Carolabrücken-Einsturz: Firmen ohne Anspruch auf Schadenersatz?

Dresden - Der Einsturz der Carolabrücke im September 2024 hatte Folgen - nicht nur für die Schifffahrt. Bis heute haben neun Unternehmen Forderungen gegenüber der Stadt angemeldet, darunter Reisefirmen, Reedereien oder auch die Deutsche Telekom. Schadenersatz musste das Rathaus aber bislang nicht zahlen, wie aus einer Antwort des Rathauses auf eine Anfrage der CDU hervorgeht.

Nach dem Brücken-Einsturz musste der Parkplatz vorübergehend gesperrt werden, auch Reisebusse kamen nicht mehr weg.  © DPA/Robert Michael

Die Fälle sind ganz unterschiedlich. Da nach dem Einsturz der Parkplatz unter der Carolabrücke abgesperrt worden war, saßen zwei Reisebusse fest, die Unternehmen kamen nicht an sie heran. Ein Reiseveranstalter forderte dafür Schadenersatz in Höhe von gut 8700 Euro.

Rund 435.000 Euro wollte die Telekom von der Stadt für die Ersatzverlegung von Telekommunikationsanlagen sehen. Ein Schaden in Höhe von 450.000 Euro entstand nach eigenen Angaben der tschechischen Reederei EVD, deren Güterschiffe nicht fahren konnten.

Das Rathaus meldete alles an den Kommunalen Schadenausgleich (KSA), eine Art kommunaler Versicherer.

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"Der KSA hat sämtliche im Zusammenhang mit dem Bauwerksversagen bisher geltend gemachten Forderungen gegenüber der Landeshauptstadt unter Haftpflichtgesichtspunkten geprüft und - im Wesentlichen auf das gutachterliche Ergebnis zur Einsturzursache stützend - als unbegründet zurückgewiesen", antwortete OB Dirk Hilbert (54, FDP).

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OB Dirk Hilbert (54, FDP) gab über die verschiedenen Forderungen nach Schadenersatz Auskunft.  © Petra Hornig
Nach fünf Monaten Zwangspause: Erst im Februar 2025 konnten Güterschiffe wie "Dick I" von der tschechischen Reederei EVD wieder die Carolabrücke passieren.  © Ove Landgraf

450.000 Euro Schadensersatz: Tschechische Reederei reicht Klage ein

Mit der Weißen Flotte, die Probleme wegen des für ein Jahr gesperrten Terrassenufers hatte, habe man sich geeinigt.  © Stefan Häßler

Das Gutachten und der Abschlussbericht von TU-Professor Steffen Marx (56) hatte die Stadtspitze im vergangenen Jahr entlastet. Der Experte konnte bei früheren Untersuchungen der Ämter keine Versäumnisse feststellen, da die inneren Schäden im Bauwerk bei den bis dahin üblichen Verfahren verborgen geblieben waren.

"Nach Einschätzung des KSA gibt es nach derzeitigem Stand keine erkennbare Grundlage und Veranlassung für Schadenersatzleistungen", so Hilbert weiter.

Mit der Weißen Flotte, die Probleme auch wegen der Sperrung des Terrassenufers hatte, sei eine Einigung erzielt worden.

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Die tschechische Reederei geht hingegen juristisch gegen die Ablehnung vor.

Will Schadenersatz in Höhe von 450.000 Euro: Laut EVD-Geschäftsführer Lukas Hradsky (51) habe man Klage gegen die Ablehnung eingereicht.  © Lennart Zielke

Laut Geschäftsführer Lukas Hradsky (51) habe man jetzt Klage eingereicht.

Sollte diese Erfolg haben, muss die Stadt aber nicht selbst zahlen: Laut Rathaus bestehe Deckungsschutz in unbegrenzter Höhe.

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