Dialog beginnt noch diesen Monat: Bei der neuen Carolabrücke sollen die Bürger mitreden

Dresden - Sie stürzte ein, wurde abgerissen, soll neu gebaut werden - die Carolabrücke beschäftigt Dresden bis heute. Noch ist nicht entschieden, wie das neue Bauwerk aussehen soll. Aber: Ab diesem Monat dürfen die Dresdner mitreden! Eine seltene Chance?

Am 11. September 2024 stürzte ein Teil der 1971 erbauten Carolabrücke in die Elbe.
Am 11. September 2024 stürzte ein Teil der 1971 erbauten Carolabrücke in die Elbe.  © Norbert Neumann

Der Stadtratsbeschluss zum Neubau der Carolabrücke sieht vor, Bürger einzubeziehen. Das Prozedere gibt es bei vielen Bauprojekten. Aber diese Bürgerbeteiligung könnte etwas Besonderes sein.

"Bürger können wirklich unmittelbar Einfluss nehmen", sagt Stadträtin Bettina Kempe-Gebert (61, CDU). "Bei der Königsbrücker Straße sind zwischen Beteiligung und Beschluss etliche Jahre verstrichen. Diesmal geht es viel schneller."

Am 18. März (16 Uhr) findet der erste Dialog zwischen Bürgern und Planungsbüros im Stadtforum statt. Planungsteams sollen "wertvolle Hinweise und Stimmungsbilder aus der Stadtgesellschaft" in ihre Überlegungen einfließen lassen, erklärt das Rathaus. Etwa zur Wahl der Materialien, Konstruktion, Form oder Beleuchtung der Brücke.

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Abends stehen auch Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) und Projektleiterin Grit Ernst (57) Rede und Antwort. Bis Ende Mai erarbeiten die Planungsbüros dann ihre Entwürfe, im Anschluss gibt es weitere Diskussionsformate - schon im Herbst fällt der nächste Stadtratsbeschluss.

Läuft alles nach Plan, steht hier in ein paar Jahren wieder eine Elbquerung.
Läuft alles nach Plan, steht hier in ein paar Jahren wieder eine Elbquerung.  © Steffen Füssel
Mittlerweile ist die Brücke abgerissen, geplanter Baustart für den Ersatzneubau ist 2028.
Mittlerweile ist die Brücke abgerissen, geplanter Baustart für den Ersatzneubau ist 2028.  © Steffen Füssel
Die Stadt hat vier Planungsbüros mit Entwürfen für die neue Carolabrücke beauftragt. Diese Visualisierung stammt von Studenten.
Die Stadt hat vier Planungsbüros mit Entwürfen für die neue Carolabrücke beauftragt. Diese Visualisierung stammt von Studenten.  © Technische Universität Dresden
Laut Bettina Kempe-Gebert (61, CDU) werden Dresdner "unmittelbar Einfluss" auf die Gestaltung nehmen können.
Laut Bettina Kempe-Gebert (61, CDU) werden Dresdner "unmittelbar Einfluss" auf die Gestaltung nehmen können.  © Steffen Füssel
Erwartet eine neue Debatte über die Brücken-Fahrspuren: Stadträtin Susanne Krause (43, Grüne).
Erwartet eine neue Debatte über die Brücken-Fahrspuren: Stadträtin Susanne Krause (43, Grüne).  © Eric Münch
Auch Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) ist bei der Bürgerveranstaltung am 18. März dabei.
Auch Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) ist bei der Bürgerveranstaltung am 18. März dabei.  © Eric Münch

Was haben die Dresdner zur neuen Carolabrücke wirklich zu sagen?

Aus welchem Material wird die künftige Brücke sein, welche Form wird sie haben? Das sind offene Fragen.
Aus welchem Material wird die künftige Brücke sein, welche Form wird sie haben? Das sind offene Fragen.  © Technische Universität Dresden

"Man kann die Bürgerschaft kaum enger einbinden", lobt AfD-Rat Thomas Ladzinski (36). Stadtrat Stefan Engel (33, SPD) sieht auch Schattenseiten: "Bedauerlich ist, dass sich mit dem letzten Stadtratsbeschluss auf vier Autospuren festgelegt wurde. Das nimmt der Beteiligung etwas Wind aus den Segeln."

Gerade zur Anzahl der Spuren erwartet hingegen Grünen-Politikerin Susanne Krause (43) einen regen Austausch.

"Ich rechne schon mit einem klaren Stimmungsbild der Bürger gegen vier Autospuren." Sie hofft sogar, dass sich die Spuren-Diskussion neu entfachen, der Stadtrat einen neuen Beschluss darüber fällen könnte.

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Doch was die Dresdner zur neuen Carolabrücke wirklich zu sagen haben? Ob ihre Hinweise tatsächlich berücksichtigt werden? Noch ist alles offen ...

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, Eric Münch

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