Nahost-Konflikt: Netanjahu droht Iran im Angriffsfall mit harter Reaktion

Nahost - Israel ist wegen der Besetzung eines wichtigen internationalen Aufsichtsgremiums für den Gazastreifen durch das Weiße Haus verärgert.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) äußerte sich gegenüber dem "Gaza Executive Board" kritisch.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) äußerte sich gegenüber dem "Gaza Executive Board" kritisch.  © Michael Kappeler/dpa

"Die Ankündigung bezüglich der Zusammensetzung des sogenannten "Gaza Executive Board", der dem "Friedensrat" unterstellt ist, sei "nicht mit Israel abgestimmt und widerspricht dessen Politik", heißt es in einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme des Büros von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (76).

Dieser habe Außenminister Gideon Saar (59) angewiesen, sich in dieser Angelegenheit mit seinem US-Kollegen Marco Rubio (54) in Verbindung zu setzen.

Netanjahu stößt sich offensichtlich daran, dass dem Gremium der türkische Außenminister Hakan Fidan (57) und der ranghohe katarische Diplomat Ali Thawadi angehören.

Nahost-Konflikt: Israels Präsident Herzog freut sich über Entscheidung zum ESC
Israel Krieg Nahost-Konflikt: Israels Präsident Herzog freut sich über Entscheidung zum ESC

Die Türkei und Katar hatten Israels Krieg im Gazastreifen gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas scharf kritisiert.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

19. Januar, 22.10 Uhr: Netanjahu droht Iran im Angriffsfall mit harter Reaktion

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dem Iran im Fall eines Angriffs auf den jüdischen Staat mit einem harten Gegenschlag gedroht.

"Wenn der Iran einen Fehler macht und uns angreift, werden wir mit einer Härte reagieren, wie der Iran sie bis jetzt nicht gekannt hat", warnte der 76-jährige Regierungschef bei einer Ansprache im israelischen Parlament in Jerusalem.

"Wir verfolgen die Ereignisse im Iran mit großer Wachsamkeit", sagte Netanjahu. "Wir alle sind tief beeindruckt vom heroischen Kampf der Bürger Irans für Freiheit, Wohlstand und Gerechtigkeit." Aktivisten zufolge sollen bei den Massenprotesten im Iran rund 4000 Menschen getötet worden sein. Laut Informationen der britischen Zeitung "The Sunday Times" liegt die tatsächliche Zahl deutlich höher. Dem Blatt zufolge sollen zwischen 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein.

"Man sieht die Gräueltaten, die sie angeordnet haben, gegen die Bürger ihres eigenen Landes, und das zeugt vom Wesen dieses grausamen Regimes", sagte Netanjahu über die Führung in Teheran. "Niemand kann vorhersagen, was im Iran geschehen wird, aber egal, was passiert – der Iran wird nicht zu dem zurückkehren, was er einmal war."

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat dem Iran im Fall eines Angriffs auf den jüdischen Staat mit einem harten Gegenschlag gedroht.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat dem Iran im Fall eines Angriffs auf den jüdischen Staat mit einem harten Gegenschlag gedroht.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

19. Januar, 20.48 Uhr: Frankreich zögert bei US-Einladung zum Gaza-"Friedensrat"

Auch Frankreich hat nach Angaben aus dem Élysée-Palast eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.

"Wie viele andere Länder wurde auch Frankreich eingeladen, dem "Friedensrat" beizutreten, und prüft derzeit gemeinsam mit seinen Partnern den vorgeschlagenen Rechtsrahmen", hieß es aus dem Umfeld von Präsident Emmanuel Macron. "Zum jetzigen Zeitpunkt beabsichtigt Frankreich jedoch nicht, auf das Angebot einzugehen."

Die Satzung des geplanten Rats gehe über den Rahmen des Gazastreifens hinaus und werfe wichtige Fragen, insbesondere hinsichtlich der Achtung der Grundsätze und der Struktur der Vereinten Nationen auf, die unter keinen Umständen infrage gestellt werden dürften, hieß es weiter.

"Frankreich setzt sich weiterhin uneingeschränkt für einen Waffenstillstand in Gaza und eine glaubwürdige politische Perspektive für Palästinenser und Israelis ein. Es wird auch weiterhin einen wirksamen Multilateralismus verteidigen", verlautete aus Macrons Umfeld.

Auch Frankreich hat nach Angaben aus dem Élysée-Palast eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.
Auch Frankreich hat nach Angaben aus dem Élysée-Palast eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.  © Michael Kappeler/dpa

19. Januar, 16.39 Uhr: Irans Regierung verspricht Lockerung von Internet-Blockade

Irans Regierung hat eine Lockerung der Internet-Blockade in Aussicht gestellt.

