Drohne am Leipziger Flughafen gestoppt: Sprengstoff kontrolliert explodiert

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Leipzig - Großeinsatz am Leipziger Flughafen: Nach der Sichtung eines unbekannten Flugobjekts sowie dem Fund einer offenbar mit Sprengstoff präparierten Drohne auf dem Gelände ist eine Start- und Landebahn auch am Mittwochmittag weiterhin gesperrt.

Zahlreiche Einsatzkräfte eilten in der Nacht zum Leipziger Airport, wo der Flugverkehr zunächst komplett stillstand.
Zahlreiche Einsatzkräfte eilten in der Nacht zum Leipziger Airport, wo der Flugverkehr zunächst komplett stillstand.  © EHL Media

Den Drohnenfund kurz vor Mitternacht in der Nähe einer auf dem Flughafen abgestellten ukrainischen Antonov-Transportmaschine bestätigte ein Nato-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Daran sollen Sprengstoff und ein Zünder befestigt gewesen sein, heißt es unter Berufung auf Informationen aus Sicherheitskreisen.

Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen bestätigte diese Informationen am frühen Nachmittag, wonach ein Mitarbeiter des Flughafens "eine Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung" an der Südpiste festgestellt hatte. Diese wurde daraufhin gesperrt, soll am Mittwoch noch nicht wieder genutzt werden.

Demnach sei das Objekt gesichert und mithilfe eines Sprengstoffroboters und der Bundespolizei untersucht worden. Eine Spezialeinheit habe den Zünder entfernen können.

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Flugzeug Nachrichten Unbemerkt im abgestellten Flugzeug: Crew findet schlafenden Eindringling

Bereits in der Nacht war auch die Nordpiste gesperrt worden, nachdem zunächst ein unbekanntes Flugobjekt im Bereich des Flughafens gesichtet worden war. Das bestätigte Polizeisprecher Olaf Hoppe auf Anfrage von TAG24 am frühen Mittwochmorgen.

Laut LKA sei das Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, als dieses infolge der Sperrung der Südpiste habe durchstarten müssen. "Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden."

Dort wurde eine mit Sprengstoff gespickte Drohne gefunden und auch ein unbekanntes Flugobjekt entdeckt.
Dort wurde eine mit Sprengstoff gespickte Drohne gefunden und auch ein unbekanntes Flugobjekt entdeckt.  © EHL Media

5. August, 19.30 Uhr: Sprengstoff kontrolliert zur Explosion gebracht

Der Sprengsatz, der an der Drohne angebracht war, soll inzwischen in der Nähe des Flughafens kontrolliert zur Explosion gebracht worden sein.

5. August, 18.15 Uhr: Drohne soll mit 800 Gramm Plastikstrengstoff präpariert gewesen sein

TAG24 hat inzwischen Bilder von der Drohne erhalten, die am Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt wurde.

Berichten mehrerer Medien zufolge soll diese mit 800 Gramm Plastiksprengstoff versehen gewesen sein.

5. August, 18.06 Uhr: Drohnenfund passt laut Sicherexperten ins Schema russischer Angriffe

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff versehenen Drohne am Leipziger Flughafen sagte Verteidigungs- und Sicherheitsexperte Nico Lange gegenüber dem Fernsehsender "Phoenix", dass diese ins Schema russischer hybrider Angriffe gegen Deutschland passe.

"Ich glaube, dass das bei hybriden Angriffen in der Natur der Sache liegt, dass man sich nicht auf den Standpunkt stellen kann: Da muss jetzt erstmal alles sozusagen gerichtsfest bewiesen werden, von wem das kommt", so Lange. "Das ist sehr wahrscheinlich, dass das ein solcher hybrider Angriff war."

Der Sicherheitsexperte mahnte, dass Deutschland aktuell über zu wenige Instrumente verfüge, um Drohnen zuverlässig zu erkennen und nachzuverfolgen.

5. August, 16.06 Uhr: Zünder war angeblich defekt

Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge soll der Zünder jedoch defekt gewesen sein, weshalb es nicht zur Explosion kam. Die Sicherheitsbehörden sollen den Vorfall demnach "sehr, sehr ernst" nehmen.

Intern werde er bereits als versuchter Angriff eingestuft.

5. August, 15.18 Uhr: Bundesinnenminister Dobrindt unterbricht Urlaub wegen Drohnen-Vorfall

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete, hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) seinen Urlaub wegen des Drohnen-Vorfalls am Flughafen Leipzig/Halle unterbrochen.

Dobrindt reise laut seines Ministeriums zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern. Unter anderem Bundespolizei-Präsident Dieter Romann und Verfassungsschutz-Chef Sinan Selen werden bei dem Treffen erwartet.

