Länger arbeiten, später in Rente: Kommission legt Reformplan vor

Deutschland - Das Rentenalter soll steigen, die Rente mit 63 fällt weg. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission hat sich überraschend früh auf ein umfassendes Reformpaket zur Stabilisierung der gesetzlichen Altersvorsorge verständigt.

Der Reformplan verlängert das Berufsleben vieler Menschen. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren soll wegfallen. (Symbolfoto)  © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Kern der Vorschläge ist eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters ab 2032. Grundlage ist ein sogenanntes Zwei-zu-eins-Modell: Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr, sollen Beschäftigte acht Monate länger arbeiten und vier Monate länger Rente beziehen.

Nach aktuellen Prognosen würde das Rentenalter damit erst im Jahr 2071 auf 69 Jahre und erst 2091 auf 70 Jahre steigen.

Zugleich empfiehlt die Kommission die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, die als "Rente mit 63" bekannt ist. Die Sonderregelung belaste die Rentenkassen und verschärfe den Fachkräftemangel, argumentieren die Experten.

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Auch für Rentner könnten sich Veränderungen ergeben. Der bislang ausgesetzte Nachhaltigkeitsfaktor soll nach 2031 wieder eingeführt werden. Dadurch würden Rentenanpassungen stärker an die Zahl der Beitragszahler gekoppelt, was künftig zu geringeren Rentensteigerungen führen könnte.

Neben der gesetzlichen Rente setzt die Kommission auf eine stärkere Kapitaldeckung. Nach schwedischem Vorbild sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusätzlich zwei Prozent des Einkommens in staatlich organisierte Fonds einzahlen, um individuelle Rücklagen für das Alter aufzubauen.

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Rentenkommission will weniger Beamte

Die Kommission will den Kreis der Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich ausweiten - Beamte sollen aber explizit nicht integriert werden. (Symbolfoto)  © Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Darüber hinaus schlagen die Experten auch Reformen im Beamtenbereich vor. Künftig soll eine Verbeamtung nur noch für hoheitliche Aufgaben möglich sein. Zudem sollen Bund und Länder verpflichtet werden, ausreichende Rücklagen für spätere Pensionen zu bilden.

Unverändert bleiben dagegen bereits beschlossene Maßnahmen wie die Mütterrente III sowie die Haltelinie beim Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031. Die Kommission verzichtet bewusst darauf, bestehende Gesetze infrage zu stellen.

Das 30 Punkte umfassende Konzept wird von allen 13 Mitgliedern getragen und soll als geschlossenes Gesamtwerk umgesetzt werden.

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Die Empfehlungen werden am Dienstag an Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (58, SPD) übergeben.

Ob und in welchem Umfang die Bundesregierung die Vorschläge umsetzt, bleibt jedoch offen.

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