Zehntausende Menschen müssen evakuiert werden: Waldbrände in Spanien und Frankreich wüten weiter

Von Michael Evers, Christoph Sator und Andrea Sosa Cabrios

Bordeaux/Madrid - Schwere Waldbrände halten Frankreich und Spanien weiter in Atem. Während bei Madrid und in einer anderen spanischen Region der Notstand ausgerufen wurde, mussten an der französischen Atlantikküste Zehntausende weitere Touristen vorsorglich ihre Urlaubsquartiere räumen. In beiden Ländern sprechen die Behörden von ungünstigen Wetterbedingungen, die die Löscharbeiten erschweren.

Zehntausende Menschen mussten bereits ihre Unterkünfte verlassen – ein Ende ist nicht abzusehen.  © Maximilien Lamy/AFP/dpa

Wegen der sich weiter unkontrolliert ausdehnenden Waldbrände an Frankreichs Atlantikküste wurden inzwischen insgesamt rund 67.000 Menschen evakuiert. An der auch bei deutschen Touristen beliebten Küste bei Bordeaux mussten weitere 24.000 Menschen zehn am Becken von Arcachon gelegene Orte verlassen, wie die Präfektin des Departements Gironde, Sophie Brocas, am Freitagnachmittag sagte.

Rund 20.000 Menschen waren zuvor bereits vor allem von Campingplätzen und aus Ferienanlagen evakuiert worden.

Von Cap Ferret aus wurden für die Evakuierung seit dem Morgen auch Schiffe eingesetzt. Das Feuer habe sich inzwischen auf 12.500 Hektar Fläche ausgedehnt. Das ist eine Fläche knapp so groß wie Paris.

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80 Gebäude wurden von den Flammen beschädigt und davon 53 zerstört, wie auch ein Campingplatz. Rund 1000 Feuerwehrleute kämpften gegen den Brand mit dem Ziel, Menschenleben und Gebäude zu retten.

Unterstützt wurden sie von neun Löschflugzeugen und zwei Löschhubschraubern. Bislang kam von der Bevölkerung niemand zu Schaden.

Die Lage zur Eindämmung und Bekämpfung der Brände blieb unterdessen schwierig. Es wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet. Wie die Präfektur des Départements Landes mit Blick auf den Brand in Biscarrosse am Morgen mitteilte, sei das Feuer noch nicht unter Kontrolle.

Es wehe Wind, die Lage bleibe weiter sehr unbeständig und ungünstig.

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Wegen eines weiteren Brandes an der Atlantikküste südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse wurden inzwischen 23.000 Menschen evakuiert.  © Manu Fernandez/AP/dpa
Wegen des Waldbrandes an der Atlantikküste werden Menschen inzwischen auch per Schiff evakuiert.  © Romain Perrocheau/AFP/dpa

Spanien ruft Notstand aus: Bislang mehr als 125.000 Hektar Land verbrannt

Wegen der schweren Waldbrände hat Spanien für die Umgebung der Hauptstadt Madrid und eine weitere Region den Notstand ausgerufen.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Unterstützung bei den Löscharbeiten erhält Frankreich auch über den Hilfsmechanismus der Europäischen Union. Wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) erklärte, kämen zur Unterstützung unter anderem zwei Löschflugzeuge aus Kroatien sowie Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei. 

Viele warten in Notunterkünften, bei Familienangehörigen oder Freunden darauf, dass sie zurückkönnen - ohne dass es dafür einen konkreten Termin gibt.

Befürchtet wird, dass noch mehr Menschen evakuiert werden müssen, weil die Feuer nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden können. Das Innenministerium warnte für Freitag vor "besonders ungünstigen" Wetterbedingungen: Starke Windböen könnten die Brände weiter anfachen.

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Insgesamt sind in Spanien dieses Jahr bereits mehr als 125.000 Hektar Land verbrannt.

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