Warnstreiks an Unikliniken im Südwesten - Wo Patienten warten müssen
Von Tatjana Bojic
Ulm - Patientinnen und Patienten an der Universitätsklinik in Ulm sollten sich auf mögliche Einschränkungen einstellen. Wegen eines ganztägigen Warnstreiks kann es am Montag zu längeren Wartezeiten kommen.
Die Gewerkschaft ver.di rief die Klinikbeschäftigten in der laufenden Tarifrunde zu Arbeitsniederlegungen auf. Und: Ulm ist laut ver.di nur der Beginn der Warnstreiks in dieser Woche. Am Dienstag sind Kliniken in Freiburg, Heidelberg und Tübingen an der Reihe.
Die Gewerkschaft rechnet an beiden Tagen mit insgesamt rund 1500 Teilnehmenden.
Die Notfallversorgung und lebenswichtige Behandlungen sollen weiter gewährleistet bleiben. In Einzelfällen könne es aber zu Einschränkungen oder Verzögerungen kommen, sagte ein ver.di-Sprecher.
Die Uniklinik in Tübingen teilte mit: "Dringliche Behandlungen werden weiterhin durchgeführt, die Akut- und Notfallversorgung wird zu jeder Zeit gewährleistet." Es könne zu längeren Wartezeiten kommen.
Patientinnen und Patienten, deren Termine verschoben werden müssten, seien aktiv durch die jeweiligen Fachabteilungen informiert worden. Zu den zum Warnstreik aufgerufenen Beschäftigten zählen unter anderem der Pflege- und Funktionsdienst, der medizinisch-technische Dienst und Verwaltungsmitarbeitende.
Rund 26.000 Beschäftigte betroffen
Hintergrund des Warnstreiks ist der festgefahrene Tarifstreit für rund 26.000 Beschäftigte der vier Unikliniken. Ver.di fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat für die Beschäftigten.
Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten sollen monatlich 250 Euro mehr erhalten. Zudem verlangt die Gewerkschaft für Azubis einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.
Die nächste Verhandlungsrunde ist laut dem Arbeitgeberverband der Universitätsklinika (AGU) am 17. Juni. Ver.di werde dann ein konkretes Angebot unterbreitet, sagte Heinz Falszewski, Geschäftsführer des AGU.
Die wirtschaftliche Situation der Unikliniken in Baden-Württemberg sei schwierig. Hinzu kämen zu erwartende weitreichende Folgen der aktuellen Gesundheitsreform.
Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

