Dresden - Lehrer im Raum Dresden kochen vor Wut! Trotz Minusgraden streikten 700 von ihnen am Freitag auf dem Postplatz für mehr Geld und weniger Arbeitsstress. Ihr Ärger auf Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) ist groß, viele finden auch das Beamtentum ungerecht.
Unter anderem 300 Euro mehr Gehalt und eine bessere Eingruppierung fordern die streikenden Lehrer - die Tarifverhandlungen mit den Ländern waren bislang erfolglos.
Verdienen Lehrer - auch ohne Verbeamtung - nicht schon genug? Im Gespräch mit TAG24 wurde klar, dass es vielen um etwas anderes geht: allgemeine Unzufriedenheit.
"Die Klassen sind zu groß, wir müssen mit einer sehr diversen Schülerschaft umgehen und machen Überstunden", erklärte Grundschullehrerin Astrid Schumann (52) von der 39. Grundschule in Dresden.
Ihre Kollegin Felicitas Galinat (31) stimmte ein: "Es geht weniger um das Geld als um die Arbeitsbedingungen. Die Integration von migrantischen Kindern geht eigentlich komplett schief, weil wir Lehrer überlastet sind, und das muss sich ändern."
Pädagogen klagen über Lohnungerechtigkeit
Dominiert wurde das Bild von älteren Lehrern - teils kurz vor der Rente. Gegenüber TAG24 machte eine Gymnasiallehrerin ihrem Frust Luft: "Ich bin seit 1987 Lehrerin und wurde dann aus Altersgründen nicht verbeamtet. Generell finde ich das Beamtentum nicht zeitgemäß. Gleiches Geld für gleiche Arbeit!"
Eine andere erfahrene Lehrerin sagte: "Ich habe bei uns an der Schule mehrere junge Kollegen meiner Fachrichtung, die monatlich 1000 Euro mehr als ich verdienen, weil sie verbeamtet sind."
Zudem sei das im Mai 2025 beschlossene Maßnahmenpaket von Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) für ältere Semester besonders ungerecht. "Ich hätte eigentlich bald wegen meines Alters eine Wochenstunde weniger arbeiten müssen, jetzt nicht mehr."
Wütend war auch Grundschullehrerin und Gewerkschafts-Personalrätin Conny Ramm (58). Angestellte im öffentlichen Dienst hätten eine gute Bezahlung "mehr als verdient", betonte sie mehrfach in einer emotionalen Rede und meinte auf Nachfrage: "Wir Lehrer bezahlen auch viel aus eigener Tasche, zum Beispiel Laminierfolien für den Unterricht."
Nächster Streik in Dresden wohl am Donnerstag
Für nächste Woche hat der Sächsische Lehrerverband Warnstreiks in weiteren Städten angekündigt.
Am Donnerstag soll schon wieder in Dresden gestreikt werden, diesmal mitten im Regierungsviertel, bevor am 11. Februar die finale Verhandlungsrunde ansteht.
Ob mehr Geld die offenbar tief frustrierten sächsischen Lehrer wirklich glücklich machen kann, bleibt fraglich.