Bis zum Ende der persischen Woche am Freitag soll die Lage "normalisiert" werden, hieß es in einer Regierungserklärung unter Berufung auf Vizepräsident Hussein Afschin. Die Entscheidung sei auch getroffen worden, weil Unternehmen der Digitalwirtschaft Verluste erlitten hätten.

Seit dem 8. Januar ist die Bevölkerung im Iran vom Internet weitgehend abgeschnitten. Die Sperre wurde mit dem Beginn der Massenproteste verhängt, die vom Sicherheitsapparat brutal niedergeschlagen wurden. Seither gelangen Aufnahmen und Berichte nur spärlich nach außen.

19. Januar, 13.21 Uhr: Erneute Gefechte in Syrien trotz Waffenstillstand

Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) warfen den mit der Regierung in Damaskus verbündeten Fraktionen vor, ihre Stellungen in Ain Issa, Al-Schaddadi und in al-Rakka angegriffen zu haben.

Aus Kreisen der syrischen Armee hieß es dagegen, die Streitkräfte seien selbst erneut von den SDF angegriffen worden. Demnach ist es zu einem Angriff im Bereich des Tischrin-Staudamms gekommen. Dabei seien drei Soldaten getötet worden. Weitere sollen verletzt worden sein.

Die Armee hatte zuvor angekündigt, mit der Stationierung von Truppen in der betroffenen Region zu beginnen. Sie machte die SDF laut Armee-Quellen für den tödlichen Angriff auf ihre Soldaten verantwortlich.

Auch Soldatinnen der kurdisch geführten und von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind am Konflikt beteiligt.
Auch Soldatinnen der kurdisch geführten und von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind am Konflikt beteiligt.  © Baderkhan Ahmad/AP/dpa

19. Januar, 12.13 Uhr: Putin erhält Einladung in Gaza-"Friedensrat"

Der russische Präsident Wladimir Putin (73) hat nach Kremlangaben über diplomatische Kanäle eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.

"Derzeit prüfen wir alle Details dieses Angebots, zudem hoffen wir auf Kontakte mit der amerikanischen Seite, um alle Nuancen zu klären", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Russland unterhält Kontakte sowohl zu Israel als auch zur Palästinenser-Führung und zur Terrororganisation Hamas.

Wird Russlands Präsident Wladimir Putin (73) die Einladung annehmen?
Wird Russlands Präsident Wladimir Putin (73) die Einladung annehmen?  © Sergey Bobylev/Kremlin/dpa

19. Januar, 11.25 Uhr: Aktivisten verifizieren fast 4000 Tote bei Iran-Protesten

Bei den Massenprotesten im Iran sind Aktivisten zufolge fast 4000 Menschen ums Leben gekommen.

Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA verifizierte bislang 3919 Tote, wie aus einem Bericht der Aktivisten hervorgeht. Weitere knapp 9000 Todesfälle würden noch untersucht. Neben 3685 getöteten Demonstranten kamen demnach auch 178 Sicherheitskräfte ums Leben.

Das Internet im Iran bleibt unterdessen den elften Tag in Folge gesperrt. Nur langsam dringen weitere Aufnahmen und Videos nach außen, die das volle Ausmaß der brutalen Niederschlagung der Massenproteste vom 8. und 9. Januar zeigen.

Die Zahl der Protest-Toten im Iran steigt weiter an.
Die Zahl der Protest-Toten im Iran steigt weiter an.  © Paul Zinken/dpa

18. Januar, 20.26 Uhr: Syrischer Präsident verschiebt Deutschlandbesuch

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Deutschlandbesuch verschoben.

Das bestätigte ein Sprecher der Bundesregierung der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei die innenpolitische Situation in Syrien.

Al-Scharaa sollte eigentlich am Dienstag Bundeskanzler Friedrich Merz, mehrere Bundesminister und Wirtschaftsvertreter treffen. Zu den Hauptthemen sollten die Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat und der Wiederaufbau des arabischen Landes nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg zählen.

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa (43) hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Deutschlandbesuch verschoben.
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa (43) hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Deutschlandbesuch verschoben.  © Mosa'ab Elshamy/AP/dpa

18. Januar, 17 Uhr: Irans Präsident - Bei Angriff auf Chamenei umfassender Krieg

Irans Präsident Massud Peseschkian hat die USA vor den drastischen Folgen eines Angriffs auf den obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, gewarnt. "Jede Aggression gegen den obersten Führer unseres Landes ist gleichbedeutend mit einem umfassenden Krieg gegen die iranische Nation", schrieb Peseschkian auf X.

Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump für einen Regierungswechsel im Iran ausgesprochen. "Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Politico". Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt.

18. Januar, 13.10 Uhr: Bis zu 18.000 Tote nach Protesten im Iran

Bei den Massenprotesten im Iran sollen nach Informationen der Zeitung "The Sunday Times" 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein.

