Grünen-Politiker bittet Scholz um visafreie Einreise für Erdbebenopfer

München/Berlin - In einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (64) und Außenministerin Annalena Baerbock (42) bittet der bayerische Grünen-Politiker Cemal Bozoglu (62) um visafreie Einreisemöglichkeiten für Erdbebenopfer.

Cemal Bozoglu (62, Grüne) appelliert an den Bundeskanzler, unbürokratische Hilfe für die Erdbebenopfer zu ermöglichen.
Cemal Bozoglu (62, Grüne) appelliert an den Bundeskanzler, unbürokratische Hilfe für die Erdbebenopfer zu ermöglichen.  © Linda Say/dpa

Es müssten "alle Möglichkeiten" ausgeschöpft werden, "damit diese verzweifelten Menschen auf möglichst unbürokratischem Wege zu ihren Familien nach Deutschland einreisen können, um hier temporär geschützt zu sein", schrieb der Landtagsabgeordnete am Mittwoch an den SPD-Kanzler und die Außenministerin der Grünen.

Es sei keine Zeit da, "um umfangreiche Visaprozesse abzuwarten".

Bei dem verheerenden Erdbeben im syrisch-türkischen Grenzgebiet ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben bereits auf mehr als 10.000 gestiegen.

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Wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (68) am Mittwoch sagte, liege die Zahl allein für die Türkei nun bei mehr als 8500. Aus Syrien wurden zuletzt 2270 Tote gemeldet.

"Es wird derzeit vermutet, dass bis zu 185.000 Menschen verschüttet sind oder waren. Das Leid ist besonders in der Türkei und in Syrien unermesslich groß" schrieb Bozoglu.

Verwandte in Deutschland: Grüne setzen auf unbürokratische Hilfe für Erdbebenopfer

Menschen sitzen vor einem eingestürzten Gebäude im türkischen Malatya.
Menschen sitzen vor einem eingestürzten Gebäude im türkischen Malatya.  © Emrah Gurel/AP/dpa

Viele Menschen, die das Erdbeben zwar überlebt hätten, stünden nun ohne Hab und Gut da und wüssten nicht wohin.

"Nun trifft sie die bittere Kälte des Winters in ihren Zelten oder Autos, wo sie die Nächte verbringen. Viele dieser Menschen haben allerdings Verwandte in Deutschland, welche sie als Gäste bei sich aufnehmen wollen."

Bereits am Dienstag hatte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (56, CSU) der Türkei und Syrien umfangreiche Hilfen angeboten. Konkret nannte er medizinische Hilfe, aber auch bayerische Unterstützung bei der Unterbringung und Suche der Opfer sowie der Trinkwasseraufbereitung.

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Aus dem Freistaat hatten sich zudem bereits Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht, um vor Ort die Menschen zu unterstützen.

Titelfoto: Bildmontage: Linda Say/dpa, Emrah Gurel/AP/dpa

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