Hier brennt ein Stück Geschichte: Feuer in "kleiner Schwester" der Wartburg ausgebrochen
Von Marcel Gnauck, Jana Kieseyer
Weißensee - Teile einer Burg aus dem 12. Jahrhundert sind bei einem Brand im Norden Thüringens beschädigt worden.
Feuerwehrleute verhinderten ein Übergreifen auf weitere Teile der Runneburg in Weißensee, wie ein Polizeisprecher sagte. Das Feuer war demnach in der Nacht in einem Eckgebäude der Wehranlage ausgebrochen, direkt neben einem hohen Wachturm.
Verletzt wurde bei dem Brand ersten Erkenntnissen zufolge niemand. Der Einsatzort war laut einem Sprecher abgesperrt. Im Laufe des Tages sollen dort die Ermittlungen zum Brand beginnen.
Zunächst waren die Einsatzkräfte von Schlimmerem ausgegangen: Durch den Wind und großen Funkenflug habe es so ausgesehen, als würden die Flammen auf weitere Teile des historischen Gebäudes übergreifen, sagte der Sprecher weiter. Feuerwehrleute hätten das verhindert.
Wegen des starken Funkenflugs wurden in angrenzenden Straßen geparkte Autos möglicherweise beschädigt, teilte die Polizei am frühen Morgen mit.
Feuerwehreinsatz in Thüringen: Schaden an Runneburg noch unklar
Wie groß der Schaden an der Burg ist, war zunächst unklar. Ebenso blieb offen, warum das Feuer in der Nacht ausgebrochen war.
Die Runneburg ist laut der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten um 1170 erbaut worden und thront auf einem kleinen Berg am Rand der kleinen Stadt Weißensee.
Sie zählt demnach zu einem der bedeutendsten Zeugnisse romanischer Baukunst in Deutschland. In kaum einer Anlage sei so viel originale Bausubstanz des Hochmittelalters erhalten.
Die Stiftung bezeichnet sie auch als "kleine Schwester" der Wartburg.
Titelfoto: Bildmontage: Silvio Dietzel