Mitarbeiter in acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land hätten die Zahlen zusammengestellt. Demnach sollen weitere 330.000 bis 360.000 Menschen verletzt worden sein.

Mindestens 700 bis 1000 Menschen hätten ein Auge verloren. Allein in der Noor-Klinik, einem Augenkrankenhaus in Teheran, seien 7000 Augenverletzungen dokumentiert worden.

Das in den USA ansässige Aktivistennetzwerk Hrana berichtete auf X, 3308 Todesfälle seien bestätigt. Weitere 4382 würden geprüft. Mindestens 24.266 Menschen seien festgenommen worden.

Das iranische Regime weiß sich - außer mit Gewalt - nicht anders gegen die Protestierenden zu helfen.
Das iranische Regime weiß sich - außer mit Gewalt - nicht anders gegen die Protestierenden zu helfen.  © Mukhtar Khan/AP/dpa

18. Januar, 11.30 Uhr: Rascher Vormarsch von Regierungstruppen in Syrien

Syrische Regierungstruppen haben im Zuge eines schnellen Vorstoßes Gebiete im Norden und Osten des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Regierungstruppen hätten die nördliche Stadt Tabka sowie den Euphrat-Staudamm eingenommen. Darüber hinaus hätten die Regierungstruppen mehrere Dörfer in der ostsyrischen Provinz Deir al-Sur eingenommen.

Die SDF hätten sich zudem aus den großen Ölfeldern al-Omar und al-Tanak zurückgezogen, die daraufhin von Regierungstruppen übernommen wurden.

Syrische Regierungssoldaten rücken auch auf Motorrädern, bewaffnet mit Maschinengewehren, in Gebiete im Norden und Osten des Landes vor.
Syrische Regierungssoldaten rücken auch auf Motorrädern, bewaffnet mit Maschinengewehren, in Gebiete im Norden und Osten des Landes vor.  © Ghaith Alsayed/AP/dpa

18. Januar, 8.10 Uhr: Syrische Behörden melden Sprengung von zwei Euphrat-Brücken

Im Norden Syriens haben kurdische Kämpfer offiziellen Angaben zufolge zwei wichtige Brücken über den Fluss Euphrat zerstört.

Die mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) "sprengten die neue 'Alraschid'-Brücke in der Stadt Raka", meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Auch eine weitere Euphrat-Brücke sei gesprengt worden.

Im Konflikt zwischen syrischen Regierungskräften und kurdischen Kämpfern hatte die syrische Armee zuletzt weite Gebiete erobert, in denen die Kurden bislang de facto Autonomie genossen. In Raka übernahm die Armee Behördenangaben zufolge am Sonntagmorgen die Kontrolle über die Stadt Tabka mitsamt dem größten Staudamm des Landes.

Der Konflikt zwischen syrischen Regierungskräften und kurdischen Kämpfern schwelt. Am Samstag schossen syrische Kräfte mit Raketen auf kurdische Stellungen.
Der Konflikt zwischen syrischen Regierungskräften und kurdischen Kämpfern schwelt. Am Samstag schossen syrische Kräfte mit Raketen auf kurdische Stellungen.  © OMAR HAJ KADOUR / AFP

18. Januar, 7.25 Uhr: US-Beamter äußert sich zu Netanjahu: "Das ist unsere Show, nicht seine Show"

Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) zeigte sich gegenüber dem "Gaza Executive Board" ziemlich kritisch - der Grund dafür seien der türkische Außenminister Hakan Fidan (57) und der ranghohe katarische Diplomat Ali Thawadi.

Auf seine Einwände angesprochen, sagte ein ranghoher US-Beamter der US-Nachrichtenseite "Axios": "Das ist unsere Show, nicht seine Show. Wir haben in den vergangenen Monaten in Gaza Dinge erreicht, die niemand für möglich gehalten hätte, und wir werden weitermachen."

Netanjahu sei nicht zur personellen Besetzung des Exekutivgremiums konsultiert worden, weil er in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht habe. "Er soll sich auf den Iran konzentrieren und uns Gaza überlassen. Wir werden uns nicht mit ihm streiten."

Der "Friedensrat" ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza, die ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas vorsieht, was diese ablehnt.

Donald Trump (79) setzt auf den Friedensplan für Gaza.
Donald Trump (79) setzt auf den Friedensplan für Gaza.  © Andrew CABALLERO-REYNOLDS / AFP

17. Januar, 22.09 Uhr: Gaza-"Friedensrat" - Einladungen an mehrere Staatschefs

Mehrere Staats- und Regierungschefs sind nach eigenen Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) eingeladen worden, am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen mitzuwirken.

Einladungen erhielten demnach etwa der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und Argentiniens Präsident Javier Milei.

Titelfoto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa

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