Giftige Dämpfe an Bord? Flugbegleiterin klagt nach Erkrankung gegen Airbus
New York City (USA) - Eine Flugbegleiterin von American Airlines erhebt schwere Vorwürfe gegen den europäischen Flugzeugbauer Airbus: Nach dem Einatmen mutmaßlich giftiger Dämpfe an Bord eines Airbus A319 soll sie bis heute gesundheitlich schwer beeinträchtigt sein.
Der Vorfall ereignete sich im Januar 2024 am Flughafen Phoenix im US-Bundesstaat Arizona, wie Aviation A2Z berichtet. Während die Passagiere das Flugzeug betraten, wurde das Hilfstriebwerk eingeschaltet.
Kurz darauf breitete sich laut Klage ein beißender, unangenehmer Geruch in der Kabine aus. Mehrere Crew-Mitglieder begannen zu husten, eine Kollegin würgte. Der Pilot ließ schließlich das gesamte Flugzeug evakuieren.
Für die betroffene Flugbegleiterin war der Albtraum damit jedoch nicht vorbei. Während der Evakuierung litt sie nach eigenen Angaben unter starkem Husten, Verwirrtheit und massiven Kopfschmerzen.
Obwohl sie zunächst nur einen Tag dienstfrei bekam und wieder als flugtauglich galt, verschlechterte sich ihr Zustand kurz darauf dramatisch. Auf einem späteren Flug nach Mexiko begann sie zu zittern, wurde schwer krank und musste an Bord mit Sauerstoff versorgt werden.
Die Flugbegleiterin kämpft bis heute mit den Folgen
Heute, so heißt es in der Klage, leidet die Frau unter täglichen Kopfschmerzen, Panikattacken und Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung.
An eine Rückkehr in den Beruf sei nicht zu denken. Besonders bitter: Durch den langen Ausfall habe sie zeitweise ohne Einkommen dagestanden.
Die Vorwürfe gegen Airbus sind deutlich. Der Hersteller habe seit Jahren von möglichen Risiken im Zusammenhang mit der Kabinenluft gewusst, aber nicht ausreichend reagiert.
In der Klageschrift ist von fahrlässigem Verhalten und einer rücksichtslosen Missachtung der Sicherheit von Besatzung und Passagieren die Rede. Gefordert werden Schadenersatz und Strafzahlungen.
Kabinenluft kann durch Lecks verunreinigt werden
Hintergrund der Debatte ist das sogenannte "Bleed-Air-System", das in den meisten Verkehrsflugzeugen zum Einsatz kommt. Dabei wird die Kabinenluft aus den Triebwerken gewonnen.
Kritiker warnen seit Langem, dass bei Lecks Öl oder Schmierstoffe in diese Luft gelangen und gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen könnten.
Titelfoto: Daniel SLIM / AFP

