Jetzt also doch! Minister will mehr Wölfe abschießen

Dresden - Bundesumweltministerin Steffi Lemke (55) will den schnelleren Abschuss von Wölfen erleichtern. Unterstützung kommt von Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (50, beide Grüne). Der umfassende Schutz des Wolfes steht aber nicht infrage.

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (50, Grüne).
Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (50, Grüne).  © Ralf Seegers

"Wir brauchen schnellere und weniger aufwändige Verfahren, um einzelne Wölfe zu entnehmen. Schließlich brauchen wir Schaf- und Ziegenhaltung", sagte Günther.

Zuvor hatte die Bundesumweltministerin in Berlin bekannt gegeben, das Verfahren für Wolfsabschüsse künftig zu erleichtern. Das soll in bestimmten Regionen möglich werden, wenn ein Wolf ein Weidetier gerissen und Schutzvorkehrungen wie einen Zaun überwunden hat.

Die zunehmenden Risse hätten dazu geführt, dass die Frustration groß und die Akzeptanz des geschützten Wolfes in Gefahr sei, so Lemke. Dem Jagdverband Brandenburg gehen die angekündigten Änderungen laut "Zeit" nicht weit genug.

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Demgegenüber betonte Günther, der umfassende Schutz des Wolfes dürfe nicht infrage gestellt werden.

In Sachsen erhöhte sich die Zahl der Wolfsrudel

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (55, Grüne).
Bundesumweltministerin Steffi Lemke (55, Grüne).  © IMAGO/Political-Moments

Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) leben in Deutschland 184 Wolfsrudel und damit mehr als bei der vergangenen Zählung.

In Sachsen erhöhte sich die Zahl von 32 im Beobachtungsjahr 2021/22 auf 38 im folgenden Monitoringjahr - plus neun Paare und zwei Einzelgänger.

Wie das Landesumweltamt (LfULG) mitteilte, leben die meisten Wölfe nach wie vor in Ostsachsen. Zudem sind Wölfe im nördlichen Sachsen sowie im Erzgebirge an der Grenze zu Tschechien heimisch geworden.

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In Sachsen hatte die Häufung von Wolfsrissen in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt. Anfang des Monats waren allein im Landkreis Bautzen fünf Wolfsübergriffe registriert worden, die zu mehreren Herdenausbrüchen führten.

Jagdverbände drängen schon länger auf Bejagung des Wolfes

Schäfer Gerat Smit (64) aus Nebelschütz (Kreis Bautzen) hat in diesem Jahr bei Wolfsangriffen mehr als100 Tiere verloren.
Schäfer Gerat Smit (64) aus Nebelschütz (Kreis Bautzen) hat in diesem Jahr bei Wolfsangriffen mehr als100 Tiere verloren.  © xcitepress/Finn Becker

Landrat Udo Witschas (52, CDU) hatte bereits im September eine Änderung des europaweit geltenden Schutzstatus des Wolfs gefordert. Jagd- und Landwirtschaftsverbände im Freistaat drängen seit langem auf eine stärkere Bejagung der Wolfspopulation.

Titelfoto: Ralf Seegers

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