Nahost-Konflikt: Iran droht mit Gegenangriff auf Israel und US-Basen

Nahost - Israels Armee bereitet sich ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe im Gazastreifen Medienberichten zufolge auf eine mögliche neue Offensive gegen die islamistische Terrororganisation Hamas vor.

Menschen protestieren in Teheran gegen das iranische Regime.  © Uncredited/UGC/AP/dpa

Die Armee habe Pläne für einen möglichen Einsatz im März in der Stadt Gaza im Norden des Küstenstreifens ausgearbeitet, meldete die "Times of Israel" unter Berufung auf einen israelischen Beamten und einen arabischen Diplomaten.

Laut der "Times of Israel" sieht der Plan vor, die sogenannte "gelbe Linie", die die Rückzugsposition der israelischen Armee im Rahmen der Waffenruhe markiert, weiter westlich Richtung Küste zu verschieben und so die Kontrolle der Armee über das Gebiet auszuweiten.

Eine erneute Militäroffensive Israels gegen die Hamas könne jedoch nicht ohne Unterstützung der USA durchgeführt werden, wurde ein arabischer Diplomat zitiert. Die USA versuchten weiter, die seit dem 10. Oktober geltende Waffenruhe in die zweite Phase zu überführen, die unter anderem die Entwaffnung der Hamas vorsieht.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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11. Januar, 15.14 Uhr: Israels Armee - Würden auf iranischen Angriff mit Macht reagieren

Nach Irans Drohung, im Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der Protestbewegung auch mit Gegenschlägen auf Israel zu reagieren, sieht sich die dortige Armee vorbereitet.

"Wir werden bei Bedarf in der Lage sein, mit Macht zu reagieren", teilte das israelische Militär mit.

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11. Januar, 11.11 Uhr: Trump sichert Demonstranten im Iran Hilfe zu - Teheran warnt

Der Iran droht dem Erzfeind Israel und den USA für den Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der landesweiten Protestbewegung gegen die autoritäre Staatsführung mit Gegenschlägen.

Jede Attacke der USA werde zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als "legitime Ziele" führen, zitierte der arabische Sender Alaraby auf X Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf. US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor den Teilnehmern der andauernden Massenproteste gegen die Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert.

Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf kündigt Gegenangriffe auf Israel und US-Basen an. (Archivbild)  © Shadati/XinHua/dpa

11. Januar, 7.07 Uhr: Hamas wieder am Erstarken

Dem "Wall Street Journal" zufolge bereitet sich auch die Hamas auf erneute Kämpfe vor.

Sie sei zwar bereit, ihre verbleibenden Bestände an schweren Waffen abzugeben, wolle jedoch ihre Handfeuerwaffen nicht niederlegen, zitierte die US-Zeitung arabische Beamte. Laut arabischen und israelischen Beamten verfügt die Hamas über frisches Geld, um ihre Kämpfer zu bezahlen und neue zu rekrutieren. Auch habe sie getötete Kommandeure ersetzt und mit dem Wiederaufbau einiger ihrer beschädigten unterirdischen Tunnel begonnen.

11. Januar, 7.03 Uhr: Israel bereiten sich auf neue Kämpfe gegen die Hamas vor

Israels Armee bereitet sich ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe im Gazastreifen Medienberichten zufolge auf eine mögliche neue Offensive gegen die islamistische Terrororganisation Hamas vor.

Die Armee habe Pläne für einen möglichen Einsatz im März in der Stadt Gaza im Norden des Küstenstreifens ausgearbeitet, meldete die "Times of Israel" unter Berufung auf einen israelischen Beamten und einen arabischen Diplomaten.

Die USA und Israel geben der islamistischen Hamas im Gazastreifen Berichten zufolge noch Zeit für ihre Entwaffnung. Doch danach sieht es weiterhin nicht aus. Brechen bald neue Kämpfe aus? (Archivbild)  © Abed Rahim Khatib/dpa

10. Januar, 19.20 Uhr: Dutzende Tote nach Demonstrationen im Iran

Trotz des verschärften Vorgehens der Behörden dauern die Demonstrationen im Iran an. Bei den seit knapp zwei Wochen anhaltenden Massenprotesten in der Islamischen Republik sollen laut Aktivisten mindestens 65 Menschen getötet worden sein.

Mehr als 2300 weitere Menschen seien festgenommen worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Trotz einer nahezu vollständigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 180 Städten gegeben.

Zuvor hatte die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo gemeldet, dass bei Protesten bisher 51 Demonstrierende getötet worden seien. Allerdings fehlten dabei noch Zahlen aus mehreren Großstädten vom Donnerstag und aus der Nacht zum Samstag.

Hunderte weitere Menschen sollen bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften verletzt worden sein.
Die Angaben lassen sich zurzeit nicht unabhängig überprüfen.

