Entwarnung nach "Polonium"-Einsatz: Osterfund stellt sich als ungefährlich heraus

Von Stefanie Järkel, Aaron Klein, Marcel Gnauck, Martin Oversohl, Emelie Herrmann

Vaihingen an der Enz - Bei der Ostereiersuche haben zwei Männer in Vaihingen an der Enz ein Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium 210" gefunden und damit die Behörden in Alarmstimmung versetzt. Nun stellte sich heraus, dass es sich doch nicht um das potenziell tödliche Strahlengift handelte.

Die Feuerwehr war nach dem alarmierenden Fund mit einem Großaufgebot im Einsatz.  © Karsten Schmalz/KS-Images.de/dpa

Die beiden Männer entdeckten das kleine Behältnis in einem privaten Vorgarten der im Nordosten von Stuttgart gelegenen Stadt und alarmierten sofort Polizei und Feuerwehr.

Zunächst war unklar, ob es sich tatsächlich um das hochgefährliche Strahlengift handelt.

Sie hatten in dem Garten am Ortsrand Ostereier gesucht, als sie das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel fanden. Nach dem Fund wählten sie den Notruf. Weitere Angaben zu den Männern machten die Behörden nicht. 

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Beim anschließenden Großeinsatz waren nach Angaben der Feuerwehr 138 Einsatzkräfte mit 41 Fahrzeugen vor Ort – darunter ein Strahlenschutzzug, ein Gefahrgutzug sowie eine Fachberaterin für Strahlenschutz, die beruflich im Kernkraftwerk tätig ist, wie der Kreisbrandmeister sagte. Auch ein Experte des Landeskriminalamtes (LKA) war im Einsatz.

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Umweltministerium gibt Entwarnung

Die Feuerwehr schätzte den Fund zunächst als echt ein - nun aber die Entwarnung.  © Karsten Schmalz/-/dpa

Die Feuerwehr schätzte nach eigenen Angaben das Fläschchen als echt ein. "Das Behältnis passt zum Stoff", sagte Kreisbrandmeister Andy Dorroch.

"Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet." Zudem sei das Fläschchen mit geschätzten 200 Gramm Gewicht relativ schwer - passend, da Polonium 210 ein vergleichsweise schwerer Stoff sei.

Nun aber die Entwarnung. "Die erste Einschätzung von unseren Fachleuten ist, dass es sich bei dem Fund nicht um Polonium 210 handelt", sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Baden-Württemberg. "Sicher ist das aber noch nicht", betonte sie. Es bestand jedoch zu keiner Zeit Gefahr.

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Für weitere Untersuchung werde der Fund nun nach Ostern untersucht.

Erstmeldung: 6. April, 15.23 Uhr; zuletzt aktualisiert: 16.05 Uhr

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