Dresden - Mit Blick auf die klamme Stadtkasse warnt die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) vor einem überdimensionierten Neubau der Carolabrücke.
Angesichts der angespannten Haushaltslage von Bund, Freistaat und Stadt fordert der Verein "eine Prüfung aller Varianten einer neuen Carolabrücke unter der verantwortungsvollen Berücksichtigung der finanziellen Spielräume", teilt GHND-Vorstand Torsten Kulke (60) mit.
Dabei sollten auch alle Möglichkeiten für die Einwerbung von Zuschüssen sowie alternative Finanzierungsquellen geprüft werden.
Kulke nennt hier "Grundstücksverkäufe am Neustädter Ufer, im Bereich Terrassenufer Ost sowie die Umwidmung bisheriger Verkehrsflächen zu Bauland und weitere maßvolle Verdichtungen in der Kernstadt".
Bisherige Schätzungen gehen von mindestens 140 Millionen Euro Baukosten aus - abhängig auch von der Größe des Bauwerks. Bevor man über einen Neubau entscheide, sollten zudem Risiken abgewogen werden, fordert Kulke. "Dazu gehört auch das Risiko von Klageverfahren gegen eine breitere Brücke."
Die Rechnung scheint einfach: Breitere Brücke bedeutet zusätzliche Kosten
Hintergrund: Der Stadtrat hatte sich mehrheitlich auf vier Spuren festgelegt, was die Brücke auf stattliche bis zu 41 Meter verbreitern könnte - die eingestürzte Carolabrücke war "nur" knapp 33 Meter breit. Die GHND hatte das kritisiert.
"Eine breitere Brücke kostet tendenziell mehr und hat rechtliche Risiken", mahnt auch SPD-Stadtrat Stefan Engel (33).
Zudem verbaue diese dann eine mögliche Rekonstruktion des Venezianischen Hauses auf Altstädter Seite, womit der städtebauliche Lückenschluss der Pirnaischen Vorstadt so nicht mehr möglich wäre.