Nahost-Konflikt: Israel geht wohl "bald" wieder gegen den Iran vor

Israel/Iran - Die Uhr für Donald Trump tickt: Bald läuft die Frist aus, in der der US-Präsident auf eigene Faust den Einsatz des US-Militärs gegen den Iran befehligen darf.

Der US-Präsident Donald Trump (79).  © Alex Brandon/AP/dpa

Danach bräuchte er die Einwilligung des Kongresses – zumindest in der Theorie.

Wann genau es so weit ist, ob mit Ablauf des 30. April oder des 1. Mai, ist wegen verschiedener möglicher Zählweisen nicht ganz klar.

Wie geht es danach weiter im Iran-Krieg, in dem zurzeit eine Waffenruhe gilt?

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30. April, 21.04 Uhr: Israel geht laut Verteidigungsminister womöglich "bald" wieder gegen den Iran vor

Israel wird nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz (70) womöglich in Kürze wieder gegen den Iran vorgehen, damit die Islamische Republik "nicht erneut eine Gefahr für Israel" werde.

US-Präsident Donald Trump (79) führe in Abstimmung mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) "die Bemühungen zum Erreichen der Kampfziele" an, sagte Katz am Donnerstag laut seinem Büro bei einer Militärzeremonie. Die israelische Regierung unterstütze diese Bemühungen, "aber es ist möglich, dass wir bald wieder handeln müssen, um sicherzustellen, dass diese Ziele erreicht werden", sagte Katz.

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Verteidigungsminister Israel Katz (70) droht dem Iran erneut.  © Thanassis Stavrakis/AP/dpa

30. April, 20.04 Uhr: Infantino versichert, dass Iran an WM in USA teilnehmen wird

FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) hat gleich zu Beginn seiner Rede beim Kongress des Fußball-Weltverbandes versichert, dass der Iran an der WM in diesem Sommer teilnehmen wird.

"Wir müssen vereinen, wir müssen die Menschen zusammenbringen. Fußball vereint die Welt", sagte der Schweizer in Vancouver. Er habe keinen Zweifel. "Der Iran wird an der WM 2026 teilnehmen. Und natürlich wird der Iran in den USA spielen", sagte Infantino.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) spricht während des 76. FIFA-Kongresses.  © Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

30. April, 19.59 Uhr: 60-Tage-Frist für Krieg gilt laut Hegseth nicht bei Waffenruhe

Die US-Regierung darf nach Ansicht von Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) den Krieg gegen den Iran noch Wochen ohne Zustimmung des Kongresses fortsetzen. "Wir befinden uns derzeit in einer Waffenruhe, was nach unserem Verständnis bedeutet, dass die 60-Tage-Frist (...) pausiert oder stoppt", sagte er vor einem Ausschuss des Senats.

Der demokratische Senator Tim Kaine hatte Hegseth damit konfrontiert, dass in den kommenden Tagen eine Frist abläuft, in der ein Präsident ohne Einwilligung des Parlaments Krieg führen darf. Auf die Frage, ob Donald Trump um eine Verlängerung von 30 Tagen bitten werde, ging Hegseth nicht ein.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) hat seine ganz eigenen rechtlichen Ansichten in Bezug auf den Krieg.  © Kevin Wolf/FR33460 AP/AP/dpa

30. April, 19.19 Uhr: Griechenland bestätigt Zwischenfall mit Gaza-Hilfsflotte

Nach dem umstrittenen Einsatz der israelischen Marine gegen eine Gaza-Hilfsflotte und Dutzende Aktivisten treiben nach Angaben der griechischen Küstenwache mehrere Boote in den Gewässern vor Kreta.

Die Bergung der 17 herrenlosen Boote werde in Kürze eingeleitet, hieß es aus Regierungskreisen in Athen.

30. April, 18.29 Uhr: Israel lässt palästinensischen Journalisten Ali Samoudi frei

Der wegen Terrorvorwürfen vor einem Jahr von Israel festgenommene, im Westjordanland bekannte palästinensische Journalist Ali Samoudi (59) ist wieder frei.

