Hund muss nach 13 Jahren ins Tierheim: Als die Mitarbeiter seinen Bluttest sehen, rutscht ihnen das Herz in die Hose
Kassel - Das Schicksal hat bei Hund Paul knallhart zugeschlagen. Das Frauchen des Vierbeiners erlitt zwei Schlaganfälle, von denen es sich leider nicht wieder erholte. Im Tierheim soll der Beagle seinen Lebensabend aber nicht verbringen.
Noch bis vor wenigen Wochen sei die Welt für den liebenswerten Hundesenior in Ordnung gewesen, schildern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der "Wau-Mau-Insel". Die Fellnase und seine Besitzerin waren ein "Herz und eine Seele". Dem Beagle habe es die zurückliegenden 13 Jahre an nichts gefehlt.
Adoptiert hatte die Frau den inzwischen 14 Jahre alten Rüden im Jahr 2013, nachdem dieser zuvor von einer jungen Frau ohne einen festen Wohnsitz abgegeben worden war. Es war ein Glücksgriff.
Das von Liebe erfüllte Leben zerbrach durch den schrecklichen Schicksalsschlag. Paul wurde von der Tochter der Halterin zurückgebracht. Es tue den Tierfreunden "in der Seele weh, dass er in seinem hohen Alter noch einmal ins Tierheim musste". Es soll alles daran gesetzt werden, dass er in seiner letzten Lebensphase wieder eine Familie findet.
Paul ist demnach verträglich mit Artgenossen und rassetypisch sehr verfressen. "Er riecht quasi fünf Meilen gegen den Wind, wenn sich etwas Essbares in der Nähe befindet." Seine Spaziergänge sind eher gemütlicher Natur, kurze Runden zieht er vor. Alleine zu bleiben hat er nie gelernt. Es wäre deshalb wünschenswert, dass er immer an der Seite seiner Menschen sein darf.
Sehfähigkeit und Gehör sind altersbedingt stark eingeschränkt, was jedoch leider die kleinsten Probleme darstellen.
Hund Paul aus Tierheim "Wau-Mau-Insel": Vierbeiner gesundheitlich schwer angeschlagen
Aufgrund von Arthrosen und Spondylosen benötigt der Vierbeiner entsprechende Medikamente gegen seine Schmerzen. Da er zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, muss ihm zudem täglich Augensalbe verabreicht werden. Sonderlich problematisch ist das immerhin nicht, Paul spielt stets bei allem mit.
Deutlich ernster sind die Ergebnisse der kürzlich durchgeführten Blutuntersuchung. Diese haben zutage gefördert, dass er unter einer Leber- sowie Niereninsuffizienz leidet. Die Werte sind demnach dermaßen schlecht gewesen, dass er laut Tierheim sogar schon kurz vor einem Organversagen stand.
Paul fresse glücklicherweise gut und bekomme alles, was er brauche, damit sich seine Blutwerte bestmöglich erholen können. "Aber man kann natürlich nicht vorhersagen, wie viel Zeit Paul noch bleibt", wird deutlich gemacht. "Es können Wochen oder Monate oder auch ein bis zwei Jahre sein."
Wer Paul den Rest seines Lebens verschönern und dem Vierbeiner vor allem all die Liebe und Geborgenheit, die er verdient hat, schenken möchte, kann in den Öffnungszeiten dienstags bis samstags von 14 bis 16 Uhr im Tierheim vorbeischauen. Telefonisch sind die Tierfreunde der "Wau-Mau-Insel" montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr sowie 16 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 05618615680 zu erreichen. Alternativ stehen E-Mail und Webformular zur Verfügung.
Titelfoto: Tierheim "Wau-Mau-Insel" in Kassel

