Mühlheim am Main - Eine Anwohnerin alarmierte die Polizei wegen seltsamer Umtriebe im Garten ihrer Nachbarn, doch als die Beamten vor Ort ankamen, mussten sie schmunzeln: Der gesuchte "maskierte Räuber" war bereits verschwunden.
Die Geschichte nahm ihren Anfang mit einem neugierigen Waschbären, der sich in der Nacht zu Mittwoch auf die Terrasse eines Wohnhauses in Mühlheim/Lämmerspiel verirrte und dort wohl einigen Schabernack anrichtete - die Kleinbären mit der markanten Gesichtszeichnung können mit ihren Pfoten recht gut greifen.
Die Hausbewohner bekamen dies mit, griffen zu Taschenlampen und gingen nach draußen, um den ungebetenen Gast zu verscheuchen. Das Tier floh daraufhin in den Garten des Hauses und verschwand, wie das Polizeipräsidium Südosthessen mitteilte.
Demnach sah zeitgleich eine Nachbarin aus dem Fenster ihres Hauses und bemerkte die "mysteriöse Situation" auf dem gegenüberliegenden Grundstück. Besorgt wählte die Frau den Notruf.
Den Polizisten schilderte sie, dass sich "augenscheinlich mehrere Personen mit Taschenlampen" im benachbarten Garten aufgehalten hätten und von dort über die Terrasse in das Haus gelangt seien.
Polizeisprecher: "Maskierter Räuber" war bereits verschwunden
"Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um einen Einbruch handelte und die Situation zunächst unübersichtlich erschien, wurden mehrere Streifen zum Einsatzort entsandt", ergänzte ein Sprecher.
Vor Ort trafen die Einsatzkräfte aber nur auf die Hausbewohner und "das vermeintliche Einbruchsgeschehen" wurde rasch aufgeklärt. "Festnahmen gab es letztlich keine - der gesuchte 'maskierte Räuber' war bereits auf vier Pfoten verschwunden", hieß es weiter.
Die Polizisten nehmen der besorgten Nachbarin den falschen Alarm aber keineswegs übel: Die Aufmerksamkeit der Frau verdiene vielmehr Anerkennung, betonte der Sprecher.
"Denn hinter der nächtlichen Situation hätte sich ebenso ein tatsächlicher Einbruch verbergen können. Die Verständigung der Polizei unter den gegebenen Umständen war insofern nachvollziehbar und richtig", hieß es zum Abschluss.