Das sagte der Reporter in einem Interview. Auch die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete über seine Entlassung aus der sogenannten israelischen Verwaltungshaft, bei der Palästinenser für sechs Monate und länger ohne Anklageerhebung aus Sicherheitsgründen festgehalten werden können.

30. April, 18.06 Uhr: Berlin und Rom erinnern Israel ans Völkerrecht

Deutschland und Italien haben Israel wegen des Vorgehens gegen einen internationalen Schiffsverband mit Hilfe für den Gazastreifen im Mittelmeer zur Achtung des Völkerrechts aufgefordert.

In einer gemeinsamen Erklärung beider Regierungen heißt es, man verfolge den Stopp der "Global Sumud"-Flottille in internationalen Gewässern vor der griechischen Küste mit "großer Sorge". "Wir fordern die uneingeschränkte Achtung des geltenden Völkerrechts und die Unterlassung unverantwortlicher Handlungen."

Zugleich verteidigten Berlin und Rom Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, "Gaza im Einklang mit dem Völkerrecht und den internationalen Standards humanitäre Hilfe zukommen zu lassen". Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) forderte darüber hinaus die sofortige Freilassung aller rechtswidrig festgehaltenen Italiener. An Bord sind sowohl Italiener als auch deutsche Staatsbürger.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) setzt sich für ihre Landsleute ein.  © Marco Iacobucci/IPA via ZUMA Press/dpa

30. April, 16.33 Uhr: Trump sucht im Iran-Krieg offenbar neuen Ansatz mit Partnern

Inmitten festgefahrener Gespräche zwischen Washington und Teheran versucht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump (79) Kreisen zufolge einen neuen Ansatz.

Ein neues Koordinierungsgremium solle die "Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und unseren Verbündeten in der Straße von Hormus erleichtern", teilte ein ranghoher Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit.

Konkret soll das "Maritime Freedom Construct" den Informationsaustausch unter den noch nicht genannten Alliierten ermöglichen und "diplomatische sowie wirtschaftliche Maßnahmen abzustimmen", um den Iran im Falle einer weiteren Blockade der Meerenge zu sanktionieren. Welche Länder genau teilnehmen sollen und ob etwa Deutschland angefragt wurde, war zunächst unklar. Das US-Militär solle unterdessen die Seeblockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, aufrechterhalten.

Neuer Ansatz oder neuer Ausweg - was sucht Trump?  © Matt Rourke/AP/dpa

30. April, 16.02 Uhr: Neun Tote nach israelischen Angriffen im Libanon

Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Behördenangaben neun Menschen getötet worden.

Bei den Angriffen auf verschiedene Orte im Süden des Landes nahe der Stadt Nabatija seien zudem 23 Menschen verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Unter den Getöteten seien auch zwei Minderjährige und mindestens vier Frauen gewesen. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie prüfe die Angaben.

30. April, 15.48 Uhr: Iranischer Parlamentspräsident: Zukunft "ohne US-Präsenz" in Straße von Hormus

Die Kontrolle seines Landes über die strategisch wichtige Straße von Hormus soll nach den Worten von Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) eine Zukunft ohne US-Präsenz in der Region gewährleisten.

Durch die iranische Kontrolle der Meerenge werde Teheran "für sich und seine Nachbarn sicherstellen", dass es eine "Zukunft ohne amerikanische Präsenz und Einmischung" gebe, erklärte Ghalibaf am Donnerstag im Onlinedienst X.

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) will die USA schnellstmöglich loswerden.  © Hamed Malekpour/Islamic Consultative Assembly News Agency/AP/dpa

30. April, 14.46 Uhr: Iran droht bei neuen Angriffen mit Vergeltung

Der Iran droht angesichts von US-Überlegungen für neue Militärschläge mit Vergeltung. In einer seiner seltenen Äußerungen ließ der oberste Führer Modschtaba Chamenei (56) erklären, der Iran werde seine Atom- und Raketenkapazitäten zu schützen wissen.

"Neunzig Millionen iranische Bürger im In- und Ausland betrachten alle Atom- und Raketenfähigkeiten als nationales Gut und werden sie wie ihre See-, Land- und Luftgrenzen verteidigen", hieß es in einer Rede, die im staatlichen Fernsehen in Teheran verlesen wurde.

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