"No-MerzMafia-Monday": Neue Generation ruft zu Boykott von "Müller" und Co. auf

Berlin - Ende Februar hat die "Neue Generation" für eine Sperrung der A100 in Berlin gesorgt, jetzt protestieren die Umweltaktivisten in der Hauptstadt erneut gegen die "MerzMafia".

Henning Jeschke (26, r.) und seine Mitstreiter haben sich unter Polizeiaufsicht am Bahnhof Friedrichstraße postiert.  © Neue Generation

Vier Demonstranten haben sich am Montagmorgen auf die Friedrichstraße gestellt, darunter auch Henning Jeschke (26), einer der Gründer der Vorgängergruppe "Letzte Generation", um auf den Start einer bundesweiten Petition aufmerksam zu machen.

Der 26-Jährige war im Februar 2023 in einem aufsehenerregenden Prozess aufgefallen, als er sich im Gerichtssaal mit seiner Hand an einem Tisch festgeklebt hatte.

Jeschke und drei seiner Mitstreiter hielten Plakate mit der Aufschrift "Wir rasen in den Faschismus - #MerzMafia" hoch. Damit wollen die Aktivisten "auf die Verflechtungen von wirtschaftlicher Macht und politischem Einfluss aufmerksam" machen, wie es in einer Erklärung heißt, die TAG24 vorliegt.

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Konkret geht es dabei um die sogenannte Stiftung Familienunternehmen, eine seit 2002 bestehende Lobbyorganisation von rund 600 großen Unternehmen.

Eine Greenpeace-Recherche vom September 2025 legt nahe, dass der Schwerpunkt der meisten Firmen dabei auf Branchen mit einer besonders hohen Klimabelastung liege.

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Neue Generation macht gegen Stiftung Familienunternehmen mobil

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, r.) und Ulrich Stoll, Vorsitzender der Stiftung Familienunternehmen, bei einem Treffen im Juli 2022.  © Britta Pedersen/dpa

Genau an diesem Punkt setzt die Neue Generation mit ihrem Protest an. Demnach orientiere sich die Politik zunehmend an den Interessen einer kleinen, wohlhabenden Elite, die die Gruppe als "MerzMafia" bezeichnet.

"Milliardär*innen haben zu viel Einfluss auf Entscheidungsträger*innen", behauptet Aktivistin Lina Eichler (24). Das Gemeinwohl stehe nicht mehr im Mittelpunkt der Politik, "eine Entwicklung, die dazu führt, dass immer mehr Menschen sich abgehängt fühlen und den Faschisten in die Arme laufen".

Parallel zu der Petition rufen die Aktivisten zu einem Boykott auf: An jedem der folgenden Montage sollen demzufolge gezielt Erzeugnisse von Großkonzernen gemieden werden. "Zum Auftakt werden Produkte der Unternehmensgruppe Theo Müller boykottiert", heißt es in dem Statement. Dazu gehört unter anderem die beliebte "Müllermilch".

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"Es geht nicht um individuelle Konsumentscheidungen, sondern um kollektiven politischen Druck", stellt Jeschke klar. Die betroffenen Unternehmen seien im Vorfeld kontaktiert und in einem offenen Brief dazu aufgefordert worden, sich von der Stiftung Familienunternehmen zu distanzieren.

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