Schmuggelhunde werden zum teuren Problem für Tierheime
Dresden - Sachsens Tierheime ächzen unter der Überfüllung durch verhaltensauffällige Tiere. Doch nicht nur die sorgen immer wieder für gefüllte Boxen. Auch der illegale Tierhandel bringt Belastungen mit sich.
Offenbar boomt der illegale Handel mit Tieren in Sachsen. "932 Fälle gab es in den vergangenen fünf Jahren", weiß die Grünen-Fraktionsvorsitzende Franziska Schubert (43), die beim Sozialministerium die Zahlen abgefragt hatte.
"Das sind sehr viele!" Konkret flogen im Freistaat 773 Fälle des illegalen Handels mit Hunden auf, bei Katzen waren es 144 Fälle, 14-mal traf es weitere Heimtiere und einen Exoten. "Wir haben da eher eine steigende Tendenz.
Nicht nur ein Problem für die Tiere, sondern auch die Geldbeutel: Denn nur in 25 der über 900 Fälle beteiligten sich die Verursacher an den Unterbringungskosten. Insgesamt wurden in fünf Jahren 21 Straf- und 62 Ordnungsverfahren eingeleitet.
So blieben für die Unterbringung der 665 Tiere, die in Verwahrung genommen wurden satte 1,5 Millionen Euro beim Staat.
"Allerdings liegen noch nicht für alle Fälle die abschließenden Kosten in den zuständigen örtlichen Veterinärbehörden vor", so Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD).
Die beschlagnahmten Tiere bergen Risiken
Da allerdings oft nicht die tatsächlichen Kosten übernommen werden, werden die beschlagnahmten Tiere zum Risiko für die sowieso schon überlasteten Tierheime. "Die Schmuggelwelpen sind bei uns immer ein Thema", bestätigt Regina Barthel-Marr (65) vom Tierschutzverein Freital.
"Wir haben auch gerade wieder welche da." In ihrem Landkreis würde die Unterbringung dieser Hunde bis zur Vermittlung bezahlt, doch das sei von Kommune zu Kommune unterschiedlich.
Zur Belastung können sie trotzdem werden: "Wenn die Tiere vermittelt und dann doch wieder zurückgegeben werden, bleiben wir auf den Kosten sitzen!"
Und aktuell wird jeder Cent gebraucht: So war das ebenfalls zum Verein gehörende Tierheim Reichstädt 2025 komplett ausgelastet, musste so 9000 Euro allein für Strom nachzahlen.
Um dem illegalen Handel Herr zu werden, ordert die Grünen-Chefin mehr Einsatz gegen das kriminelle Geschäft: "Wir brauchen eine Verstärkung in diesem Bereich bei den Staatsanwaltschaften. Auch könnte man mit Plakatkampagnen darauf hinweisen, dass so etwas illegal ist."
Titelfoto: Fotomontage/Bundespolizei/Holm Helis

