Nahost-Konflikt: Umsetzung von Gaza-Friedensplan geht in nächste Phase

Nahost - Nach den schweren Unruhen und landesweiten Aufständen im Iran kehrt in den Metropolen allmählich Normalität zurück.

US‑Präsident Donald Trump hat die iranische Führung davor gewarnt, festgenommene Demonstranten hinzurichten.
US‑Präsident Donald Trump hat die iranische Führung davor gewarnt, festgenommene Demonstranten hinzurichten.  © Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa

Zwar seien in der Stadt an vielen wichtigen Orten noch Polizisten und Sicherheitskräfte stationiert, jedoch nicht mehr in einem Ausmaß wie am vergangenen Wochenende, berichteten Einwohner der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran. "Vielleicht gibt es die Tage aber wieder Proteste", sagte ein Mann.

Auch Analysten, die das Protestgeschehen seit ihrem Beginn Ende Dezember dokumentieren, verzeichneten einen deutlichen Rückgang.

Am Dienstag wurden einer Analyse des amerikanischen Critical Threats Project (CTP) zufolge nur noch sieben Proteste in sechs Provinzen registriert. Das CTP wird von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War (ISW) und American Enterprise Institute betrieben.

Berlin setzt Zeichen gegen Hamas am Brandenburger Tor
Israel Krieg Berlin setzt Zeichen gegen Hamas am Brandenburger Tor

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

14. Januar, 18.38 Uhr: Umsetzung von Gaza-Friedensplan geht in nächste Phase

Die Umsetzung des Gaza-Friedensplans geht nach Angaben der USA in die zweite Phase.

Darin gehe es um die Entwaffnung der Hamas, die Einsetzung einer technokratischen Übergangsregierung und den Beginn des Wiederaufbaus des Gazastreifens, teilte der US-Sondergesandte Steve Witkoff (68) auf der Plattform X mit.

Die USA erwarteten von der islamistischen Hamas, dass sie ihren Verpflichtungen vollständig nachkomme, einschließlich der sofortigen Rückgabe der letzten toten Geisel. Falls sie dem nicht nachkomme, werde das schwerwiegende Konsequenzen haben, warnte Witkoff.

Der US-Sondergesandte Steve Witkof (68) teilte die zweite Phase der Umsetzung des Gaza-Friedensplans mit. (Archivbild)
Der US-Sondergesandte Steve Witkof (68) teilte die zweite Phase der Umsetzung des Gaza-Friedensplans mit. (Archivbild)  © Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

14. Januar, 17.13 Uhr: Hamas-Gespräche über zweite Phase im Friedensplan für Gaza

Vertreter der islamistischen Hamas haben in Kairo erneut über die Zukunft des Gazastreifens beraten.

Ziel des Treffens seien Vorbereitungen zur zweiten Phase des Friedensplans für den Gazastreifen gewesen, teilten die Teilnehmer dem staatsnahen ägyptischen Fernsehsender Al-Kahira News zufolge nach dem Treffen mit. Darunter ist die Schaffung eines Gremiums aus palästinensischen Technokraten, die das Gebiet vorübergehend verwalten sollen.

14. Januar, 16.16 Uhr: US-Präsident droht Teheran zum wiederholten Mal

US-Präsident Donald Trump (79) hat die Staatsführung der Islamischen Republik Iran vor der Hinrichtung von Teilnehmern der jüngsten Massenproteste gewarnt.

"Wir werden sehr hart reagieren", sagte der Republikaner dem TV-Sender CBS News in Detroit. Näher führte Trump seine Drohung nicht aus. Die iranische Justiz hatte zuvor die ersten Protestteilnehmer vor Gericht gestellt. "Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln", sagte Trump.

14. Januar, 16.11 Uhr: Irans Sicherheitsapparat geht systematisch gegen Proteste vor

Irans Sicherheitsapparat geht systematisch gegen die Massenproteste vor, die der Staat als ausländische Intervention bezeichnet.

Außenminister Abbas Araghtschi (63) verteidigte in einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen das Vorgehen der Staatsmacht. Ursprünglich friedliche Proteste seien durch "ausgebildete terroristische Elemente" in Gewalt umschlugen, sagte er.

In einer Provinz meldete der Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden die Festnahme mehrerer "Hauptverantwortlicher" der Unruhen. Laut Menschenrechtlern droht bereits die erste Hinrichtung eines Demonstranten.

