Schulen und Kitas wolle man "unbedingt betreiben", sagte Merkel am Dienstag nach einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder zur Abstimmung über die weitere Corona-Strategie.

Es brauche eine Teststrategie für Lehrer und Kinder "und ein bestimmtes Verhalten, wenn ein Infektionsfall auftritt. Hier soll nicht eine ganze Schule geschlossen werden". Merkel verwies auf das Hygienekonzept der Kultusministerkonferenz, das darauf hinauslaufe, dass nicht alle Schüler mit allen Kontakt hätten, sondern nur innerhalb ihres Jahrgangs - "was dann im Gegensatz bedeutet, dass man nicht die gesamte Schule stilllegen muss".

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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