Von Martin Oversohl
Walldorf - Der auf einer Autobahn bei Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) überfahrene Wolf ist keines der vier sesshaften Exemplare in Baden-Württemberg gewesen. Der Rüde stammte ursprünglich aus dem Osten Sachsens, teilte das Umweltministerium mit.
Das hätten die genetischen Analysen am Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik ergeben. Das Tier war am 8. März auf der A5 von einem Polizeifahrzeug erfasst worden.
Verkehrsunfälle sind nach Angaben des Bundesdokumentations- und Beratungszentrums des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) die häufigste Todesursache der Tiere in Deutschland.
Vor allem Jungtiere legen auf der Suche nach einem eigenen Revier lange Wanderungen quer durch die Republik zurück.
Sie müssen dabei unter anderem auch Straßen wie Autobahnen überqueren. Seit dem Jahr 2000 wurden demnach 1365 tote Wölfe registriert, davon starben 1022 durch Unfälle.
Vier sesshafte Wölfe leben in BaWü, in Sachsen sogar 35 ganze Rudel
In Baden-Württemberg leben derzeit vier sesshafte Wölfe, sie halten sich also dauerhaft in einem abgegrenzten Gebiet auf und ziehen nicht durch das Land. Zwei der "Stammgäste" sind im Nordschwarzwald zu Hause, der eine im Murg- und Enztal, der andere rund um die Hornisgrinde.
Im Südschwarzwald, rund um den Schluchsee, lebt ein weiterer Wolf, während der jüngste sesshafte Wolf im Südwesten herumstreunt. Aus dem Rhein-Neckar-Kreis sind keine sesshaften Wölfe bekannt.
In Sachsen gibt es aktuell 35 bestätigte Wolfsrudel.