Nahost-Konflikt: Zwölf Menschen bei israelischen Angriffen im Libanon getötet

Israel/Iran - Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) zeigt sich für ein Ende des Iran-Kriegs verhandlungsbereit, insofern die USA Bedingungen erfüllen.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) ist nach eigenen Angaben offen für eine Fortsetzung des diplomatischen Prozesses - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.  © Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

Sein Land sei bereit, den diplomatischen Prozess fortzusetzen, falls sich "die übertriebenen Forderungen, die bedrohliche Rhetorik und die provokativen Handlungen der amerikanischen Seite" änderten, zitierte der regierungstreue iranische Fernsehsender Press TV den 63-Jährigen. 

Am Freitag war bekannt geworden, dass der Iran nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen neuen Vorschlag an die Vermittler in Pakistan übergeben hat. US-Präsident Donald Trump (79) zeigte sich jedoch unzufrieden damit.

Über Inhalte der neuen Initiative wurde zunächst nichts offiziell bekannt. Trump hatte ebenfalls am Freitag die Kampfhandlungen im Iran in einem Brief an den US-Kongress für beendet erklärt. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte. 

Israel Krieg Mehr als 40 Schiffe betroffen: Reeder von Merz-Absage zu Hormus-Einsatz enttäuscht

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

2. Mai, 10.08 Uhr: Billigflieger stellt Betrieb ein

Der US-Billigflieger Spirit kämpfte seit Jahren mit Turbulenzen. Der Preisanstieg beim Kerosin wegen des Iran-Kriegs trieb die Airline nun in die Pleite.

Trotz Rettungsversuchen der Regierung von Präsident Donald Trump (79) wird der Betrieb eingestellt, teilte die Fluggesellschaft mit. Alle Verbindungen seien gestrichen und der Kundenservice nicht länger verfügbar.

Seit August vergangenen Jahres war Spirit im zweiten Insolvenzverfahren binnen kurzer Zeit. Ursprünglich wollte die Airline es im Sommer mit niedrigeren Schulden verlassen. Doch dann wurden diese Pläne durch die als Folge des Iran-Krieges stark gestiegenen Kerosinpreise torpediert. Laut Medienberichten saßen an US-Flughäfen noch hunderte Passagiere fest, deren Flüge in der Nacht zum Samstag gehen sollten. Andere Airlines kündigten an, den Menschen unter die Arme greifen zu wollen.

Anzeige
Die Airline "Spirit" hat den Flugbetrieb eingestellt. (Archivbild)  © Matt Rourke/AP/dpa

2. Mai, 9.54 Uhr: Regierung laut Umfrage ohne klare Vorstellung zum Iran-Krieg

Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben den Eindruck, dass der Bundesregierung eine klare Vorstellung fehlt, wie sich die Bundesrepublik im Iran-Krieg verhalten soll.

In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Zeitschrift "Internationale Politik" antworteten 68 Prozent der Befragten auf eine entsprechende Frage mit Nein. Nur eine Minderheit von 28 Prozent hat den gegenteiligen Eindruck.

2. Mai, 9.45 Uhr: Zwölf Menschen bei israelischen Angriffen im Libanon getötet

Trotz Waffenruhe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz dauern die gegenseitigen Angriffe an.

Das libanesische Gesundheitsministerium teilte laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA mit, bei israelischen Angriffen auf Orte im Südlibanon seien zwölf Menschen ums Leben gekommen und 25 weitere verletzt worden. Eines der Opfer sei ein Kind. Die israelische Armee äußerte sich zu den Vorfällen zunächst nicht. 

Israels Armee teilte auf der Plattform Telegram mit, sie habe mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen und eine Rakete abgefangen, die ihre Soldaten im Südlibanon bedroht hätten. Mehrere Abfangraketen seien gestartet worden. Laut Medienberichten wurden im Südlibanon und in Nordisrael vier israelische Soldaten leicht verletzt. 

