Helsinki (Finnland)/Wien (Österreich) - Linda Lampenius (56) ist in Skandinavien ein Star. Die Violistin, bekannt geworden unter ihrem Künstlernamen "Linda Brava", wird spätestens jetzt auch europa- und weltweit bekannt. Sie vertritt ihr Heimatland beim "Eurovision Song Contest" (ESC).
Zuvor hatte sie sich erwartungsgemäß im finnischen Vorentscheid "Uuden Musiikin Kilpailu 2026" durchgesetzt - durch eine enorme Zuschauer-Resonanz mit haushohem Vorsprung vor dem zweitplatzierten Antti Paalanen (49, "Takatukka").
Im 35 Nationen zählenden Teilnehmerfeld sind die platinblonde Lampenius und Sänger Pete Parkkonen (36) laut Wettanbietern aktuell (Stand 14. März) mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 29 Prozent haushohe Favoriten.
Etwas weniger deutlich fällt die Abstimmung der ESC-Fans auf eurovisionworld.com aus. Mit rund 6900 von 32.000 abgegebenen Stimmen landet das finnische Duo vor Dänemark, das Søren Torpegaard Lund (27) mit seinem Song "Før Vi Går Hjem" (deutsch: "Bevor wir nach Hause gehen") nach Wien schickt.
Der finnische Song "Liekinheitin", also "Flammenwerfer", handelt von einer toxischen Liebesbeziehung. Parkkonnen singt darin in Landessprache "Ois viisaampi häipyy täält
Mut tulel vielkin leikin", also "Es wäre klüger, zu verschwinden, doch ich spiele immer noch mit dem Feuer". Und "Oot niin kuuma mut jääkylmä" ("Du bist so heiß und doch eiskalt").
ESC 2026: Fan-Favoriten nicht automatisch Songcontest-Gewinner
Die Zeilen, die Pete Parkkonen singt, werden durch die musikalische Begleitung des früheren Playboy-Covergirls unterstrichen.
So folgen einem melancholischen Songstart immer flotter werdende und impulsivere Strophen, gekrönt von einem Refrain, indem die Klassikkünstlerin - gewickelt in ein mit hohem Schlitz versehendes Silberkleid - ihr Können zum Besten gibt.
Lange Zeit sind Sänger und Violistin von einem brennenden Fensterrahmen getrennt, ehe ein langgezogener Schrei und schnelle Violinen-Bewegungen den krönenden Abschluss bilden.
Aber, Achtung! Dass nicht immer die Fan-Favoriten den ESC automatisch gewinnen, zeigen allein die vergangenen Jahre. 2025 gewann JJ ("Wasted Love") für Österreich, obwohl die letztlich nur viertplatzierten Schweden KAJ ("Bara bada bastu") den meisten Zuspruch erhielten. 2024 setzte sich die Schweiz (Nemo - "The Code") durch, obwohl sich ESC-Anhänger zuvor Kroatien (Baby Lasagna - "Rim Tim Tagi Dim") als Gewinner gewünscht hatten.
Offizielles Musikvideo von Linda Lampenius und Pete Parkkonen - "Liekinheitin"
Finnland tritt im ersten Halbfinale am 12. Mai an, um sich fürs Finale am 16. Mai zu qualifizieren. Ein möglicher Sieg wäre Finnlands erster seit 2006, als sich die Gruselrocker von Lordi ("Hard Rock Hallelujah") krönten.