Sprendlingen - Ein Betrieb zur Kunststoffverarbeitung geriet in Brand, rund 250 Einsatzkräfte rückten aus, mehrere Menschen wurden evakuiert. Am Montag konnte dann Entwarnung gegeben werden: Das Feuer ist gelöscht! Eine gesperrte Bahnstrecke wurde wieder freigegeben. Weiterhin gilt, dass Anwohner die Ruß-Rückstände möglichst nicht berühren sollen.
"Die Einsatzstelle konnte heute am frühen Morgen der Verbandsgemeinde übergeben werden. Vor Ort sichert noch eine Brandwache die Einsatzstelle ab, alle anderen Kräfte konnten bis zum Morgen nach und nach zurückgefahren werden", wie die Kreisverwaltung Mainz-Bingen mitteilte.
Infolge des Brands in Sprendlingen im rheinland-pfälzischen Landkreis Mainz-Bingen war eine "weithin sichtbare Rauchsäule entstanden, die aufgrund der Windrichtung von der Ortslage Sprendlingen in Richtung Pfaffen-Schwabenheim und Bosenheim im benachbarten Landkreis Bad Kreuznach gezogen ist", hieß es zuvor in der Nacht zu Montag.
Insbesondere an der Unglücksstelle in der Gau-Bickelheimer Straße sowie in weiteren Teilen Sprendlingens schlug sich Ruß nieder. Hierzu sagte ein Sprecher: "Eine direkte Berührung soll vermieden werden", obgleich von den Rußpartikeln keine "besondere Gefahr" ausgehe. "Die Rückstände können mit Wasser und Seife entfernt werden", hieß es weiter. Das Sprendlinger Freibad wurde wegen Ruß-Niederschlags bis auf Weiteres gesperrt.
Neben den aufwendigen Löscharbeiten sei es auch zu umfangreichen Luftmessungen gekommen. Diese hätten aber nur im unmittelbaren Umfeld des Brands "vorübergehend erhöht nachweisbare Stoffkonzentrationen" nachgewiesen.
Messungen in angrenzenden Bereichen sowie Nachmessungen hätten hingegen ergeben, dass sich die Luftqualität im "unauffälligen Bereich" bewege.
Großbrand in Betrieb zur Kunststoffverarbeitung in Sprendlingen gelöscht
Der Großbrand in dem Industriebetrieb brach am Sonntag gegen 16 Uhr aus. Die Ursache ist noch völlig unklar. Mehrere Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Neben dieser Evakuierung wurde die Bevölkerung "vorsorglich über Warn-Apps gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Klimaanlagen abzuschalten", hieß es weiter. Eine Bahnstrecke wurde gesperrt.
Bei der Brandbekämpfung gab es zunächst Schwierigkeiten mit dem Löschwasser. Die Feuerwehr griff auf einen nahe liegenden Bach sowie auf das Wasser des Freibads zurück.
Zudem stellte die Sommerhitze eine enorme Belastung bei der Brandbekämpfung dar. Eine Einsatzkraft wurde wegen "Hitzeerschöpfung leicht verletzt und vor Ort durch den Rettungsdienst behandelt". Weitere Verletze gab es nicht.
Inzwischen ist klar, dass die Gebäude und Anlagen des Betriebes zu Kunststoffverarbeitung in Sprendlingen durch den Brand erheblich beschädigt wurden. Eine genauere Einschätzung zur Höhe des Sachschadens liegt aber noch nicht vor.
Erstmeldung vom 2. August, 22.22 Uhr, zuletzt aktualisiert am 3. August um 13.25 Uhr.