Ein bisschen Ariana Grande, ein bisschen Loreen: Newcomer mausert sich zu Geheimfavorit
Frederikshavn (Dänemark) - Zur Überraschung vieler Fans hat Sängerin Sissal (31) nicht zum zweiten Mal in Folge den dänischen Vorentscheid zum "Eurovision Song Contest" (ESC) gewonnen, ist gar nur Dritte geworden. Der strahlende Sieger erlebt dafür einen keinen Hype.
Søren Torpegaard Lund heißt er, ist 27 Jahre jung, Sänger und Musicaldarsteller von Beruf, in seiner Heimat wegen seiner Bühnenhauptrolle als Tony in "West Side Story" bekannt. Schon 2023 hatte er sich zum "Dansk Melodi Grand Prix" getraut, sein Lied "Lige her" konnte aber nicht überzeugen.
Drei Jahre später ist "Før vi går hjem" ("Bevor wir nach Hause gehen") sein Beitrag, mit dem er Favoritin Sissal zu Fall brachte. Im dreiköpfigen Superfinale setzte er sich mit 39 Gesamtpunkten (19 Jury, 20 Publikum) durch. Ericka Jane (30, "Death Of Me") wurde mit 31 Punkten Zweite, Sissal mit 30 Punkten holte nur Bronze.
In dem auf der Bühne toll inszenierten Beitrag, in dem Søren auf eine durchsichtige Box klettert, sich kopfüber in diese herablässt und mit fünf Tänzerinnen und Tänzern performt, geht es um toxische Liebe und eine Person, von der der 27-Jährige nicht loskommt, obwohl er weiß, dass sie ihm nicht guttut.
Besonders macht den Song, dass er durchweg auf Dänisch gesungen wird - innerhalb der vergangenen 28 Jahre zum erst zweiten Mal in unserem Nachbarland. Im Refrain heißt es: "Kys mig tag mit hjerte knus det igen. Men please sig den her aften aldrig vil ende." (Deutsch: "Küss mich, nimm mein Herz, brich es wieder. Aber bitte sag, dass diese Nacht nie endet.").
Zu Beginn des Refrains erinnert die Melodie ein wenig an Ariana Grandes "One Last Time", elektronische Zwischenklänge stark an den Anfang von Loreens ESC-Siegersong "Tattoo" aus 2023. Aber Inspirationen holen sich auch einige andere Länder.
Eurovision Song Contest 2026 - Søren Torpegaard Lund: "Før Vi Går Hjem"
ESC 2026: Dänemark aktuell auf Platz 5 gewettet
Kurz nach seinem Triumph in der norddänischen Küstenstadt Frederikshavn ist "Før vi går hjem" von den Buchmachern immer höher gerankt worden, was natürlich auch mit erhöhten Wetteinsätzen auf den Beitrag zusammenhängt.
Stand 22. Februar liegt der 27-Jährige mit einer Siegwahrscheinlichkeit von sechs Prozent auf dem fünften Platz - hinter dem Geheimfavoriten Akylas, den Griechenland mit "Ferto" nach Wien schickt. Obwohl die Beiträge der noch besser eingestuften Finnen, Schweden und Israelis noch nicht mal feststehen, wetten dennoch schon mehr Fans auf diese Länder.
Dänemark konnte seit seiner ersten ESC-Teilnahme 1957 den größten Wettbewerb der Welt dreimal gewinnen - 1963, 2000 und zuletzt 2013 (Emmelie de Forest - "Only Teardrops").
Søren Torpegaard Lund wird im zweiten Halbfinale am 14. Mai um den Einzug ins große Finale (16. Mai) kämpfen, welches er voraussichtlich auch erreichen sollte.
Titelfoto: DR/Agnete Schlichtkrull

