Ukraine-Krieg: Drohnenangriffe treffen zwei russische Raffinerien

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Ukraine - Während Russland mit immer weiteren Angriffswellen die Schutzlosigkeit der ukrainischen Luftabwehr offenlegt, schürt ein Gesetzesvorstoß des US-Parlaments neue Hoffnungen in Kiew.

Eine Parlamentskammer ringt sich zu potenziell folgenschweren Sanktionen gegen Russland durch - aber wird die andere auch zustimmen?
Eine Parlamentskammer ringt sich zu potenziell folgenschweren Sanktionen gegen Russland durch - aber wird die andere auch zustimmen?  © Mariam Zuhaib/AP/dpa

Der US-Senat stimmte nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz, das Moskau wegen seines zerstörerischen Angriffskriegs stärker unter Druck setzen soll.

Ob das Repräsentantenhaus als zweite Parlamentskammer zustimmen wird, ist allerdings ungewiss. Russlands Militär machte in der Nacht zum Samstag mit einer weiteren tödlichen Angriffsserie deutlich, dass es den Munitionsmangel der ukrainischen Luftabwehr in der Zwischenzeit auszunutzen weiß.

In Washington votierten die Senatorinnen und Senatoren mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu elf Stimmen für das maßgeblich vom unlängst gestorbenen US-Senator Lindsey Graham vorangetriebene Gesetz.

Nach Monaco-Explosion: Verdächtige tot in Ukraine gefunden
Ukraine Nach Monaco-Explosion: Verdächtige tot in Ukraine gefunden

Neben direkten Sanktionen gegen russische Politiker und Firmen soll es die russischen Öl- und Gas-Exporte als wichtigste Finanzierungsquelle des Angriffskriegs gegen die Ukraine noch stärker eindämmen.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

8. August, 11.03 Uhr: Drohnenangriffe treffen zwei russische Raffinerien

Das russische Militär meldet aus der Nacht einen groß angelegten Drohnenangriff der Ukraine.

Bis zum Morgen seien knapp 400 Drohnen abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Bis in die Vormittagsstunden seien weitere mehr als 80 feindliche Fluggeräte geortet und unschädlich gemacht worden.

Berichten russischer und ukrainischer Telegramkanäle zufolge wurde die Ölraffinerie von Sysran an der Wolga im Gebiet Samara getroffen. Die Gebietsverwaltung bestätigte nur einen Brand in einem nicht genannten Industriebetrieb.

Die Raffinerie von Sysran, Luftlinie mehr als 900 Kilometer von der Ukraine entfernt, ist schon mehrmals angegriffen und beschädigt worden. Einen zweiten Treffer gab es demnach auf die Raffinerie von Ilski im südrussischen Gebiet Krasnodar.

Mehr als 400 Drohnen hat Russland laut eigenen Angaben abgewehrt – doch zwei Raffinerien brennen. (Symbolfoto)
Mehr als 400 Drohnen hat Russland laut eigenen Angaben abgewehrt – doch zwei Raffinerien brennen. (Symbolfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

8. August, 10.26 Uhr: Moskau spricht von Treffer auf Rüstungsfabrik Fire Point

Das russische Militär spricht nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kiew von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.

Belege für diese Darstellung lieferte die russische Seite nicht. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren.

8. August, 7.14 Uhr: Drei Tote bei Luftangriffen auf Vorort von Kiew

Bei neuen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden.

Unter den drei Todesopfern im östlichen Vorort Browary sei auch ein Kind, schrieb das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Kiews Militärgouverneur Tymur Tkatschenko. Bei der Attacke seien auch zwei Erwachsene und ein Kind verletzt worden. 

Zudem wurden dem Bericht zufolge ein Wohnhaus, mehrere andere Gebäude und auch Autos beschädigt. Bei der nächtlichen Welle von Angriffen auf ukrainische Städte kamen demnach neben ballistischen Raketen auch Drohnen und Gleitbomben zum Einsatz.

Die jüngsten Angriffswellen Russlands legen die Schutzlosigkeit der Ukraine gegenüber ballistischen Raketen einmal mehr offen.
Die jüngsten Angriffswellen Russlands legen die Schutzlosigkeit der Ukraine gegenüber ballistischen Raketen einmal mehr offen.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

7. August, 19.29 Uhr: US-Senat stimmt für Gesetz zu Russland-Sanktionen

Der US-Senat hat nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz gestimmt, mit dem Russland wegen des Ukraine-Kriegs stärker unter Druck gesetzt werden soll.

Die Senatoren votierten mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das Gesetz, das noch das Repräsentantenhaus als zweite Kongresskammer passieren muss.

Der US-Senat hat nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz gestimmt.
Der US-Senat hat nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz gestimmt.  © Tom Brenner/AP/dpa

7. August, 18.58 Uhr: Tote nach Raketenwerferbeschuss in Region Charkiw

Durch russischen Raketenbeschuss sind zwei Menschen in der Stadt Isjum in der Ostukraine getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit.

Ein ausgebrochener Brand auf 400 Quadratmetern werde gelöscht. Das russische Militär setzte nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum Mehrfachraketenwerfer mit der für Zivilisten besonders gefährlichen Streumunition ein.

Isjum ist etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Stadt stand 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine für mehrere Monate unter russischer Kontrolle und wurde im September 2022 befreit. Im benachbarten Gebiet Sumy wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Markt zehn Menschen verletzt.

Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto beseitigen Rettungskräfte die Trümmer eines Gebäudes, das durch einen russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto beseitigen Rettungskräfte die Trümmer eines Gebäudes, das durch einen russischen Angriff schwer beschädigt wurde.  © Ukrainian Emergency Service/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

7. August, 10.38 Uhr: Wildberries evakuiert Mitarbeiter – Logistikzentrum brennt

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in Jekaterinburg ein Logistikzentrum des größten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Aufgrund der Attacke sei ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen mit. Mitarbeiter seien rechtzeitig evakuiert worden.

Drei Drohnen stürzten laut dem Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, auf das Dach eines Logistikzentrums, das aus Sicherheitsgründen geräumt worden sei. Feuerwehrleute seien zur Brandbekämpfung im Einsatz. Verletzte gebe es nicht.

In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die den Angriff und Rauchsäulen über einer Lagerhalle zeigen sollen. Bereits Ende Juli hatte die Ukraine ein Wildberries-Logistikzentrum in Jekaterinburg angegriffen.

6. August, 22.11 Uhr: Ukrainer haben wenig Vertrauen in Selenskyj

Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj (53) ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden.

Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landeten der erst vor kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy (50). Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) landete in der Umfrage des sozialen Umfrageinstituts Sozis nur auf dem sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj (43) und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow (40).

Die repräsentative Umfrage unter 2000 Ukrainern wurde nach Angaben von "Sozis" zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt.

Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj (53) ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden.
Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj (53) ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden.  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

6. August, 19.09 Uhr: Selenskyj ordnet spezielle Einsätze gegen russische Rüstungsindustrie an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat bei einer Sitzung der militärischen und politischen Führung seines Landes spezielle Einsätze gegen Russlands Rüstungsindustrie angeordnet. Dabei gehe es um "bestimmte Unternehmen, die wir bereits identifiziert haben", teilte Selenskyj auf Facebook mit. Alle Anwesenden bei der Sitzung hätten klare Aufgaben erhalten. "Ich erwarte, dass sie vollständig erfüllt werden." Russlands Militärindustrie müsse "spürbar eingeschränkt" werden.

Details zu den bevorstehenden Einsätzen nannte Selenskyj nicht. Er beklagte, dass Moskau weiterhin Unterstützung sowie wichtige Komponenten für seine Kriegsführung aus dem Ausland erhalte. "Wir sehen, dass jede russische Rakete, jede Drohne und andere Waffen kritische Komponenten aus anderen Ländern enthalten, ohne die solche Waffen einfach nicht existieren könnten."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will die Russen härter treffen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will die Russen härter treffen.  © Niall Carson/PA Wire/dpa

6. August, 15.56 Uhr: Selenskyj sieht Fortschritte bei eigenem Raketenabwehrsystem

Die Ukraine macht nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) Fortschritte bei der Entwicklung ihres eigenen Systems zur Abwehr ballistischer Raketen. "Wir können feststellen, dass auch unsere Waffenhersteller bereits das erforderliche Niveau erreicht haben", teilte Selenskyj nach einem Treffen mit Verteidigungs- und Sicherheitsexperten bei Telegram mit. "Wir gehen davon aus, dass die Ukraine im Zeitraum 2026-2027 die angestrebten Ergebnisse erzielen wird", sagte er.

Die Ukraine setzt auf ein eigenes Abwehrsystem mit dem Namen Freyja, weil sie den Angriffen durch russische ballistische Raketen beinahe schutzlos ausgeliefert ist. Selenskyj beklagt immer wieder, dass der Ukraine die wirksamen Patriot-Abwehrraketen fehlten. Er hat die Verbündeten wiederholt aufgefordert, eigene Bestände freizugeben. Parallel entwickelt das Land ein eigenes Abwehrsystem.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hofft auf das eigene Luftabwehrsystem der Ukraine.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hofft auf das eigene Luftabwehrsystem der Ukraine.  © Michael Kappeler/dpa

6. August, 15.49 Uhr: Tote und Verletzte in der Ostukraine

Durch russische Angriffe sind in den ukrainischen Gebieten Dnipropetrowsk und Charkiw mindestens acht Menschen getötet worden.

Mindestens drei Tote habe es bei einer Attacke auf die Industriestadt Pawlohrad gegeben, teilte der Militärgouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Sieben Menschen seien dazu verletzt worden. Einen weiteren russischen Luftangriff mit drei Toten und drei Verletzten gab es den Angaben nach auf die Gemeinde Wyschnewe rund 70 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Dnipro.

Die Angriffe der Russen nehmen kein Ende. (Archivbild)
Die Angriffe der Russen nehmen kein Ende. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service via AP/dpa

6. August, 13.23 Uhr: Ukraine greift Ölanlagen im russischen Landesinneren an - mehrere Tote bei russischen Angriffen

Die ukrainische Armee hat erneut russische Ölanlagen hunderte Kilometer von der Front entfernt angegriffen. Raffinerien in den Regionen Baschkortostan und Jaroslawl seien getroffen worden, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag. Die russische Armee fing nach offiziellen Angaben mehr als 600 Drohnen ab. Bei russischen Angriffen auf die Ukraine wurden mindestens fünf Menschen getötet.

Die von der ukrainischen Armee getroffenen Raffinerien in den russischen Regionen Baschkortostan und Jaroslawl liegen rund 1300 und 700 Kilometer von der Front entfernt. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Russland zuletzt verstärkt und dabei Raffinerien, Öldepots und Frachtschiffe auch tief im Landesinneren ins Visier genommen, darunter in Jaroslawl.

Die jüngsten ukrainischen Angriffe stärkten die Verhandlungsposition Kiews, erklärte Selenskyj in Onlinediensten. Er fügte ein Video aus russischen Onlinediensten an, das schwarzen Rauch über einer Ölanlage zeigte. "Russland muss sich für den Frieden entscheiden", forderte der ukrainische Präsident.

Titelfoto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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