Wien (Österreich) - Der Favorit haut einen raus! Finnland darf als erste Nation überhaupt in der 70-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contests (ESC) ein Musikinstrument live auf der Bühne spielen.
Die zuständige European Broadcast Union (EBU) hat dem Antrag der Finnen zugestimmt, dass Linda Lampenius (56) ihre Violine nicht nur fakemäßig hinter Playback, sondern komplett live bedienen darf.
Dies stellt ein Novum in der ESC-Geschichte dar. Seit der ersten Ausgabe 1956 hat kein einziger Künstler ein Instrument live gespielt. Bislang liefen die Klänge zu 100 Prozent vom Band, die Inszenierungen mit Instrumenten dienten nur dem Auge. Einzige Ausnahme: Wenige Sekunden war Lucio Corsi (32) im Vorjahr an seiner Mundharmonika - wurde allerdings nicht offiziell verkündet.
Für Finnland könnte die Erlaubnis - vorausgesetzt, Lampenius spielt fehlerfrei - einen positiven Push und natürlich ein absolutes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz bedeuten.
Ohnehin sind die Skandinavier mit ihrem dramatischen Song "Liekinheitin" (Deutsch: "Flammenwerfer") aktueller Topfavorit bei den Wettanbietern. Seit Wochen (Stand: 7. Mai 2026) liegt das Duo deutlich vor Griechenland (Akylas - "Ferto"), Dänemark (Søren Torpegaard Lund - "Før vi går hjem") und Australien (Delta Goodrem - "Eclipse").
Erster Proben-Clip von Linda Lampenius und Pete Parkkonen - "Liekinheitin"
"ESC kompakt"-Chefredakteur Benjamin Hertlein: "Entweder dürfen alle, die wollen, oder keiner"
Dass beim ESC nun auch live musiziert werden darf, befürwortet "ESC kompakt"-Chefredakteur Benjamin Hertlein (38) gegenüber TAG24 zwar. "Allerdings wäre es fair, wenn die Regel da eindeutig wäre: Entweder dürfen alle, die wollen, oder keiner."
Ob die authentisch und live gespielte Violine Finnland tatsächlich zum ersten Sieg seit 2006 führt - damals gewannen die Kultrocker von Lordi mit "Hard Rock Hallelujah" -, zeigt sich schon kommende Woche.
Das Finale des ESC findet am 16. Mai (21 Uhr/ARD) in Wien statt. Am 12. und 14. Mai (jeweils 21 Uhr/ONE) gehen die beiden Halbfinals über die Bühne.