Ukraine-Krieg: Massiver Stromausfall laut Selenskyj in Odessa

Ukraine - Attacke auf Belgorod: Drohnen schlagen ein, Wohnblocks brennen. Was steckt hinter den Angriffen auf den russischen Versorgungsknoten?

Belgorod wird immer Ziel von Angriffen, so wie hier im März 2024.  © Uncredited/AP/dpa

Vier Wohnblocks seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit. Bilder in sozialen Netzwerken ließen auf mehrere Brände in der Stadt schließen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraineentfernt liegt.

Belgorod ist der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Großstadt Charkiw beschießen und im Industriegebiet Donbass angreifen. Deshalb wird Belgorod immer wieder angegriffen, was auch die Energieversorgung und andere zivile Objekte in Mitleidenschaft zieht. 

Russische Behörden meldeten außerdem ukrainische Drohnenangriffe auf Noworossijsk und Gelendschik am Schwarzen Meer.

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9. August, 20.52 Uhr: Massiver Stromausfall laut Selenskyj in Odessa

Der jüngste russische Großangriff auf die Region um die ukrainische Küstenstadt Odessa hat in der Nacht zum Sonntag für einen massiven Stromausfall gesorgt.

"Am Morgen waren mehr als 300.000 Haushalte in Odessa und der Region ohne Strom; mittlerweile ist ein Drittel wieder mit Strom versorgt", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung und zur Beseitigung der Schäden dauerten an. Bei dem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen waren mindestens sechs Menschen verletzt worden.

Selenskyj kündigte Vergeltung an. Die Ukraine habe "angemessene Antworten" für jeden russischen Angriff parat. Der Krieg werde "für alle Russen zu Hause" immer spürbarer werden. Die Ukraine werde weiterhin die russische Erdölindustrie und andere Infrastruktur angreifen. "Der einzige Grund, warum dies immer noch andauert, ist die mangelnde Bereitschaft Russlands, diesen Krieg zu beenden."

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Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutzdienst zur Verfügung gestellten Foto sind Rettungskräfte dabei, nach einem russischen Raketenangriff in Odessa (Ukraine) am Sonntag, dem 9. August 2026, einen Brand in Wohngebäuden zu löschen.  © ---/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

9. August, 18.15 Uhr: Viele Opfer nach russischem Angriff auf Charkiw

Bei einem russischen Angriff auf die ostukrainische Großstadt Charkiw ist nach offiziellen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben gekommen

Weitere 37 Bewohner seien bei der Attacke verletzt worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Bei dem Angriff sei ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen worden. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern unter den Trümmern dauerte an.

In der Region Saporischschja starb ein Feuerwehrmann bei russischem Beschuss. Der Mann hatte mit Kollegen nach einem nächtlichen Artillerieüberfall russischer Militärs in den Trümmern nach möglichen Opfern gesucht, als der Trupp in einen neuen Angriff geriet, wie Innenminister Iwan Wychiwskyj auf Telegram mitteilte.

Eine Rettungskraft löscht einen Brand in einem Gebäude, das nach einem Luftangriff zerstört wurde. (Archivbild)  © Alex Babenko/AP/dpa

9. August, 13.01 Uhr: Ukraine kauft US-Artillerieraketen in der Türkei

Die Ukraine kauft in der Türkei ein größeres Paket mit US-produzierten Artilleriewaffen, das auch 70 Raketen des Typs ATACMS umfasst.

Zu dem Geschäft gehören weiter 12 Mehrfachraketenwerfer M270, mehr als 2.500 Artillerieraketen vom Kaliber 227 Millimeter mit Streumunition sowie 47.000 Artilleriegranaten 203 Millimeter mit Streumunition, wie das ukrainische Militärportal "Militarnyj" berichtet.

Es stützt sich dabei auf die offizielle Mitteilung des US-Außenministeriums an den Kongress zu dem geplanten Weiterverkauf. Demnach befürwortet die US-Regierung das Geschäft im Umfang von 283 Millionen US-Dollar (245 Millionen Euro).

Es gilt als genehmigt, wenn die Parlamentskammern Senat und Repräsentantenhaus nicht binnen 30 Tagen widersprechen. Die Türkei wolle Waffen älterer Bauart verkaufen, hieß es. Die Ukraine wiederum könne ihre Feuerkraft bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges damit verstärken. 

Eine Artillerie-Kurzstreckenrakete vom Typ ATACMS. (Archivbild)  © -/yonhap/dpa

9. August, 8.39 Uhr: Verletzte und Tote bei Angriff auf russische Grenzstadt Belgorod

Durch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die grenznahe russische Großstadt Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens 3 Menschen getötet und 25 verletzt worden.

Mehrere Wohnblocks, ein Verwaltungsgebäude sowie Geschäfte seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit. Bilder in sozialen Netzwerken ließen auf mehrere Brände in der Stadt schließen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt.

Angaben zu den militärischen Zielen des Angriffs gab es nicht. Belgorod ist allerdings der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Großstadt Charkiw beschießen und im Industriegebiet Donbass angreifen. Deshalb wird Belgorod immer wieder angegriffen, was auch die Energieversorgung und andere zivile Objekte in Mitleidenschaft zieht. 

8. August, 22.27 Uhr: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

Bei einer Serie von russischen Angriffen auf ukrainische Regionen sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Region Dnipro kamen nach Angaben der Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt.

Russische Militärs hatten die Oblast mit Artillerie und Fliegerbomben angegriffen, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurde ein 68-Jähriger nach Angaben der Behörden durch eine Drohne getötet, eine 46-jährige Frau wurde bei der Explosion einer Angriffsdrohne schwer verletzt.

