Einfach so weiter oder neue Taktik? So plant Deutschland für den ESC 2027

Baden-Baden - Nach Mittelfeldplätzen von Isaak und Abor & Tynna ist Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) mit Sarah Engels (33, "Fire") wieder sehr weit hinten gelandet. Wie möchte der zuständige Südwestrundfunk (SWR) wieder erfolgreich sein? TAG24 hat nachgefragt.

Sarah Engels (33, r.) während ihrer Performance beim Eurovision Song Contest (ESC).  © Alma Bengtson/EBU

Die Wahl der Experten-Jury ins Superfinale und der dortige Triumph aufgrund der meisten Publikumsstimmen hätten gezeigt, "dass 'Fire' als der stärkste Beitrag 2026 angesehen wurde", so SWR-Sprecherin Carina Eckert.

Trotz Sarahs toller Ausstrahlung und wahrscheinlich bestmöglicher Performance kam der Song nicht über den drittletzten Platz hinaus. Ein paar Jahre zu spät, Reime wie aus einem Songwriter-Camp und nicht die allerbeste Bühnenshow waren einige der Kritikpunkte.

"Die positive Resonanz auf nationaler und internationaler Ebene bestätigt jedoch, dass 'Fire' viele Menschen erreicht hat", findet Eckert, die zudem von "relativ guten" Streamingzahlen in Deutschland spricht.

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Dass "Fire" international besser anzukommen schien als im eigenen Land, ist ein typisch deutsches ESC-Phänomen. Sagt auch Carina Eckert: "Es ist nicht ungewöhnlich, dass nationale und internationale Reaktionen variieren – Länder haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Musikgeschmäcker. Das macht es spannend und spiegelt ja auch die Vielfalt des Wettbewerbs wider."

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Wieder ESC-Vorentscheid in Deutschland: "Nicht nur eine beliebte TV-Show mit sehr hohen Einschaltquoten"

Viel Feuer, wenig Ertrag für "Fire" beim ESC 2026.  © Sarah Louise Bennett/EBU

Dass sich die frühe Startposition im ESC-Finale - Deutschland startete direkt nach dem Dänen Søren Torpegaard Lund (27, "Før vi går hjem") von Rang 2 - auf die schlechte Endplatzierung auswirkte, ist laut SWR ein Trugschluss: "Dies wird oft diskutiert, aber am Ende ist die Performance auf der Bühne entscheidend."

Wie geht es nun aber weiter? 17 Jahre nach Lena Meyer-Landruts (35) "Satellite"-Sieg wird es erneut einen Vorentscheid geben. "Das deutsche Finale ist nicht nur eine beliebte TV-Show mit sehr hohen Einschaltquoten, sondern bietet auch Künstlerinnen und Künstlern eine großartige Plattform, ihre Musik einem breiten Publikum zu präsentieren", erklärt Eckert die Beweggründe, auf eine interne Auswahl zu verzichten.

Man freue sich über Bewerbungen bekannter und auch (noch) unbekannter Künstlerinnen und Künstler, denn: "Wichtig ist die Qualität und das Potenzial des Beitrags, nicht der Bekanntheitsgrad!"

Trotz schwacher Endplatzierung feierte die deutsche Delegation in Wien.  © Sarah Louise Bennett/EBU

SWR: "Wichtig ist, dass sich der Song von der Masse abhebt"

Und worauf kommt es dem SWR an? "Sicherlich sollte der Song etwas Einzigartiges haben, das beim Publikum im Gedächtnis bleibt – sei es durch eine besondere Stimme, eine fesselnde Performance, eine außergewöhnliche Melodie oder eine emotionale Botschaft. Wichtig ist, dass der Song die Menschen berührt und sich von der Masse abhebt."

Noch in diesem Sommer wolle man "die professionelle Musikbranche informieren, damit sie sich auf den Bewerbungsprozess vorbereiten kann". Mit einem dann noch besseren Gewinner, der Deutschland bei der größten Musikshow der Welt vertritt?

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