Der Innenminister wolle gegen 19.30 Uhr vor die Presse treten.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU).
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU).  © Sebastian Gollnow/dpa

5. August, 15.11 Uhr: Sachsens Innenminister spricht von "sehr ernstem Sicherheitsvorfall"

Sachsen Innenminister Armin Schuster sprach nach dem Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen von einem "sehr ernsten Sicherheitsvorfall". Dem CDU-Politiker zufolge würden Landes- und Bundessicherheitsbehörden seit der Nacht gemeinsam unter Hochdruck ermitteln.

Die Hintergründe des Vorfalls seien noch unklar.

Kriminaltechniker mit dem Sprengstoffroboter, der in der Nacht am Flughafen Leipzig/Halle zum Einsatz kam.
Kriminaltechniker mit dem Sprengstoffroboter, der in der Nacht am Flughafen Leipzig/Halle zum Einsatz kam.  © Hendrik Schmidt/dpa

5. August, 15.04 Uhr: Leipzigs Oberbürgermeister: "Infrastruktur längst zum Ziel geworden"

Nach dem Vorfall mit einer Drohne und einer Sprengvorrichtung in der Nacht zu Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle hat sich Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) zu den Vorkommnissen geäußert.

"Die Bedrohungslage in Deutschland hat eine neue Qualität erreicht. Eine mit einer Sprengvorrichtung bestückte Drohne macht unmissverständlich klar, dass unsere Sicherheit bedroht ist", sagte das Stadtoberhaupt. "Zum Glück sind bei dem Vorfall am Leipziger Flughafen keine Menschen zu Schaden gekommen. Aber auf Glück dürfen wir uns nicht verlassen. Unsere Infrastruktur ist längst zum Ziel geworden und wir müssen sie besser schützen"

Die Sicherheit von Verkehrsanlagen und Versorgungsinfrastruktur sei von existenzieller Bedeutung. "Dem müssen Bund und Länder auch finanziell viel stärker Rechnung tragen."

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD).
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD).  © Hendrik Schmidt/dpa

5. August, 14.55 Uhr: Polizei bittet Zeugen um Hinweise

Mittlerweile haben das LKA und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Dazu wurden auch ein Hinweisportal sowie ein Hinweistelefon eingerichtet.

Gesucht werden Zeugen, die sich zwischen Dienstagnachmittag und Mittwochmorgen im Bereich des Leipziger Flughafens aufhielten und möglicherweise Personen und Fahrzeuge sowie deren Bewegungen wahrgenommen haben, die relevant sein könnten. "Auch Hinweise aus den sozialen Medien oder dem Internet sind von Bedeutung."

Wendet Euch mit Euren Hinweisen an Tel. 0800/2008000 oder an sn.hinweisportal.de.

Ein Sprengstoffroboter wurde eingesetzt, um das Objekt zu begutachten.
Ein Sprengstoffroboter wurde eingesetzt, um das Objekt zu begutachten.  © EHL Media

5. August, 14.55 Uhr: Kriminaltechniker nehmen Arbeit auf

"Die Bundespolizei ist inzwischen mit ihrer Arbeit durch", sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe der dpa am Mittag.

Die Kriminaltechniker nehmen demnach nun ihre Arbeit auf.

Polizeisprecher Olaf Hoppe ist seit den frühen Morgenstunden vor Ort.
Polizeisprecher Olaf Hoppe ist seit den frühen Morgenstunden vor Ort.  © Tobias Junghannß/dpa

5. August, 14.55 Uhr: LKA: "Keine Gefahr für Leib und Leben von Passagieren"

Die Polizei war auch im Laufe des Tages noch im Einsatz.
Die Polizei war auch im Laufe des Tages noch im Einsatz.  © Tobias Junghannß/dpa

Der Flugverkehr am Leipziger Flughafen wurde in der Nacht vorübergehend komplett eingestellt. Das betraf Hoppes Angaben zufolge nur wenige Maschinen, darunter ein Passagierflugzeug. Dieses sei in der Folge nach Nürnberg umgeleitet worden.

Gegen 1.55 Uhr konnte der Betrieb über die Nordpiste wieder aufgenommen werden, läuft laut Hoppe seither normal. Die Start- und Landebahn Süd blieb wegen des gefundenen Sprengstoffs allerdings weiter gesperrt.

Ob die mutmaßlich gesichtete Drohne und der am Boden gefundene Gegenstand in direktem Zusammenhang stehen, ist noch unklar.

"Es besteht keine Gefahr für Leib oder Leben von Passagieren oder Mitarbeitern des Flughafens", so das LKA am Nachmittag. Demnach sei der Flugverkehr für Passagiere nicht beeinträchtigt.

Titelfoto: Montage: Hendrik Schmidt/dpa

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