Köln/Düsseldorf - Am Mittwoch hob erstmals seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor fast 15 Jahren wieder ein Nonstop-Flug von einem deutschen Airport nach Damaskus ab. Im Cockpit saß dabei ein Mann, für den sich mit der Wiederaufnahme des Regelbetriebs endlich ein Kreis geschlossen hat.
Vor elf Jahren kam Roland Khoury (30) aus der syrischen Metropole Aleppo nach Deutschland. Hier fand er eine neue Heimat - persönlich wie auch beruflich: Der heute 30-Jährige fliegt seit zwei Jahren als First Officer bei der Kölner Fluggesellschaft LEAV Aviation und durfte in dieser Funktion auch beim Jungfernflug von Düsseldorf in die Hauptstadt seiner Heimat dabei sein.
"Als ich erfahren habe, dass ich diese Premiere begleiten werde, war das für mich etwas ganz Besonderes", sagt Khoury nach der Landung in der syrischen Hauptstadt, wo der Flieger mit einem Feuerwehrspalier begrüßt wurde.
Beruflich sei es für ihn ein Meilenstein gewesen, persönlich gar "ein Moment, den ich niemals vergessen werde", betont der Pilot.
Ein weiterer Grund zur Freude für den 30-Jährigen: Am Freitag hat LEAV bekannt gegeben, sein Streckennetz nach Syrien auszuweiten und neben Damaskus auch Aleppo anzufliegen. "Die hohe Nachfrage zeigt, wie groß der Bedarf an zuverlässigen Flugangeboten ist", erklärt Geschäftsführer Daniel Broda die Beweggründe dahinter.
Die neue Strecke wird allerdings zunächst nur mit Flügen am 1. und 3. August bedient, weitere Flugtage und Frequenzen sollen erst in Kürze bekannt gegeben werden. Zum Einsatz kommt ein Airbus A320-200, der Platz für rund 180 Passagiere bietet.