Dresdner Nachwuchs-Nazis: Spott nach Reportage über "Elblandrevolte"

Dresden - Die rechtsextremistische Gruppierung "Elblandrevolte" machte es sich zur Aufgabe, etwa den Christopher Street Day Anfang Juni zu stören. Dabei war auch ein Kamerateam von Spiegel TV, das die Dresdner Nachwuchs-Nazis filmte. Nach Veröffentlichung der Reportage hat es Hohn und Spott gehagelt!

Lucas soll laut Reportage in der Dresdner Neonazi-Szene eine "feste Größe" sein.
Lucas soll laut Reportage in der Dresdner Neonazi-Szene eine "feste Größe" sein.  © TikTok/ch1no8ucas

Der Spiegel veröffentlichte kürzlich auf YouTube die Aufnahmen um die Ortsgruppe der "Jungen Nationalisten" - die eine Nachwuchs-Organisation der ehemaligen NPD (Heute: "Die Heimat") sein sollen. Dies deckt sich auch mit den Angaben des Kulturbüros Sachsen.

Bei der kleinen Gruppierung spielen demnach "sehr junge Menschen eine tragende Rolle". Laut Spiegel sind namentlich genannte Mitglieder etwa Lucas, Quentin oder Finley.

Personen der Gruppe seien wiederholt im Zusammenhang mit Demonstrationen im Milieu von Neonazis aufgetreten - nicht nur beim CSD.

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Quentin sei zudem Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Angriff auf den Europaabgeordneten Matthias Ecke (41, SPD).

In der Reportage konfrontieren Journalisten den jungen Mann mit der Tat. Der schwieg vor der Kamera, hatte den Angriff jedoch in Anwesenheit seiner Mutter bereits gegenüber der Polizei gestanden.

Am 1. Juni versuchten laut Polizei etwa 90 Personen, den CSD in Dresden zu stören. Darunter auch Mitglieder der "Elblandrevolte".
Am 1. Juni versuchten laut Polizei etwa 90 Personen, den CSD in Dresden zu stören. Darunter auch Mitglieder der "Elblandrevolte".  © Daniel Schäfer/dpa

"Elblandrevolte" als ernstzunehmende Gefahr

"Jeder ist ein Gangster, bis die Mutter auf die Wache kommt", kommentierte daraufhin ein Nutzer die Reportage. "Kann man sich als Dresdner nur für schämen", schrieb ein anderer.

Ein weiterer machte sich über den Vater eines zweiten Tatverdächtigen lustig, der plötzlich vor der Kamera stand, drohte und ins Englische wechselte: "Ich würde Ihnen raten zu verschwinden ... IMMEDIATELY."

Die Spiegel-TV-Reportage im Video

All dem Internet-Spott zum Trotz: Laut Kulturbüro Sachsen stellen Gruppen wie "Elblandrevolte" für Betroffene von Rassismus oder Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, eine ernstzunehmende Gefahr dar.

Titelfoto: Bildmontage: TikTok/ch1no8ucas//Daniel Schäfer/dpa

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