Am Abend wurden in der ostukrainischen Stadt Pawlohrad mehrere Menschen bei russischen Angriffen verletzt. Ganscha berichtete auf Telegram von neun Verletzten, unter ihnen vier Kinder, im Alter zwischen drei Monaten und sechs Jahren. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

8. August, 21.43 Uhr: Putin will laut Selenskyj Hunderttausende heimlich mobilisieren

Kremlchef Wladimir Putin ist nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit zu einer weiteren Steigerung seines Angriffskriegs gegen das Nachbarland. Mit einer möglichen neuen Massen-Mobilmachung sollte eventuell auch Europa unter Druck gesetzt werden, sagte Selenskyj in einem Interview mit ukrainischen Sendern.

Nach einer versteckten Einberufung von hunderttausenden Russen zum Militärdienst könnten diese Streitkräfte nicht nur für den Krieg in der Ukraine, sondern auch zur psychologischen Beeinflussung europäischer Länder vorgesehen sein. "Wozu? Um zu zeigen, dass ich im Herbst eine halbe Million Menschen mobilisieren werde. Und diese halbe Million werde ich nicht unbedingt nur in der Ukraine einsetzen", erläuterte Selenskyj.

Putin zeige weiterhin keine Bereitschaft, den Krieg zu gerechten Bedingungen zu beenden. "Stattdessen versucht er, zumindest symbolische Erfolge zu erzielen, mit denen er die enormen Verluste vor dem eigenen Volk rechtfertigen könnte", sagte Selenskyj. 

8. August, 17.04 Uhr: Russland will ukrainische Häfen getroffen haben

Das russische Militär will nach eigener Darstellung verschiedene Ziele in und vor ukrainischen Häfen angegriffen und beschädigt haben.

Wie das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mitteilte, seien unter anderem die Häfen von Odessa und Mykolajiw mit Präzisionswaffen der Luftwaffe sowie mit Kampfdrohnen attackiert worden. Dabei sei unter anderem bei Mykolajiw ein Frachter mit militärischer Ladung getroffen worden, während in Odessa eine Anlage zur elektronischen Aufklärung beschädigt worden sei. Ein weiterer Frachter mit militärischen Gütern sei vor der ukrainischen Küste angegriffen worden.

Die russischen Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden. Von ukrainischer Seite gab es zu den Berichten des Verteidigungsministeriums in Moskau keine Reaktion. Russland versucht seit einiger Zeit, die ukrainische Schifffahrt in der Region Odessa sowie zu den verschiedenen Binnenhäfen an der Donau und am Bug zu stören.

Russland greift immer wieder die Häfen der Ukraine an. Der Export von Getreide und auch die Einfuhr von Waffen soll nachhaltig gestört werden. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

8. August, 15.21 Uhr: Selenskyj und Vucic - Kooperation trotz Moskau-Nähe Belgrads

Serbiens Regierung gilt als moskautreu, die Ukraine wird von Russland mit Krieg überzogen - trotzdem möchten beide Länder enger zusammenarbeiten.

Darüber sprach der serbische Präsident Alexander Vucic mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj, der erstmals Belgrad besuchte. Es ging auch um den künftigen Weg beider Länder in die EU.

Eine militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine war kein Thema, wie Vucic bei einer Pressekonferenz betonte. Er verneinte, dass Serbien zusammen mit der Ukraine Drohnen bauen wolle. Eine derartige Kooperation sei allerdings mit Israel geplant, sagte Vucic.

Vertreter der beider Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Kooperation in Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit.

8. August, 12.16 Uhr: Drohne dringt im Luftraum eines Nato-Staats ein

Im Luftraum des Nato- und EU-Mitgliedstaates Bulgarien ist eine Drohne eingedrungen.

Das Flugobjekt sei auf bulgarischem Staatsgebiet in einer Entfernung von 100 Metern von der rumänischen Grenze explodiert, sagte Ministerpräsident Rumen Radew nach einer Sitzung des Sicherheitsrates bei der Regierung in Sofia. Die Drohne hatte demnach eine Großmenge Sprengstoff.

Teams der bulgarischen Grenzpolizei und des Verteidigungsministeriums des Landes seien dabei, die Herkunft der Drohne festzustellen, sagte Radew weiter. Es gebe keine Verletzten und auch keine Sachschäden.

In Bulgarien wurde eine Drohne voller Sprengstoff gesichtet. (Symbolfoto)  © Michael Bahlo/dpa

8. August, 11.03 Uhr: Drohnenangriffe treffen zwei russische Raffinerien

Das russische Militär meldet aus der Nacht einen groß angelegten Drohnenangriff der Ukraine.

Bis zum Morgen seien knapp 400 Drohnen abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Bis in die Vormittagsstunden seien weitere mehr als 80 feindliche Fluggeräte geortet und unschädlich gemacht worden.

Berichten russischer und ukrainischer Telegramkanäle zufolge wurde die Ölraffinerie von Sysran an der Wolga im Gebiet Samara getroffen. Die Gebietsverwaltung bestätigte nur einen Brand in einem nicht genannten Industriebetrieb.

Die Raffinerie von Sysran, Luftlinie mehr als 900 Kilometer von der Ukraine entfernt, ist schon mehrmals angegriffen und beschädigt worden. Einen zweiten Treffer gab es demnach auf die Raffinerie von Ilski im südrussischen Gebiet Krasnodar.

Mehr als 400 Drohnen hat Russland laut eigenen Angaben abgewehrt – doch zwei Raffinerien brennen. (Symbolfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

8. August, 10.26 Uhr: Moskau spricht von Treffer auf Rüstungsfabrik Fire Point

Das russische Militär spricht nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kiew von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.

Belege für diese Darstellung lieferte die russische Seite nicht. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren.

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