Nahost-Konflikt: Iran droht wegen US-Seeblockade mit Bruch der Waffenruhe

Israel/Iran - US-Präsident Donald Trump sieht den Krieg im Iran kurz vor dem Ende. "Ich glaube, er ist fast vorbei", sagte er dem US-Fernsehsender Fox News.

US-Präsident Donald Trump spricht davon, dass der Krieg bald vorbei sein könnte - und deutet mögliche Entwicklungen an.  © Alex Brandon/AP/dpa

Er ergänzte: "Ich meine, ich sehe es so, dass er fast vorbei ist." Auszüge aus dem Interview wurden bereits im Vorfeld von Fox-Moderatorin Maria Bartiromo auf der Plattform X verbreitet.

Sollten die USA sich nun zurückziehen, würde der Iran 20 Jahre brauchen, um das Land wiederaufzubauen, sagte Trump.

"Und wir sind noch nicht fertig. Wir werden sehen, was passiert", sagte er. Er glaube, der Iran wolle unbedingt einen Deal eingehen, betonte der US-Präsident.

Israel Krieg Mehr als 40 Schiffe betroffen: Reeder von Merz-Absage zu Hormus-Einsatz enttäuscht

Zuvor hatte Trump vage Andeutungen über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde in dem Konflikt gemacht, für den derzeit eine zweiwöchige Waffenruhe gilt. In Pakistan "könnte in den nächsten zwei Tagen etwas passieren", sagte er der "New York Post" am Telefon, ohne weitere Details zu nennen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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15. April, 18.39 Uhr: Israels Generalstabschef ordnet Tötung aller Hisbollah-Kämpfer im Südlibanon an

Die im Süden des Libanon stationierten israelischen Soldaten haben den Befehl zur Tötung jedes Hisbollah-Kämpfers im Gebiet südlich des Litani-Flusses erhalten.

"Ich habe angeordnet, dass das ganze Gebiet im Südlibanon bis zur Litani-Linie zu einer Tötungszone für Hisbollah-Terroristen wird", sagte der israelische Generalstabschef Ejal Samir am Mittwoch bei einem Truppenbesuch in dem Gebiet.

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15. April, 18.06 Uhr: Kein Schiff passiert laut USA Sperre – Handel mit Iran gestoppt

Im Konflikt mit dem Iran hat das US-Militär nach eigenen Angaben seine Sperre für die Schifffahrt erfolgreich umgesetzt. Während der ersten 48 Stunden der US-Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, sei keines der Schiffe an US-Streitkräften vorbeigekommen, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.

Zusätzlich hätten neun Schiffe der Aufforderung von US-Streitkräften entsprochen, umzukehren und zu einem iranischen Hafen oder einer Küstenzone zurückzukehren.

Centcom-Kommandeur Admiral Brad Cooper hatte in einem weiteren X-Beitrag erklärt, die US-Streitkräfte hätten ihre Überlegenheit auf dem Meer im Nahen Osten behauptet und den Handel in den Iran und aus dem Iran über das Meer vollständig zum Erliegen gebracht. Rund 90 Prozent der Wirtschaft der Islamischen Republik seien vom Seehandel abhängig.

15. April, 17.56 Uhr: Mindestens drei Rettungskräfte bei israelischen Angriffen im Libanon getötet

Bei mehreren israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens drei Rettungskräfte getötet worden.

Israel habe "dreimal hintereinander Rettungsteams angegriffen", teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Ein vierter Rettungshelfer werde nach den Angriffen in der Ortschaft Maifadun vermisst. Zudem seien sechs Menschen verletzt worden.

Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff auf das Dorf Qlaileh auf, fotografiert von der südlichen Hafenstadt Tyrus aus.  © Hussein Malla/AP/dpa

15. April, 15.49 Uhr: Starmer will Trumps Drohungen wegen Iran-Krieg nicht nachgeben

Der britische Premierminister Keir Starmer (63) will sein Land trotz neuer Drohungen von US-Präsident Donald Trump (79) nicht in den Iran-Krieg hineinziehen lassen.

"Ich werde meine Meinung nicht ändern. Ich werde nicht nachgeben", sagte Starmer am Mittwoch vor dem Parlament in London. Trump hatte zuvor wegen aus seiner Sicht mangelnder britischer Unterstützung für den Krieg der USA gegen den Iran das Handelsabkommen zwischen beiden Ländern in Frage gestellt.

"Wir werden uns nicht in diesen Krieg hineinziehen lassen. Das ist nicht unser Krieg", sagte Starmer. Auf ihn sei "starker Druck ausgeübt" worden. Dem werde er sich nicht beugen.