14. Januar, 16.10 Uhr: Nach Protesten im Iran kehrt Normalität zurück

Nach den schweren Unruhen und landesweiten Aufständen im Iran herrscht in den Metropolen eine angespannte Ruhe.

Zwar seien in der Stadt an vielen wichtigen Orten noch Polizisten und Sicherheitskräfte stationiert, jedoch nicht mehr in einem Ausmaß wie am vergangenen Wochenende, berichteten Einwohner der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran. "Vielleicht gibt es die Tage aber wieder Proteste", sagte ein Mann.

Die Proteste im Iran nehmen ab, doch die Lage bleibt angespannt.
Die Proteste im Iran nehmen ab, doch die Lage bleibt angespannt.  © -/ZUMA Press Wire/dpa

13. Januar, 22.30 Uhr: Trump sagt Demonstranten Hilfe zu

US-Präsident Donald Trump hat angesichts der staatlichen Gewalt gegen Demonstranten im Iran bis auf weiteres alle Gespräche mit der Führung in Teheran ausgesetzt.

"Iranische Patrioten, protestiert weiter! Übernehmt eure Institutionen!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er habe alle Treffen mit iranischen Regierungsvertretern abgesagt, bis das "sinnlose Tötung von Demonstranten aufhöre". "Sie werden einen hohen Preis zahlen", schrieb Trump und kündigte an, dass Hilfe unterwegs sei. Was genau er damit meinte, war zunächst unklar.

13. Januar, 20.55 Uhr: Mehr als 2500 Tote bei Protesten im Iran

Im Iran sind seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember Aktivisten zufolge mindestens 2500 Menschen ums Leben gekommen.

Das berichtete die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen und wies darauf hin, ihr Verifikationsteam sei täglich damit beschäftigt, Todesfälle im Kontext der Massenproteste zu dokumentieren.

Am Dienstag hatte Iran Human Rights (IHRNGO), die ebenfalls in Norwegen registriert sind, die Zahl der getöteten Demonstranten auf mindestens 734 beziffert. Die Organisation warnte aber auch davor, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher, gar bei Tausenden, liegen könnte.

"Aufgrund der vollständigen Abschaltung des Internets seit Donnerstagabend und der massiven Einschränkungen des Informationszugangs ist eine unabhängige Überprüfung dieser Zahlen derzeit äußerst schwierig", hieß es in dem Bericht.

Iraner bei einem Protest gegen die Regierung in Teheran.
Iraner bei einem Protest gegen die Regierung in Teheran.  © Uncredited/UGC/AP/dpa

13. Januar, 16.37 Uhr: Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein

Angesichts des äußerst harten Vorgehens von Regierungskräften gegen Demonstranten im Iran hat das Auswärtige Amt den Botschafter des Landes einbestellt.

Die Brutalität des Regimes sei schockierend, teilte das Ministerium auf der Plattform X zur Begründung mit.

Das Auswärtige Amt will mit Irans Botschafter über das brutale Vorgehen der Regierung seines Landes sprechen. (Archivbild)
Das Auswärtige Amt will mit Irans Botschafter über das brutale Vorgehen der Regierung seines Landes sprechen. (Archivbild)  © Christophe Gateau/dpa

13. Januar, 15.32 Uhr: Von der Leyen will "schnell" neue Sanktionen gegen den Iran auf den Weg bringen

Die EU-Kommission arbeitet nach Angaben ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen daran, schon bald neue Sanktionen gegen den Iran auf den Weg zu bringen.

In "enger Zusammenarbeit" mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas würden "schnell weitere Sanktionen gegen die Verantwortlichen" für die Repressionen im Iran vorgeschlagen, erklärte von der Leyen am Dienstag im Onlinedienst X. Die steigende Zahl an Opfern infolge der Gewalt gegen Demonstrierende im Iran sei "entsetzlich", fügte sie hinzu.

13. Januar, 12 Uhr: Merz rechnet mit politischem Umbruch im Iran

Bundeskanzler Friedrich Merz rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem politischen Umbruch.

"Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen", sagte er bei seiner Indien-Reise. US-Präsident Donald Trump will unterdessen den Druck auf die Führung in Teheran erhöhen.

Titelfoto: Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

Mehr zum Thema Israel Krieg: