Leipzig - Erste Zwischenfälle auf dem vom Verfassungsschutz als "aufgeheizt" prognostizierte Demo-Samstag in Leipzig: Ein Kameramann wurde angegriffen.
Aus der propalästinensischen Versammlung heraus kam es gegen 13.45 Uhr auf dem Connewitzer Kreuz zu einem Angriff auf einen Kameramann des öffentlichen Rundfunks.
Die Polizei Sachsen informierte auf "X", dass ein Tatverdächtiger gestellt und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.
Trotzdem verlaufe der Einsatz bisher "weitgehend friedlich", erklärte Polizeisprecher Olaf Hoppe.
Über die Leipziger Stadtgrenzen hinaus war die linke Szene in den vergangenen Wochen zur Teilnahme an der "Anfita means Free Palestine"-Demo in Connewitz mobilisiert worden.
Dem Aufzug stehen verschiedene pro-israelische Demos gegenüber, weshalb die Behörden vor möglichen gewaltvollen Ausschreitungen beim Aufeinandertreffen der beiden gegnerischen Lager gewarnt hatten.
Insgesamt werden mehr als 3000 Teilnehmende erwartet. Aufgrund einer kurzzeitigen Sperrung des Hauptbahnhofs kam es allerdings zu zahlreichen Verzögerungen bei der Anreise.
Wie sich außerdem herausstellte, könnte der Samstag weitaus weniger konfrontativ ablaufen als erwartet: Laut den Co-Veranstaltern Handala sei die ursprüngliche "Free Palestine"-Demo-Route durch Connewitz von der Stadt Leipzig in Hinblick auf die Gefahrenlage "untersagt" worden.
Der Aufzug soll sich nun nicht in Richtung Süden, sondern über die Karli bis zum Augustusplatz bewegen. Die für 13 Uhr angesetzte Kundgebung am Connewitzer Kreuz fand trotzdem wie geplant statt, zumindest hier standen sich die beiden gegnerischen Lager also direkt gegenüber.
Demo-Samstag in Leipzig: Polizei stellt erste Verstöße fest
Laut der Leipziger Stadtverwaltung handele es sich bei der Routen-Änderung nicht etwa um eine "Untersagung", sondern um das "Ergebnis eines Kooperationsgesprächs" mit den Demo-Anmeldern. Die sächsische Polizei sprach sogar von einem "Wunsch der Anmelderin".
"Von Wunsch kann keine Rede sein", hält Handala dagegen. Erst gegen 15 Uhr setzte sich der Aufzug schließlich in Richtung Norden in Bewegung.
Am Nachmittag gab die Polizei bekannt, inmitten der pro-Palästina-Kundgebung Verstöße gegen das Vermummungsverbot festgestellt zu haben.
Die Beamten hätten zudem Banner aus der Menge sichergestellt und mehrere Identitätsfeststellungen durchgeführt.
Erstmeldung um 13.16 Uhr ; letztes Update um 16.31 Uhr