Tausende demonstrieren gegen digitale Gewalt: Diese Botschaft hat Collien Fernandes

Von Andreas Rabenstein

Berlin - Mehrere tausend Menschen haben in Berlin an einer Demonstration "Gegen sexualisierte digitale Gewalt - Solidarität mit allen Opfern" teilgenommen.

Als prominente Rednerin bei der Demo am Brandenburger Tor wurde Luisa Neubauer (29) angekündigt. (Archivbild)  © Michael Matthey/dpa

Sie versammelten sich am Nachmittag am Brandenburger Tor auf dem vollständig gefüllten Pariser Platz. Auf Plakaten stand: "Menschenrechte auch im Internet" und "Die Scham muss die Seiten wechseln". Die Polizei sprach von 6700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter von 13.000 Menschen.

Die Kundgebung am Brandenburger Tor fand nach Angaben der Veranstalter wegen der aktuellen Diskussion in Solidarität mit der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) statt.

Eine Stellungnahme von Fernandes wurde vorgelesen, in der sie sich für die Solidarität bedankte und in der es hieß: "Sexualisierte und digitale Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Aktuell gibt es diesbezüglich jedoch massive gesetzliche Schutzlücken. (...) Das muss sich ändern! Wir dürfen die Täter nicht mehr davonkommen lassen! Sie verstecken sich hinter einer Mauer des Schweigens, und diese ist hoch – sehr, sehr hoch."

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Eine kürzlich veröffentlichte Dunkelfeldstudie zeige, dass nur rund zwei Prozent der digitalen Gewalt angezeigt würden, hieß es weiter. "Wir müssen Licht in das viel zu große Dunkelfeld bringen und diese Mauern des Schweigens einreißen."

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Schauspielerin Collien Fernandes (44) hatte der Debatte mit ihren jüngsten Vorwürfen gegen Ex-Mann Christian Ulmen (50) zuletzt starken Auftrieb gegeben.  © Daniel Bockwoldt/dpa
Viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen folgten den Aufruf.  © Carsten Koall/dpa

Luisa Neubauer: Personenschutz wegen Bedrohung durch Männer

Mit Schildern solidarisieren sich die Demonstranten.  © Carsten Koall/dpa

Hintergrund der aktuellen Diskussion sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen (50), über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet".

Unter den überwiegend jungen Demonstrantinnen und Demonstranten waren auch bekannte Politikerinnen wie Saskia Esken (64, SPD), Ricarda Lang (32), Lisa Paus (57) und Katrin Göring-Eckardt (59, alle Grüne).

Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer (29) sagte in ihrer Rede: "Es ist ein so entscheidendes Zeichen, dass wir keine Sekunde Ruhe geben." Mehrfach betonte sie: "Ich würde mich gerne nur ins Klima kümmern. Aber es geht nicht. Nicht in dieser Gesellschaft und dieser Zeit und bei diesen Männern."

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Seit fünf Jahren brauche sie Personenschutz der Polizei, wenn sie zu Demonstrationen gehe, weil es Bedrohungen von Männern gebe, sagte Neubauer. Immer wieder melde sich das LKA bei ihr, weil es Stalker gebe, real und im Internet. Eine Hilfsorganisation berichte ihr, dass das Internet voll sei mit sexualisierten Fakebildern von ihr. Erstellt offenbar von Männern, die Gewaltfantasien hätten, die eine Sucht hätten nach Kontrolle und Abwertung von Frauen. "Solange diese Gewalt herrscht, kämpfen wir für Gesetze, die die Täter nicht länger schützen, sondern die Opfer."

Erstmeldung um 13.58 Uhr, zuletzt aktualisiert um 19.05 Uhr

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