Baukran stürzt auf Zug: Mindestens 30 Tote!
Bangkok (Thailand) - In Thailand ist ein Passagierzug mit fast 200 Passagieren bei voller Geschwindigkeit in einen umgestürzten Baukran gerast. Mindestens 30 Menschen seien ums Leben gekommen, zwischen 55 und 80 weitere seien teilweise schwer verletzt worden, berichteten thailändische Medien unter Berufung auf die Polizei.
Das Unglück ereignete sich am Morgen (Ortszeit) im Bezirk Sikhio in der Provinz Nakhon Ratchasima, etwa 230 Kilometer nordöstlich von Bangkok.
Der massive Stahlkran, der für den Gleisbau eingesetzt wurde, sei plötzlich umgekippt, nur Sekunden bevor der Zug heranraste, schrieb die Zeitung "Khaosod".
Dieser sei mit voller Wucht mit dem Stahlgerüst kollidiert. Bis zum Nachmittag häuften sich aber Berichte, wonach der Kran direkt auf den Zug gestürzt sein soll.
Mehrere Waggons seien daraufhin entgleist, Fahrgäste in den Trümmern eingeschlossen worden. Auch sei ein Feuer ausgebrochen, hieß es.
"Die Flucht gestaltete sich schwierig, weil der klimatisierte Zug über elektrische Türen und Fenster verfügte, die sich nicht manuell öffnen ließen", schrieb die Zeitung "Bangkok Post". Die Teams sind unter anderem mit hydraulischen Schneidgeräten und Löschfahrzeugen im Einsatz, um Verletzte zu befreien. Viele sollen in kritischem Zustand sein.
Ursache von Zug-Katastrophe noch unklar
Nach Angaben des Portals "Thaiger" handelte es sich bei den insgesamt 195 Fahrgästen vor allem um Studenten und Pendler.
Der Kran war aufgrund von Bauarbeiten an einer Eisenbahnbrücke für die thailändisch-chinesische Hochgeschwindigkeitsstrecke (HGV) aufgebaut gewesen, die Thailand in Zukunft über Laos mit China verbinden soll. Das Projekt ist Teil der riesigen chinesischen Infrastrukturinitiative "Neue Seidenstraße".
Als der Zug gerade mit etwa 120 Kilometern pro Stunde unter der Brücke entlangfährt, stürzt plötzlich der Kran herab. Im Zuge des Unglücks sollen nach Medienberichten weitere schwere Baumaterialien auf die Waggons gefallen sein.
Was genau die Katastrophe auslöste, wird derzeit noch ermittelt.
Originalartikel von 6.22 Uhr, zuletzt aktualisiert um 13.15 Uhr.
Titelfoto: Sakchai Lalit/AP/dpa

