Gefahr für Badegäste? Beliebtes Reiseziel setzt Kopfgeld für giftigen Hasenkopf-Kugelfisch aus

Von Alexia Angelopoulou

Athen - Erst bereitete er türkischen Fischern Probleme, nun tritt er massiv in griechischen Gewässern auf. Der giftige Hasenkopf-Kugelfisch kann stark zubeißen. Ist er für Badegäste gefährlich?

Hasenkopf-Kugelfische (Lagocephalus sceleratus) sind für ihre sehr scharfen Zähne bekannt.  © Gerasimos Kondylatos/dpa

Griechische Fischer erhalten künftig in bestimmten Regionen des Landes Prämien für den Fang des Hasenkopf-Kugelfisches (Lagocephalus sceleratus).

Vorerst wendet sich die Unterstützung an Berufsfischer rund um Kreta und in der südlichen Ägäis, wie der Nachrichtensender Skai berichtet. Pro Kilo der invasiven Fischart sollen dann 5,33 Euro gezahlt werden.

Fischerei-Verbände begrüßen das Programm, denn der Hasenkopf macht Fischern das Leben schwer und bringt das Ökosystem durcheinander.

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Der recht unscheinbare Fisch, der gewöhnlich etwa 40 Zentimeter lang und 9 Kilogramm schwer ist, stammt eigentlich aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik.

Durch den Suezkanal wanderte er ins Mittelmeer ein, wo er erstmals 2003 nachgewiesen wurde. Obwohl es nach Angaben des Griechischen Zentrums für Meeresforschung (HCMR) nur wenige gezielte Studien zur Auswirkung des Hasenkopfs auf die Biodiversität gibt, deuten wissenschaftliche Modelle darauf hin, dass er negative Folgen hat.

Die Art sei anpassungsfähig und es gebe wenige natürliche Fressfeinde, heißt es beim HCMR.

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2022 wurde ein Badender gebissen

2022 wurde ein Badegast von einem Hasenkopf gebissen.  © Gerasimos Kondylatos/dpa

In griechischen Medien erlebte der Hasenkopf zuletzt enorme Aufmerksamkeit: zum einen, weil er giftig ist und nicht verzehrt werden darf, zum anderen, weil er sehr scharfe, schnabelartige Zähne hat und Fischer immer wieder von heftigen Bisswunden berichten, die sie etwa beim Säubern der Netze erlitten. 

Beim HCMR gibt man jedoch für Badegäste Entwarnung. Es sei bislang nur ein einziger Vorfall aus dem Jahr 2022 bekannt, bei dem ein Badender gebissen wurde. Und nur ein Fall von fünf ausländischen Matrosen, die den Fisch geangelt und verzehrt hatten und sich dadurch vergifteten, aber nicht daran starben.

Der Hasenkopf enthält das Nervengift Tetrodotoxin (TTX), das die Reizweiterleitung in den Nerven blockiert und durch Erhitzen beim Kochen nicht zerstört wird. Dennoch beruhigt man beim HCMR, die Risiken seien äußerst gering - wesentlich häufiger gebe es Verletzungen etwa durch das heimische Petermännchen. 

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Die Fangprämie zielt denn auch nicht auf die Badenden, sondern auf die Fischer ab, denn der Hasenkopf frisst ihnen die Netze leer und zerbeißt sie dabei. Und er vermehrt sich stark, wodurch heimische Arten verdrängt werden.

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