Im Südlibanon sind laut Gesundheitsministerium zwölf Menschen getötet worden. (Archivbild)  © Gil Cohen-Magen/dpa

1. Mai, 22.02 Uhr: Trump erklärt Kämpfe im Iran für beendet

US-Präsident Donald Trump hat die Kampfhandlungen im Iran in einem Brief an den US-Kongress für beendet erklärt.

Seit Beginn der Waffenruhe am 7. April habe es keine Gefechte zwischen dem Iran und den USA gegeben, heißt es in einem von Trump unterzeichneten Brief des Weißen Hauses, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Die am 28. Februar 2026 begonnenen Feindseligkeiten sind beendet."

In dem Schreiben, das an den Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, adressiert ist, heißt es weiter: "Trotz des Erfolgs der Operationen der Vereinigten Staaten gegen das iranische Regime und der anhaltenden Bemühungen um einen dauerhaften Frieden bleibt die Bedrohung, die der Iran für die Vereinigten Staaten und unsere Streitkräfte darstellt, erheblich."

Entsprechend passe das Verteidigungsministerium seine Truppenpräsenz in der Region weiter an, sofern das nötig sei. Relevant sind Trumps Aussagen auch deshalb, weil zum Wochenende theoretisch das Zeitfenster ausläuft, in dem er den Krieg noch führen darf.

1. Mai, 21.09 Uhr: Trump wird sich Kongresserlaubnis für Iran-Krieg nicht einholen

Ungeachtet der Gesetzeslage wird US-Präsident Donald Trump sich die Fortsetzung des Iran-Kriegs nicht vom Parlament genehmigen lassen.

"Nie zuvor" sei eine solche Genehmigung beantragt worden, sagte er vor Journalisten in Washington. "Warum sollten wir da eine Ausnahme bilden?" Trump betonte, dass er zugleich im Austausch mit dem Kongress stehe.

Zum Wochenende läuft theoretisch das Zeitfenster aus, in dem Trump den Krieg führen darf. Dem Gesetz War Powers Resolution von 1973 zufolge darf der Oberbefehlshaber der USA maximal 60 Tage lang die Offensive befehligen. Nach dieser Frist müsste sich Trump die Zustimmung des Kongresses einholen.

Tut er dies nicht, wäre er gezwungen, die US-Truppen schrittweise abzuziehen. Auch frühere Präsidenten wie Bill Clinton und Barack Obama hatten Schlupflöcher genutzt und das Parlament umgangen.

1. Mai, 19.13 Uhr: Trump mit Vorschlägen des Irans nicht zufrieden

In den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs ist US-Präsident Donald Trump mit den bisherigen Vorschlägen aus Teheran nicht zufrieden.

Angesprochen auf einen neuen iranischen Vorschlag sagte Trump vor Journalisten, der Iran wolle einen Deal machen, aber "ich bin nicht zufrieden damit".

In den vergangenen Wochen waren die Gespräche zwischen Washington und Teheran ins Stocken geraten. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte.

US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber Journalisten, mit den neuen Vorschlägen des Irans zur Beendigung des Krieges nicht zufrieden zu sein.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

1. Mai, 15.45 Uhr: Neue Vorschläge zur Beendigung des Kriegs

Nach stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat Teheran nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen neuen Vorschlag an die Vermittler in Pakistan übergeben. Die Agentur bezog sich dabei auf eigene Berichte.

Irans staatlicher Fernsehsender Irib vermeldete, Außenminister Abbas Araghtschi habe in mehreren Telefonaten seine Amtskollegen in der Region über "neue Initiativen im Zusammenhang mit der Beendigung des Krieges" informiert.

Unter den verständigten Amtskollegen seien Minister der Türkei, Ägyptens, Katars, Saudi-Arabiens, des Iraks und Aserbaidschans. Zuvor hatte Araghtschi nach iranischen Angaben am Morgen auch mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas telefoniert. Eine Bestätigung aus Pakistan zur Übergabe des neuen Vorschlags lag zunächst nicht vor. Auch über Inhalte der neuen Initiative wurde nichts bekannt.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi legte dem Vermittler Pakistan neue Vorschläge zur Beendigung des Kriegs vor.  © -/Pakistan Ministry of Foreign Affairs/dpa

1. Mai, 15.43 Uhr: Wieder Gewalt im israelisch-libanesischen Grenzgebiet

Trotz Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah dauert die Gewalt an.

