"Ich dachte, ich wäre eine schreckliche Hundemama": Frau empfindet plötzlich Abneigung gegenüber ihrem eigenen Haustier
Melbourne (Australien) - Als Elen ihr erstes Baby bekam, hätte sie nie erwartet, dass sich dadurch ausgerechnet die Beziehung zu ihrem geliebten Hund so stark verändern würde. Auf Instagram berichtete sie emotional über die drastische Veränderung ihrer Gefühlswelt.
"Früher habe ich mich immer auf die Abende gefreut, an denen ich mit meinem Hund auf der Couch kuscheln konnte. Jetzt bin ich, wenn das Baby endlich schläft, so erschöpft und ausgelaugt, dass ich keine Energie mehr habe", schrieb Elen auf ihrem Instagram-Account.
In ihrem sehr ehrlichen Beitrag schilderte die junge Mutter, dass sie sich nach der Geburt ihres Kindes von ihrem Hund zunehmend genervt fühlte. Geräusche, Nähe und selbst gemeinsame Momente, die ihr früher Kraft gegeben hatten, empfand sie nunmehr als belastend.
Statt Freude verspürte Elen Überforderung - ein Gefühl, das sie zutiefst verunsicherte.
Besonders schwer fiel ihr, dass sie ihre eigenen Emotionen nicht zu verstehen schien. Zwar liebte sie ihren Hund noch immer, doch gleichzeitig löste seine Anwesenheit Irritation aus. In ihrem Posting schrieb sie offen darüber, wie sehr sich aus diesen widersprüchlichen Gefühlen Schuldgefühle entwickelten.
Wie sich bald in den Kommentaren herausstellte, traf die Australierin jedoch einen Nerv. Zahlreiche Mütter berichteten, dass sie nach der Geburt ähnliche Erfahrungen gemacht hatten.
Fachleute kennen dieses Phänomen als "postpartale Haustieraversion" - ein durch hormonelle Veränderung und Schlafmangel ausgelöstes Gefühl von Ekel, Wut oder starker Reizung gegenüber dem eigenen Haustier.
Mutter und Hundebesitzerin berichtet von "postpartaler Haustierabneigung"
Nach der Geburt richtet das Gehirn seinen Fokus nahezu vollständig auf das Neugeborene. Die permanente Anspannung führt dazu, dass die emotionalen Reserven stark eingeschränkt sind. Ein Haustier, das früher Trost und Entspannung schenkte, kann sich nun plötzlich wie eine weitere Verantwortung anfühlen.
"Postpartale Abneigung gegen Haustiere" ist zwar keine offizielle medizinische Diagnose, wird von Experten jedoch immer wieder - gerade bei der Arbeit mit jungen Familien - beobachtet.
Die Veränderung richtet sich dabei meist nicht gegen das Haustier selbst. Vielmehr reagiert der Körper auf die enormen körperlichen, hormonellen und emotionalen Strapazen nach der Geburt.
Bei Elen zeigte sich das besonders am Abend. Wenn sie ihr Baby endlich Schlafen gelegt hatte, war sie nach eigener Aussage völlig erschöpft. Für ihren Hund blieb kaum noch Energie übrig. Auch die Sorge, dass zwischen Hund und Baby etwas passieren könnte, beschäftigte sie mehr als früher.
Mit ihrem Instagram-Beitrag wollte Elen deshalb vor allem eines erreichen: Anderen Eltern das Gefühl geben, mit diesen Gedanken nicht allein zu sein. Offen über solche Erfahrungen zu sprechen, könne helfen, die Situation besser einzuordnen.
Auch kleine Entlastungen im Alltag, etwa wenn andere zeitweise Spaziergänge oder die Versorgung des Haustieres übernehmen, können den Druck verringern. Mit zunehmender Erholung und wachsender Routine im Familienalltag kehrt bei vielen Betroffenen bald auch die vertraute Beziehung zu ihrem Haustier Schritt für Schritt zurück.
Titelfoto: Instagram/elenpinsky