Der britische Premierminister Keir Starmer (63) will sich von Trump nicht unter Druck setzen lassen.  © Simon Dawson/No 10 Downing Street/dpa

15. April, 15.45 Uhr: Merz reist am Freitag zu Gesprächen über mögliche Hormus-Mission nach Paris

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) reist am Freitag zu Beratungen über einen möglichen internationalen Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus nach Paris.

Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Regierungskreisen in Berlin. Zu den Gesprächen haben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) und der britische Premier Keir Starmer (63) eingeladen.

Macron wirbt bereits seit Anfang März für einen internationalen Einsatz an der Straße von Hormus nach dem Ende der Kampfhandlungen in der Region. Die Gespräche in Paris sollen am Freitagnachmittag beginnen. Macron und Starmer wollen sie gemeinsam von Paris aus leiten, die meisten Teilnehmer sollten per Videokonferenz zugeschaltet werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) reist am Freitag nach Paris.  © Kay Nietfeld/dpa

15. April, 15.08 Uhr: Iran beharrt auf Recht auf Urananreicherung - Ausmaß jedoch "verhandelbar"

Der Iran beharrt darauf, dass er das "unanfechtbare" Recht auf Urananreicherung habe. Das Recht auf eine zivile Nutzung der Atomenergie dürfe nicht "unter Druck oder durch Krieg entzogen werden", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai am Mittwoch vor Journalisten in Teheran. "Wir insistieren darauf, dass der Iran die Anreicherung entsprechend seinem Bedarf fortsetzen können sollte".

Zugleich betonte Baghai jedoch, "das Ausmaß und die Art der Anreicherung" seien "verhandelbar".

15. April, 13.08 Uhr: Iran droht wegen Seeblockade mit Angriffen

Irans Militärführung hat angesichts der US-Seeblockade mit einer Wiederaufnahme von Angriffen gedroht.

Sollte die Blockade die Sicherheit von iranischen Handelsschiffen und Öltankern bedrohen, werde sie einen Bruch der Waffenruhe einleiten, hieß es in einer Mitteilung der Militärführung, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe.  © Altaf Qadri/AP/dpa

15. April, 13.06 Uhr: Israel und Hisbollah greifen sich weiter gegenseitig an

Kurz nach den ersten direkten Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon seit Jahrzehnten gehen die Angriffe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz weiter.

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete Tote bei israelischen Luftangriffen in der Nacht und am frühen Morgen im Süden des Landes.

Das israelische Militär teilte derweil am Morgen mit, dass auch die "gezielten Bodeneinsätze" im Süden des Nachbarlandes andauerten. Ziel sei es, die Bevölkerung im Norden Israels zu schützen. Israelische Bodentruppen und Israels Luftwaffe hätten in den vergangenen Tagen im Libanon Mitglieder sowie militärische Infrastruktur der Hisbollah ins Visier genommen.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah reklamierte ihrerseits mehrere Angriffe auf den Norden Israels für sich. Dort heulten am Morgen wieder mehrfach die Warnsirenen. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie habe am Morgen rund 30 Geschosse aus dem Nachbarland registriert. Ein Mann wurde nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom bei dem Beschuss leicht verletzt.

15. April, 9.21 Uhr: Bombenanschlag in Teheran

In der iranischen Hauptstadt Teheran ist Berichten zufolge erstmals seit Kriegsbeginn ein Bombenanschlag verübt worden.

Bei zwei Explosionen im Stadtzentrum seien drei Menschen verletzt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Es handelte sich demnach um improvisierte Sprengsätze. Häuser in der Umgebung seien beschädigt worden.

Die Lage sei unter Kontrolle, sagte ein lokaler Kommandeur der Revolutionsgarden in einer Videoansprache, die das Onlineportal "Rouydad24" verbreitete. Für den Anschlag machte er "Vaterlandsverräter" verantwortlich.

In Teheran ereignet sich Berichten zufolge erstmals seit Kriegsbeginn ein Anschlag. (Symbolfoto)  © Vahid Salemi/AP/dpa

15. April, 6.17 Uhr: Zehn Länder fordern Ende der Kampfhandlungen im Libanon

In einer gemeinsamen Mitteilung haben Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten "ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon" gefordert.

Die Länder seien "zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon", heißt es in der von Kanada verbreiteten Stellungnahme. Vor allem Zivilisten und zivile Infrastruktur müssten vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten geschützt werden.

Die Länder begrüßten die jüngst zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Aber auch im Libanon müssten nun die Waffen schweigen.

Die zehn Länder mahnten in ihrer Stellungnahme zu dem Konflikt auch eine "Achtung des humanitären Völkerrechts" an, um die Menschenwürde zu wahren, Schäden für die Zivilbevölkerung gering zu halten und humanitäre Hilfe zuzulassen.

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