Wölfe in Hessen wieder dauerhaft angesiedelt: An diesen Orten leben sie

Von Sabine Maurer

Kassel - In Hessen haben sich mindestens sechs Wölfe dauerhaft niedergelassen. "Das bedeutet, sie wurden mindestens sechs Monate in einem bestimmten Gebiet mehrfach nachgewiesen", teilte das Wolfszentrum in Kassel mit. Was über sein Leben im Bundesland mittlerweile bekannt ist.

Der europäische Wolf (Canis lupus) ist die Wolfsart, die in Hessen lebt.
Der europäische Wolf (Canis lupus) ist die Wolfsart, die in Hessen lebt.  © Arne Dedert/dpa

Welpen und Jährlinge werden bei den Daten nicht dazugerechnet, da nur erwachsene Wölfe als sesshaft gelten.

Wölfe bekommen höchstens einmal im Jahr Nachwuchs. Die Jungtiere wandern in der Regel nach der Geschlechtsreife im Alter von etwa 22 Monaten ab und suchen sich ein eigenes Territorium.

Der Wolf galt in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Von Polen aus wanderten schließlich wieder erste Tiere ein.

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Im Jahr 2008 war in Hessen der erste Wolf wieder heimisch geworden, und zwar im nordhessischen Reinhardswald.

Nach den bisherigen Erkenntnissen des Wolfszentrums gibt es mittlerweile wohl drei Territorien mit sesshaften Wölfen in Hessen. So lebt in Greifenstein (Lahn-Dill-Kreis) wahrscheinlich ein Wolfspaar.

In Rüdesheim wurde ein Rudel mit mindestens drei Welpen nachgewiesen, in Waldkappel (Werra-Meißner-Kreis) besteht ein Rudel aus den Elterntieren und mindestens zwei Welpen. Ein Wolfsterritorium ist zwischen 150 und 350 Quadratkilometer groß und erstreckt sich daher häufig über mehrere Kommunen.

Über 100 Angriffe durch Wölfe

Insgesamt sechs Wölfe sind in Hessen gerade dauerhaft sesshaft. Hinzu kommen zudem, die nicht erfassten Jungtiere.
Insgesamt sechs Wölfe sind in Hessen gerade dauerhaft sesshaft. Hinzu kommen zudem, die nicht erfassten Jungtiere.  © Arne Dedert/dpa

Insgesamt wurden im aktuellen Monitoringjahr (Mai 2025 bis April 2026) in Hessen durch Genproben etwa an Kot oder Haaren insgesamt 15 Wölfe nachgewiesen.

Mindestens 113 Nutztiere wurden bislang in diesem Zeitraum von Wölfen angegriffen. Insgesamt gelten 25 Wolfsangriffe als gesichert, bei 8 weiteren Fällen ist ein Wolf als Angreifer nicht ausgeschlossen.

Dazu gehören etwa die wiederholten Angriffe auf Schafe im November in Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis).

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Zu den gesicherten Wolfsübergriffen zählt ein Vorfall ebenfalls im November in Korbach (Waldeck-Frankenberg), bei dem ein Schaf getötet und ein weiteres verletzt wurde.

Im Westerwald waren Ende vergangenen Jahres mehrere Schafe gerissen worden. Erst traf es Tiere im rheinland-pfälzischen Liebenscheid, wenige Tage später wurden im hessischen Driedorf sieben tote Schafe entdeckt. Ob sie von Wölfen getötet worden waren, muss noch untersucht werden.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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