Nahost-Konflikt: Dutzende Tote nach Demonstrationen im Iran

Nahost - Im Iran hat es am Freitagabend erneut Proteste gegeben. Trotz des harten Vorgehens der iranischen Sicherheitskräfte und einer Internetblockade versammelte sich wieder eine große Menschenmenge in der Hauptstadt Teheran, wie von der Nachrichtenagentur AFP verifizierte Videos zeigten.

Menschen protestieren in Teheran gegen das iranische Regime.
Menschen protestieren in Teheran gegen das iranische Regime.  © Uncredited/UGC/AP/dpa

Die Demonstrierenden im Stadtteil Sadatabad schlugen auf Töpfe und riefen Sprechchöre wie "Tod Chamenei", die sich gegen das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei richteten.

Auch in anderen Stadtteilen Teherans gab es Proteste, wie auf weiteren Aufnahmen in Onlinenetzwerken zu sehen war.

Persischsprachige Exilsender zeigten auch Bilder neuer Proteste in anderen iranischen Städten, darunter Maschhad im Osten des Landes, Täbris im Norden und Kom südlich von Teheran.

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In der Nacht zum Freitag war es im Iran zu den größten Demonstrationen seit Beginn der Protestwelle vor fast zwei Wochen gekommen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

10. Januar, 19.20 Uhr: Dutzende Tote nach Demonstrationen im Iran

Trotz des verschärften Vorgehens der Behörden dauern die Demonstrationen im Iran an. Bei den seit knapp zwei Wochen anhaltenden Massenprotesten in der Islamischen Republik sollen laut Aktivisten mindestens 65 Menschen getötet worden sein.

Mehr als 2300 weitere Menschen seien festgenommen worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Trotz einer nahezu vollständigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 180 Städten gegeben.

Zuvor hatte die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo gemeldet, dass bei Protesten bisher 51 Demonstrierende getötet worden seien. Allerdings fehlten dabei noch Zahlen aus mehreren Großstädten vom Donnerstag und aus der Nacht zum Samstag.

Hunderte weitere Menschen sollen bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften verletzt worden sein.
Die Angaben lassen sich zurzeit nicht unabhängig überprüfen.

Bei den seit knapp zwei Wochen anhaltenden Massenprotesten in der Islamischen Republik sollen laut Aktivisten mindestens 65 Menschen getötet worden sein.
Bei den seit knapp zwei Wochen anhaltenden Massenprotesten in der Islamischen Republik sollen laut Aktivisten mindestens 65 Menschen getötet worden sein.  © Uncredited/UGC via AP/dpa

10. Januar, 19.17 Uhr: Iranische Führung blockiert weiter Zugang zum Internet

Die iranische Führung blockiert das Internet wegen der landesweiten Massenproteste den dritten Tag in Folge.

Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete auf der Plattform X, dass die Internetsperre inzwischen länger als 48 Stunden andauere.

Während die Machthaber weiterhin ihre Version der Ereignisse online verbreiteten, würden die Stimmen von 90 Millionen Menschen durch die Blockade zum Schweigen gebracht, hieß es weiter.

Netblocks erklärte zudem, dass die Sperre die Möglichkeiten der Iraner stark einschränke, sich über die Sicherheit ihrer Freunde und Angehörigen zu informieren.

10. Januar, 15.12 Uhr: Syrische Armee verkündet Abschluss von Militäraktion in Aleppo

Nach tagelangen Kämpfen mit kurdischen Truppen in der syrischen Stadt Aleppo hat die syrische Armee nach eigenen Angaben die gesamte Stadt wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten jedoch auch am Samstagnachmittag weiterhin Schüsse im umkämpften Stadtteil Scheich Maksud. Kurdische Kämpfer dementierten die Angaben der Armee.

Truppen der syrischen Übergangsregierung und kurdische Kämpfer lieferten sich seit Dienstag Gefechte in Aleppo. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation, bei der mehr als 20 Menschen getötet wurden. Nach Angaben von Gouverneur Assam al-Gharib flohen bis Samstag rund 155.000 Bewohner der betroffenen Viertel Scheich Maksud und Aschrafijeh in andere Stadtteile oder aufs Land.

Bewohner des Stadtteils Sheikh Maqsud in Aleppo werden nach Zusammenstößen mit kurdischen Streitkräften von Angehörigen der syrischen Armee aus der Gefahrenzone gebracht.
Bewohner des Stadtteils Sheikh Maqsud in Aleppo werden nach Zusammenstößen mit kurdischen Streitkräften von Angehörigen der syrischen Armee aus der Gefahrenzone gebracht.  © OMAR HAJ KADOUR / AFP

10. Januar, 7.16 Uhr: Im Winter verschlimmert sich die Lage in Gaza

Die bereits prekäre Lage der Menschen im Gazastreifen hat sich nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Winter nochmals verschlimmert.

"Die Wintermonate gepaart mit der schlechten Versorgungslage sind gerade für Kinder, Verletzte und ältere Menschen verheerend", sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe der "Rheinischen Post".

Gröhe sprach von einer dramatischen Unterversorgung. "Es fehlt weiterhin an allem, ausreichend Lebensmitteln, medizinischen Gütern und Arzneimitteln, Strom und Wasser", so der frühere Bundesgesundheitsminister.

Zwar habe sich die Versorgung mit humanitären Gütern, zu denen die von Gröhe aufgezählten gehören, seit der Waffenruhe insgesamt verbessert. "Allerdings kommen weiterhin nicht ausreichend humanitäre Güter in den Gazastreifen - die benötigten 600 Lkw pro Tag werden bei Weitem nicht erreicht."

