Das mysteriöse Verschwinden von Elisa Lam: Netflix startet Doku über Horror-Hotel

Los Angeles (USA) - Niemand weiß, was in den letzten Stunden vor ihrem Tod geschah - oder etwa doch? Der bizarre Fall der Kanadierin Elisa Lam (†21) sorgt bis heute für zahlreiche Spekulationen und Verschwörungsmythen. Nun hat sich auch der Streaming-Gigant Netflix dem Thema gewidmet.

Von der Studentin aus Vancouver gibt es nur wenige Fotos. Auf den Bildern wirkt sie meistens glücklich und lebensfroh.
Von der Studentin aus Vancouver gibt es nur wenige Fotos. Auf den Bildern wirkt sie meistens glücklich und lebensfroh.  © LAPD

"Gibt es hier ein Zimmer, in dem noch niemand gestorben ist?" Diese Frage hat die Managerin des Cecil-Hotels in Downtown Los Angeles schon öfters gehört.

Das im Jahr 1927 errichtete Gebäude hat keine gute Reputation vorzuweisen, denn es war mehrfach Schauplatz von Morden und Gewaltverbrechen.

Als besonders mysteriös gilt der Fall der 21 Jahre alten Studentin Elisa Lam. Die junge Kanadierin und Tochter asiatischer Einwanderer reiste 2013 an der Westküste der USA entlang, um sich vom universitären Alltag zu erholen.

Ihre Reise führte sie auch ins Hotel Cecil, das von vielen Touristen aufgrund der günstigen Preise - und ungeachtet der früheren Vorfälle - gern in Anspruch genommen wird.

Elisa hatte laut Bericht der Sun mit ihren Eltern vereinbart, sich jeden Tag telefonisch zu melden. Am 31. Januar kam jedoch kein Lebenszeichen mehr von ihr.

Die Polizei suchte das gesamte Gebiet rund um das Horror-Hotel ab, doch die junge Frau war spurlos verschwunden. Zeugen berichteten, Elisa hätte sich am Tag zuvor merkwürdig verhalten. Diese Einschätzung bestätigen auch die verstörenden Aufnahmen der Fahrstuhl-Kamera, die wenige Tage später von den Beamten veröffentlicht wurden.

Das rätselhafte Fahrstuhl-Video, auf dem Elisa zum letzten Mal lebend zu sehen ist, steht bis heute im Zentrum des gruseligen Falls. Auf YouTube wurde es zu einem viralen Internetphänomen.

Fahrstuhl-Kamera filmt Elisa Lam: Unheimliches Video wirft etliche Fragen auf

Im Hotel Cecil in Los Angeles trugen sich im Laufe der Geschichte tragische Suizide, Vergewaltigungen und Mordverbrechen zu.
Im Hotel Cecil in Los Angeles trugen sich im Laufe der Geschichte tragische Suizide, Vergewaltigungen und Mordverbrechen zu.  © Screenshot YouTube / Netflix

Die Aufnahmen zeigen, wie Elisa mehrere Knöpfe im Aufzug drückt und seltsam mit ihren Händen gestikuliert.

Zwischenzeitlich wirkt es so, als würde sich die Studentin im Lift verstecken wollen - als hätte sie Angst, von jemandem verfolgt zu werden.

Ob sich noch weitere Personen in ihrer Nähe aufhalten, bleibt unklar, da die Kamera nur das Innere des Fahrstuhls und einen kleinen Teil des Hotel-Flurs abdeckt.

Wenige Tage nach dem mysteriösen Verschwinden der Kanadierin beginnen sich die Hotelgäste darüber zu beschweren, warum das Wasser aus den Leitungen so merkwürdig schmeckt. Ein Wartungsarbeiter überprüft daraufhin die Wassertanks auf dem Hoteldach. In einem der Tanks findet er die Leiche der jungen Frau.

Was oder wer Elisa in den Tod trieb, wird noch heute im Netz breit diskutiert.

Zahlreiche Theorien und Diskussionen ranken sich um das ungelöste Mysterium

Nach dem grausigen Fund inspizieren Wartungstechniker und Feuerwehrleute die Wasserbehälter auf dem Hoteldach. Drei Wochen zuvor wurde Elisa noch von der Fahrstuhl-Kamera des Cecil Hotels aufgenommen.
Nach dem grausigen Fund inspizieren Wartungstechniker und Feuerwehrleute die Wasserbehälter auf dem Hoteldach. Drei Wochen zuvor wurde Elisa noch von der Fahrstuhl-Kamera des Cecil Hotels aufgenommen.  © LAPD

Zu dem verstörenden Fall stellen sich mehrere Fragen: Wie konnte Elisa auf das Dach und in den 2,40 Meter hohen Wassertank gelangen? Warum verhielt sie sich kurz vor ihrem Verschwinden so merkwürdig?

Als gesicherte Erkenntnis gilt heute, dass Elisa unter einer bipolaren Störung und Depressionen litt. Infolgedessen nahm sie mehrere Medikamente, die laut BBC höchstwahrscheinlich zu extremen Wechselwirkungen führten.

Möglicherweise angetrieben durch Angststörungen und Verfolgungswahn gelangte die Studentin über eine Feuerleiter auf das Dach und über die angrenzende Struktur in den Wassertank, in dem sie ertrank.

Viele Beobachter des Falls zweifeln diese Theorie jedoch bis heute an. Sie fragen sich, warum das Fahrstuhl-Video geschnitten wurde und sich Elisas Eltern nach Bekanntwerden des Unglücks kaum zum Tod ihrer Tochter äußerten.

Wer sich das Video aufmerksam ansieht, kann tatsächlich mehrere Schnitte erkennen. Wollte die Polizei vielleicht potenzielle Zeugen schützen oder gar etwas vertuschen? Mindestens ein Zeuge soll zudem behauptet haben, Elisa in Begleitung von zwei Männern gesehen zu haben.

Netflix-Doku widmet sich der Geschichte des Horror-Hotels Cecil und dem Todesfall Elisa Lam

Mit einer mehrteiligen Dokumentation widmet sich nun auch der Streaming-Dienst Netflix dem Verschwinden der jungen Frau sowie der gruseligen Geschichte des Cecil-Hotels in Los Angeles, das inzwischen den Namen "Stay on Main" trägt und damit auf die zentrale Lage inmitten der kalifornischen Metropole hinweist.

"Crime Scene: The Vanishing at the Cecil Hotel" ist nicht das erste Engagement des Streaming-Riesen im Doku-Bereich. Fans fühlen sich schnell an die ähnlich anmutende Dokumentation über das Verschwinden von Maddie McCann erinnert.

Ob die Doku-Serie allerdings wesentliche brandneue Erkenntnisse beitragen kann, erscheint fragwürdig. Die Ermittlungen im mysteriösen Todesfall Elisa Lam aus dem Jahr 2013 sind längst abgeschlossen. Wer dennoch tiefer in die unheimliche und bizarre Materie eintauchen möchte, dem bietet sich nun eine passende Gelegenheit.

"Verschwunden: Tatort Cecil Hotel" ist ab sofort auf Netflix verfügbar.

Titelfoto: LAPD, Screenshot YouTube / Netflix

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