Crans-Montana (Schweiz) - 41 Menschen kamen infolge der Brandkatastrophe in der Schweizer Bar "Le Constellation" ums Leben. Nun sind neue Details ans Licht gekommen.
Im laufenden Gerichtsverfahren könnten Aufnahmen von Sicherheitskameras die Betreiberin Jessica Moretti (40) schwer belasten: Sie soll selbst an der Entzündung der Kerzen beteiligt gewesen sein, die das Feuer auslösten.
Laut einem Bericht der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" zeigen die Videos, wie Moretti gemeinsam mit mehreren Mitarbeitern Wunderkerzen auf Champagner-Flaschen anbringt und entzündet.
Kurze Zeit später geriet die Decke der Bar - begünstigt durch leicht entflammbares Material - in Brand.
Brisant: Auf den Aufnahmen soll auch zu sehen sein, wie Moretti den Brand zwar bemerkt, sich jedoch rasch über die Treppe zum Ausgang in Sicherheit bringt, ohne sich um die Gäste und Mitarbeiter zu kümmern.
Gleichzeitig hätten die Angestellten verzweifelt versucht, einen Feuerlöscher zu finden. Dieser sei jedoch schlecht gekennzeichnet und hinter einem Möbelstück versteckt gewesen.
Auf den Aufnahmen seien "zwei Minuten voller Chaos, Gedränge und Angst" zu sehen, schreibt die Zeitung weiter. Das Unglück habe sich demnach zwischen 1.26 Uhr und 1.28 Uhr abgespielt.
Crans-Montana: Schwere Vorwürfe gegen Betreiberpaar der Bar
Die Katastrophe ereignete sich in der Silvesternacht zum 1. Januar 2026 und forderte 41 überwiegend junge Todesopfer. Weitere 115 Personen wurden verletzt, viele davon mit schweren Brandwunden.
Die Staatsanwaltschaft im Kanton Wallis ermittelt gegen Jessica Moretti und ihren Ehemann Jacques Moretti (49) wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung. Zusätzlich steht der Vorwurf im Raum, Jacques Moretti habe 2015 selbst leicht entflammbares Dämmmaterial an der Decke installiert - entgegen geltender Brandschutzvorschriften.
Die neuen Erkenntnisse könnten den Druck auf das Betreiberpaar im laufenden Verfahren erheblich erhöhen.