Vertriebene Palästinenser versammeln sich westlich von Gaza-Stadt, um kostenloses Wasser zu holen.
Vertriebene Palästinenser versammeln sich westlich von Gaza-Stadt, um kostenloses Wasser zu holen.  © Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa

10. Januar, 4 Uhr: Proteste im Iran: Führung in Teheran will nicht zurückweichen

Die Führung in Teheran will trotz der Protestwelle im Iran nicht zurückweichen: Die islamische Republik werde nicht vor "Saboteuren" kapitulieren, sagte das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei am Freitag.

Außenminister Abbas Araghtschi warf den USA und Israel eine direkte Einflussnahme auf die seit Tagen wachsende Protestbewegung vor.

In der Hauptstadt Teheran strömten in der Nacht zu Freitag zahlreiche Menschen auf den weitläufigen Ajatollah-Kaschani-Boulevard, wie auf von der Nachrichtenagentur AFP verifizierten Aufnahmen in Onlinenetzwerken zu sehen war. Sie skandierten Slogans wie "Tod dem Diktator".

Auf anderen Bildern war eine protestierende Menschenmenge in der westiranischen Großstadt Abadan zu sehen.

9. Januar, 17.25 Uhr: Syrische Armee kündigt weitere Angriffe in Aleppo an

In der nordsyrischen Großstadt Aleppo ist trotz der Verkündung einer Waffenruhe kein Ende der Gewalt in Sicht.

Die syrische Armee kündigte am Freitag weitere Angriffe im Viertel Scheich Maksud an, nachdem die kurdischen Kämpfer den Abzug aus den umkämpften Stadtteilen verweigert hatten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sicherte Syrien unterdessen bei einem Treffen mit dem islamistischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Damaskus Unterstützung beim Wiederaufbau zu.

9. Januar, 13.15 Uhr: Zahlreiche Angriffe auf Palästinenser und ihr Eigentum

Bei einem weiteren Zwischenfall in einem anderen Dorf seien mehrere palästinensische Fahrzeuge in Brand gesetzt und das Eigentum palästinensischer Einwohner beschädigt worden.

Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 haben Angriffe israelischer Siedler im Westjordanland zugenommen.

Allein im vergangenen Jahr kam es nach UN-Angaben zu fast 1700 Übergriffen in 270 Orten sowie Angriffen auf landwirtschaftliche Flächen palästinensischer Bauern etwa während der Olivenernte.

8. Januar, 16.06 Uhr: Wieder gewaltsame Vorfälle in Gaza

Im Gazastreifen haben Extremisten trotz geltender Waffenruhe israelischen Armeeangaben zufolge ein Geschoss Richtung Israel gefeuert.

Dieses habe jedoch sein Ziel verfehlt, teilte Israels Militär mit. Medizinische Kreise meldeten unterdes, dass ein elf Jahre altes Mädchen durch israelisches Armeefeuer im Norden des Palästinensergebiets ums Leben gekommen sei. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie habe keine Kenntnis über Opfer in der Gegend.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete zudem drei Tote und mehrere Verletzte bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Zelt im Süden des Gazastreifens. Demnach sollen dort Vertriebene untergebracht gewesen sein. Unter den Todesopfern waren laut Wafa auch Minderjährige. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Israels Armee teilte mit, sie gehe dem Bericht nach.

8. Januar, 8.13 Uhr: Israel verurteilt syrische "Angriffe gegen kurdische Minderheit" in Aleppo

Israel hat am Donnerstag die syrische Regierung wegen ihrer Angriffe auf die kurdische Gemeinschaft in Aleppo verurteilt.

Diese Reaktion geschah nur wenige Tage nach einer Vereinbarung beider Seiten, einen gemeinsamen Mechanismus zur Entspannung der bilateralen Beziehungen einzurichten.

"Die Angriffe der syrischen Regierungstruppen gegen die kurdische Minderheit in der Stadt Aleppo sind schwerwiegend und gefährlich ... Die systematische und mörderische Unterdrückung der verschiedenen Minderheiten in Syrien widerspricht den Versprechungen eines "neuen Syrien'", schrieb Außenminister Gideon Saar (59) auf X.

Israels Außenminister Gideon Saar (59) schickt mahnende Worte an Syriens Regierung.
Israels Außenminister Gideon Saar (59) schickt mahnende Worte an Syriens Regierung.  © Katharina Kausche/dpa

7. Januar, 15.39 Uhr: Suche nach Leiche letzter israelischer Geisel wieder aufgenommen

Mitglieder der Hamas und Mitarbeiter des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz suchen wieder nach den sterblichen Überresten der letzten im Gazastreifen verbliebenen israelischen Geisel.

Das bestätigten Quellen der islamistischen Hamas. Die Suche in einem Vorort der Stadt Gaza gestaltet sich den Angaben zufolge allerdings schwierig, weil das Gebiet im Krieg zwischen Israel und der Hamas stark zerstört wurde. Auch fehle es an notwendigem technischem Gerät, hieß es.

Die Suche nach der Leiche des damals 24 Jahre alten Grenzpolizisten Ran Gvili, der am 7. Oktober 2023 beim Terrorangriff der Hamas getötet worden war, war fast einen Monat lang ausgesetzt gewesen. Die israelische Regierung hatte betont, nicht in die nächste im US-Friedensplan für Gaza vereinbarte Phase überzugehen, ehe die Leiche des Polizisten nicht zurück in Israel ist.

Titelfoto: Uncredited/UGC via AP/dpa

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