München - Hoffnung für an Bauchspeicheldrüsenkrebs Erkrankte! Forscher haben ein neues Medikament entwickelt, welches das Wachstum der Tumore einschränkt und die Lebensdauer der Patienten deutlich verlängert.
Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als eine der aggressivsten Krebsarten, die kaum behandelbar ist. Doch eine Studie, die nun in dem "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde, gibt den 20.000 Menschen, die jährlich in Deutschland daran erkranken, Hoffnung.
Zum Hintergrund der Krebsart erklärt Experte Dr. Benedikt Westphalen gegenüber "Bild", dass mehr als 90 Prozent der Tumoren über die sogenannte RAS-Mutation verfügen. Diese Mutation beschleunigt das Wachstum und die Ausbreitung der Krebszellen, noch dazu könnten sie Therapien besser widerstehen.
"Jahrzehntelang galten RAS-Mutationen als nicht angreifbar, weil Medikamente am veränderten Protein nicht anhaften und es daher nicht in seiner Funktion blockieren konnten", so der Experte.
Doch die Studie zeige, dass die neu entwickelte Pille mit dem Wirkstoff Daraxonrasib dies nun ändern könnte.
Westphalen erklärt weiter: "Der Wirkstoff greift genau dieses veränderte Protein an. Er setzt sich dabei wie Huckepack auf ein anderes Eiweiß und schafft es so, das mutierte RAS-Protein in seiner Funktion einzuschränken" - und das mehr als erfolgreich!
Durchbruch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs: Wirkstoff lässt Tumore schrumpfen und verlängert Überlebenszeit
In Phase 1 und Phase 2 der Studie wurden 168 Patienten mit metastasierten Tumoren behandelt. 35 Prozent von ihnen sprachen auf die Behandlung an: Die Tumore schrumpften und die Überlebenszeit der Erkrankten konnte um bis zu 15 Monate verlängert werden.
"Das ist ein Durchbruch. Die Überlebenszeit bei Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs liegt häufig unter einem Jahr. Die Patienten aus der Studie lebten deutlich länger, obwohl sie bereits einen Teil ihrer erwarteten Überlebenszeit hinter sich hatten", zeigt sich Westphalen begeistert.
Für 96 Prozent kam die Behandlung allerdings nicht ohne Nebenwirkungen. 30 Prozent klagte dabei über Hautausschlag, Durchfall, Übelkeit und Müdigkeit.
Für Westphalen sind die Ergebnisse dennoch ein Durchbruch: "Das ist eine revolutionäre Studie. Vor 10 Jahren hat man es noch für absolut unmöglich gehalten, dass es so ein Medikament jemals geben wird!"
Betroffene müssen sich allerdings bis zur Zulassung des Medikaments in Deutschland noch gedulden. In den USA wird eine Zulassung noch in diesem Jahr erwartet. Wann es hierzulande soweit sein wird, ist noch unklar.