Raubtiere auf dem Vormarsch: 19 Wölfe und drei Bären in Tirol unterwegs

Innsbruck - In Tirol sind im vergangenen Jahr insgesamt 19 verschiedene Wölfe und drei Bären nachgewiesen worden.

Wölfe sind in Tirol keine Seltenheit mehr: Bereits 19 verschiedene Tiere konnten nachgewiesen werden. (Symbolbild)
Wölfe sind in Tirol keine Seltenheit mehr: Bereits 19 verschiedene Tiere konnten nachgewiesen werden. (Symbolbild)  © waitandshoot/123RF

Auf ihr Konto gingen fast 900 Weidetiere, die gerissen worden seien oder vermisst würden, teilte das Land Tirol am Montag mit.

Immer mehr zum Problem werde auch der Goldschakal. Wolf, Bär und Goldschakal verursachten den Angaben zufolge Schäden in Höhe von 235.000 Euro. "86 Prozent aller im vergangenen Jahr gerissenen Weidetiere gehen auf das Konto von Wölfen, zehn Prozent wurden von Bären getötet, für vier Prozent der gerissenen Nutztiere sind Goldschakale verantwortlich", heißt es im Bericht.

"Die Zahlen sprechen für sich. Wir können nicht tatenlos zuschauen, wie jedes Jahr mehr und mehr Almtiere Wolfsangriffen zum Opfer fallen", sagte der Tiroler Landwirtschaftsminister Josef Geisler (ÖVP).

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Im Februar solle vom Landtag eine "rasche und unbürokratische Eingriffsmöglichkeit" geschaffen werden.

2022 habe das Land Abschussbescheide für fünf Wölfe erlassen, die für einen Großteil der Schäden verantwortlich gewesen seien.

Qualifizierte Hirten sind Mangelware und Herdenschutzmaßnahmen bringen nicht den gewünschten Erfolg

Der Braunbär ist zwar oft scheu, doch bei Weidetieren hält er sich nicht zurück. (Symbolbild)
Der Braunbär ist zwar oft scheu, doch bei Weidetieren hält er sich nicht zurück. (Symbolbild)  © byrdyak/123RF

"Aufgrund von reflexartigen Einsprüchen von Naturschutzorganisationen konnte kein einziger dieser schadenstiftenden Wölfe entnommen werden", so der Minister weiter. Das werde nun mit Verordnungen geändert, die unmittelbar wirksam würden und auch die Anonymität der Jägerschaft gewährleisteten.

Das Land unterstütze auch Herdenschutzmaßnahmen. 115 Kilometer wolfsabweisenden Zaun hätten Tirols Schafhalter mit Unterstützung des Landes für die Heimweiden im Tal allein 2022 angeschafft.

"Im Tal ist es meist machbar und auch zumutbar, die Weidetiere mit wolfsabweisenden Zäunen zu schützen. Auf unseren hochalpinen Almen schaut die Situation ganz anders aus", sagte Geisler.

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Dort sei Herdenschutz mit Zäunen nicht möglich. Die Kosten für die Abwehr von Wolfsangriffen stünden in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Erlösen, hieß es. Außerdem sei qualifiziertes Hirtenpersonal ebenso Mangelware wie Pflegekräfte.

In Tirol gibt es 2100 Almen, auf rund 400 meist hochalpinen Almen werden Schafe aufgetrieben. Insgesamt leben dort rund 70.000 Schafe und Ziegen.

Titelfoto: Bildmontage: waitandshoot/123RF, byrdyak/123RF

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