Tangermünde/Stuttgart - Am Montag wurde ein Hundebesitzer in Tangermünde (Landkreis Stendal) von seinem eigenen Tier angegriffen und verletzt. Der Schäferhund wurde wenig später von der Polizei erschossen. Jetzt melden sich Tierschützer zu Wort.
Weshalb der Vierbeiner sein Herrchen angriff, ist bisher noch nicht geklärt. Fest steht nur, dass er sich während des Gassigehens auf den eigenen Besitzer stürzte.
Der 64 Jahre alte Mann musste anschließend mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.
"Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine", sagt Björn Thun, Fachreferent bei der Tierrechtsorganisation PETA.
Nachdem der Vorfall über mehrere Medien an Bekanntheit erlangt hatte, griffen die Mitglieder der Organisation das Thema für eine Aufforderung an die Landesregierung Sachsen-Anhalt auf.
"Der Fall zeigt, wie dringend ein verpflichtender Hundeführerschein in Sachsen-Anhalt nötig ist. Hundehalter müssen die Bedürfnisse der Tiere, ihre Körpersprache und ihr Verhalten verstehen und auch in Stresssituationen angemessen reagieren", so Thun weiter.
Laut PETA könne man mit dem Nachweis dazu beitragen, Überforderung im Umgang mit Hunden zu verhindern.
Und damit stehen die Tierrechtler nicht allein da. Laut einer in Auftrag gegebenen Umfrage aus dem August 2023 sprechen sich 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen für einen verpflichtenden Hundeführerschein aus.
Das Bundesland Niedersachsen war im Jahr 2013 das erste, welches einen verpflichtenden allgemeinen Hundeführerschein eingeführt hatte. Im Juli soll Bremen folgen.