Bei den seit knapp zwei Wochen anhaltenden Massenprotesten in der Islamischen Republik sollen laut Aktivisten mindestens 65 Menschen getötet worden sein.  © Uncredited/UGC via AP/dpa

10. Januar, 19.17 Uhr: Iranische Führung blockiert weiter Zugang zum Internet

Die iranische Führung blockiert das Internet wegen der landesweiten Massenproteste den dritten Tag in Folge.

Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete auf der Plattform X, dass die Internetsperre inzwischen länger als 48 Stunden andauere.

Während die Machthaber weiterhin ihre Version der Ereignisse online verbreiteten, würden die Stimmen von 90 Millionen Menschen durch die Blockade zum Schweigen gebracht, hieß es weiter.

Netblocks erklärte zudem, dass die Sperre die Möglichkeiten der Iraner stark einschränke, sich über die Sicherheit ihrer Freunde und Angehörigen zu informieren.

10. Januar, 15.12 Uhr: Syrische Armee verkündet Abschluss von Militäraktion in Aleppo

Nach tagelangen Kämpfen mit kurdischen Truppen in der syrischen Stadt Aleppo hat die syrische Armee nach eigenen Angaben die gesamte Stadt wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten jedoch auch am Samstagnachmittag weiterhin Schüsse im umkämpften Stadtteil Scheich Maksud. Kurdische Kämpfer dementierten die Angaben der Armee.

Truppen der syrischen Übergangsregierung und kurdische Kämpfer lieferten sich seit Dienstag Gefechte in Aleppo. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation, bei der mehr als 20 Menschen getötet wurden. Nach Angaben von Gouverneur Assam al-Gharib flohen bis Samstag rund 155.000 Bewohner der betroffenen Viertel Scheich Maksud und Aschrafijeh in andere Stadtteile oder aufs Land.

Bewohner des Stadtteils Sheikh Maqsud in Aleppo werden nach Zusammenstößen mit kurdischen Streitkräften von Angehörigen der syrischen Armee aus der Gefahrenzone gebracht.  © OMAR HAJ KADOUR / AFP

10. Januar, 7.16 Uhr: Im Winter verschlimmert sich die Lage in Gaza

Die bereits prekäre Lage der Menschen im Gazastreifen hat sich nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Winter nochmals verschlimmert.

"Die Wintermonate gepaart mit der schlechten Versorgungslage sind gerade für Kinder, Verletzte und ältere Menschen verheerend", sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe der "Rheinischen Post".

Gröhe sprach von einer dramatischen Unterversorgung. "Es fehlt weiterhin an allem, ausreichend Lebensmitteln, medizinischen Gütern und Arzneimitteln, Strom und Wasser", so der frühere Bundesgesundheitsminister.

Zwar habe sich die Versorgung mit humanitären Gütern, zu denen die von Gröhe aufgezählten gehören, seit der Waffenruhe insgesamt verbessert. "Allerdings kommen weiterhin nicht ausreichend humanitäre Güter in den Gazastreifen - die benötigten 600 Lkw pro Tag werden bei Weitem nicht erreicht."

Vertriebene Palästinenser versammeln sich westlich von Gaza-Stadt, um kostenloses Wasser zu holen.  © Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa

10. Januar, 4 Uhr: Proteste im Iran: Führung in Teheran will nicht zurückweichen

Die Führung in Teheran will trotz der Protestwelle im Iran nicht zurückweichen: Die islamische Republik werde nicht vor "Saboteuren" kapitulieren, sagte das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei am Freitag.

Außenminister Abbas Araghtschi warf den USA und Israel eine direkte Einflussnahme auf die seit Tagen wachsende Protestbewegung vor.

In der Hauptstadt Teheran strömten in der Nacht zu Freitag zahlreiche Menschen auf den weitläufigen Ajatollah-Kaschani-Boulevard, wie auf von der Nachrichtenagentur AFP verifizierten Aufnahmen in Onlinenetzwerken zu sehen war. Sie skandierten Slogans wie "Tod dem Diktator".

Auf anderen Bildern war eine protestierende Menschenmenge in der westiranischen Großstadt Abadan zu sehen.

9. Januar, 17.25 Uhr: Syrische Armee kündigt weitere Angriffe in Aleppo an

In der nordsyrischen Großstadt Aleppo ist trotz der Verkündung einer Waffenruhe kein Ende der Gewalt in Sicht.

Die syrische Armee kündigte am Freitag weitere Angriffe im Viertel Scheich Maksud an, nachdem die kurdischen Kämpfer den Abzug aus den umkämpften Stadtteilen verweigert hatten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sicherte Syrien unterdessen bei einem Treffen mit dem islamistischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Damaskus Unterstützung beim Wiederaufbau zu.

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