Kap Verde/Düsseldorf - Nachdem auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" das Hantavirus ausgebrochen ist, sind drei Menschen gestorben, darunter auch ein Deutscher. Eine Kontaktperson soll nun nach Deutschland gebracht werden.
Drei Menschen mit dem Verdacht auf das Hantavirus sind am Mittwoch von dem Schiff evakuiert worden. Das bestätigte Tedros Adhanom Ghebreyesus (61), Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), auf X. Demnach sollen die Personen in den Niederlanden medizinisch behandelt werden.
Die Feuerwehr sowie das Gesundheitsamt der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf teilen indes mit, über das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA NRW) beauftragt worden zu sein, eine "Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion" an die Uniklinik Düsseldorf zu überführen. Der Transport erfolge demnach durch die Feuerwehr.
Dafür befindet sich seit 10 Uhr am Mittwochvormittag "sowohl die Hochinfektionstransportkomponente als auch ein Vorauskommando auf dem Weg in die Niederlande", berichtet die Behörde. Ziel ist der Flughafen Amsterdam.
"Die Übernahme der Kontaktperson ist für die Abendstunden geplant. Anschließend erfolgt der Transport in die Universitätsklinik Düsseldorf, wo die weitere diagnostische Abklärung sichergestellt wird", heißt es weiter. Daraufhin tritt der Konvoi die Rückreise in Richtung Düsseldorf an.
WHO vermutet Hantavirus-Ansteckung zwischen Menschen
Insgesamt starben drei Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff. Neben der Person aus Deutschland soll es sich dabei um zwei Niederländer handeln.
Zwar wird das Virus eigentlich durch Nagetiere übertragen, die WHO geht inzwischen aber davon aus, dass es auf der "Hondius" zu Ansteckungen zwischen Menschen gekommen sein könnte.
"Wir vermuten, dass es bei sehr engem Kontakt eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt", sagte die WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerkhove.
Der erste infizierte Passagier habe sich demnach wahrscheinlich beim Landgang infiziert und die Erkrankung dann an seine Frau weitergegeben. Beide seien inzwischen verstorben. Das kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.