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete seit dem Morgen mehrere Angriffe Israels auf Orte im Südlibanon. Zu möglichen Opfern wurde zunächst nichts bekannt.

Israels Armee meldete unterdessen Beschuss der Hisbollah aus dem Libanon. Eine mit Sprengstoff beladene Drohne sei in Nordisrael in der Nähe der Grenze zum Nachbarland gestürzt. Lokalen Medienberichten zufolge wurden dabei am Nachmittag zwei Menschen leicht verletzt. Ihr Fahrzeug sei getroffen worden.

Israels Militär sagte außerdem, dass eine Drohne aus dem Libanon am Vormittag in Israel abgefangen worden sei. Im Norden des Landes wurde wegen des Angriffs Luftalarm ausgelöst. Zudem seien weitere "verdächtige Flugobjekte" abgefangen worden, ehe sie nach Israel gedrungen seien, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Armee weiter.

Die Hisbollah habe zudem erneut im Südlibanon stationierte israelische Soldaten unter anderem mit Drohnen angegriffen. Die vom Iran unterstützte Schiitenorganisation reklamierte mehrere Angriffe für sich.

1. Mai, 15.39 Uhr: Kongress muss Iran-Offensive laut Weißem Haus nicht zustimmen

Kurz vor Auslaufen einer wichtigen Frist für die Legitimierung des US-Militäreinsatzes gegen den Iran legt das Weiße Haus Kreisen zufolge die Offensive neu aus.

"Im Sinne der War Powers Resolution sind die am Samstag, dem 28. Februar, begonnenen Kampfhandlungen beendet", teilte ein hochrangiger Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Damit wäre das Weiße Haus nach eigener Darstellung nicht an eine gesetzliche 60-Tage-Frist gebunden, in der die USA ohne Zustimmung des Kongresses Krieg führen darf – und Präsident Donald Trump müsste sich danach nicht die Einwilligung des Parlaments einholen.

Aus dem Weißen Haus verlautete weiter, dass Washington und Teheran sich am 7. April auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt haben und diese verlängert worden sei. "Seit Dienstag, dem 7. April, gab es keinen Schusswechsel mehr zwischen den US-Streitkräften und dem Iran", hieß es weiter.

Die neue Darstellung der US-Regierung kommt kurz vor dem Verstreichen der Frist, in der Trump ohne Zustimmung des US-Parlaments Krieg führen darf. Denn mit Ablauf eines 60-Tage-Zeitfensters bedarf es der förmlichen Zustimmung des Kongresses.

Kurz vor Auslaufen der Frist zur Legitimierung des US-Militäreinsatzes gegen den Iran legt das Weiße Haus die Offensive neu aus.  © Rahmat Gul/FR172204 AP/dpa

1. Mai, 15.37 Uhr: Iran-Krieg löst weltweiten Domino-Effekt bei humanitärer Hilfe aus

Der Iran-Krieg bringt nach Angaben einer UN-Sprecherin zunehmend humanitäre Hilfseinsätze in anderen Regionen unter Druck.

Die unsichere Lage rund um die Meerenge von Hormus habe Treibstoff- und Frachtkosten erhöht und führe zu Transportverzögerungen, erklärte Carlotta Wolf vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

"Jeder zusätzliche Dollar an Transportkosten bedeutet, dass wir einen Dollar weniger für Geflüchtete haben, oder dass wir weniger Menschen helfen können", sagte Wolf.

Kriegsbedingt seien die Frachtraten für Hilfsgüter aus den wichtigsten asiatischen Herkunftsländern um fast 18 Prozent gestiegen. Lieferungen aus dem UNHCR-Versorgungslager in Dubai in das Bürgerkriegsland Sudan seien nun sogar doppelt so teuer.

Mehr zum Thema Israel Krieg: