Wien (Österreich) - Die ESC-Woche hat gestartet! Beim Eurovision Song Contest (ESC) steht am Dienstag das erste Halbfinale mit 15 Nationen an, von denen 10 das Finale erreichen. TAG24-Redakteur Nico Zeißler (33) hat sich mit ESC-Experte Benjamin Hertlein (38) die Favoriten des Wettbewerbs angeschaut.
DÄNEMARK | Søren Torpegaard Lund - "Før vi går hjem"
Obwohl in den Wettquoten nur auf dem dritten Platz, ist Dänemarks Act für Hertlein der "realistischste Gewinner" des ESC 2026. "Der Beitrag ist ein moderner, eingängiger Song, der schon beim ersten Hören im Ohr bleibt. Dazu kommt, dass Søren eine sehr starke Bühnenperformance bietet, die den Auftritt zusätzlich aufwertet", so der Chefredakteur des Fanportals "ESC kompakt".
Auch ich sehe in dem singenden Musicaldarsteller den stärksten Beitrag des Jahres. Die Kombination aus sicherem Gesang trotz teilweise anspruchsvoller Passagen, einem pulsierenden Beat und dem modernen Zusammenspiel mit den Tänzerinnen und Tänzern macht "Før vi går hjem" zu meinem Topfavoriten.
AUSTRALIEN | Delta Goodrem - "Eclipse"
"Mein persönlicher Favorit ist 'Eclipse' von Delta Goodrem für Australien", sagt Hertlein, der die "tolle Persönlichkeit mit einem starken Song und einer großartigen Stimme" der 41-Jährigen herausstellt.
Mir fällt Deltas Bühnenpräsenz und Ausstrahlung auch positiv auf. Der Song an sich schafft es aber nicht in meine persönlichen Top 3. I'm sorry!
FINNLAND | Linda Lampenius & Pete Parkkonen - "Liekinheitin"
Seit Wochen deutlich führend bei den Wettmachern ist der finnische Beitrag. "Ich verstehe den Hype um die aktuellen Wettfavoriten Finnland nicht", gibt "ESC kompakt"-Gründer Benjamin Hertlein zu.
Die dreiminütige Performance wird insbesondere durch den brennenden Beichtstuhl und die live ihre Violine spielende Linda Lampenius zwar im Teilnehmerfeld herausstechen. Helsinki ist aber auch für mich nicht das realistischste ESC-Reiseziel im Mai 2027.
GRIECHENLAND - Akylas - "Ferto"
Vor Dänemark, Australien und Frankreich (Monroe - "Regarde !") erhält Akylas die zweitbeste Quote für einen ESC-Sieg 2026. Benjamin Hertlein ist bei diesem freakigen Beitrag raus.
Und auch ich verliere mehr und mehr das Gefühl, dass der über den Überkonsum der Gesellschaft mit Katzenohren-Mütze singende Grieche den weltgrößten Musikwettbewerb mit rund 160 Millionen Zuschauern gewinnen könnte.
Potenzial für Überraschungen
... hat für Benjamin Hertlein Kroatien: "Die finde ich richtig stark. Der Beitrag ist ein besonderer Ethno-Song mit mehrstimmigem Gesang und sah bei den bisherigen Proben hervorragend aus. Das Lied wirkt sehr eindringlich und könnte auf der Bühne eine besondere Atmosphäre erzeugen."
Mystisch, dramatisch mit starker Performance, die eine Geschichte erzählt, bei der man den Text nicht verstehen muss. Kein Sieger für mich, aber durchaus Top-10-Potenzial.
ALBANIEN | Alis - "Nan"
Am 21. Dezember 2025 und damit als erste ESC-Nation des Jahres 2026 hatte Albanien seinen Sieger im nationalen Vorentscheid gekürt. "Nân" ist im lauten und bunten Teilnehmerfeld einer der zurückgenommenen Beiträge, was keinesfalls ein Nachteil sein wird.
Alis singt über Kinder, die reif genug sind, ihre Heimat zu verlassen und ihre traurigen Mütter zurückzulassen. Der mit Ähnlichkeit mit Deutsch-Rapper Apache 207 ausgestattete Sänger hat mich schon vor fünf Monaten begeistert - und macht es nach wie vor. Gehört in meine persönliche Top 5!
Abschließende Worte von "ESC kompakt"-Chef Benjamin Hertlein: "Wenn es nach mir geht, fahren wir 2027 nach Kopenhagen." Ein dänischer Sieg oder der erstmalige Finalerfolg Australiens, wo der ESC nicht stattfinden würde - bei Dänemarks gleichzeitigem zweiten Platz - würden dies möglich machen.
Das Finale des ESC findet am 16. Mai (21 Uhr/ARD) in Wien statt. Am 12. und 14. Mai (jeweils 21 Uhr/ONE) gehen die beiden Halbfinals über die Bühne.