Jüngstes Todesopfer erst 14 Jahre: Viele Minderjährige verlieren bei Tragödie in der Schweiz ihr Leben
Crans-Montana - Nur wenige Tage nach der Brandkatastrophe in einem Schweizer Skigebiet sind inzwischen alle Opfer identifiziert worden. Nach und nach kommen heldenhafte, aber auch tragische Einzelheiten ans Licht.
In der Silvesternacht brach in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana ein fürchterliches Feuer aus. Mindestens 40 Menschen starben, 116 wurden verletzt. Die Geschädigten wurden mittlerweile alle identifiziert. Das jüngste Todesopfer ist erst 14 Jahre alt.
Unter den Toten sind 18 männliche sowie 22 weibliche Opfer, die Hälfte von ihnen war noch minderjährig. Sie kamen unter anderem aus Italien, Frankreich, Portugal, Rumänien, Belgien und der Schweiz.
Ein Todesopfer ist der 16-jährige Giovanni Tamburi aus Italien. Dort lebte er allein mit seinem Vater Giuseppe Tamburi und ihren Hunden. Bevor sich Giovanni auf den Weg machte, gab ihm sein Vater noch Geld für den Silvesterabend.
"Wir hätten uns am ersten Januar wieder hören sollen, wie immer. Aber ich habe ihn nicht mehr sprechen können", so Giuseppe gegenüber "Corriere della Serra".
Nathan und Axel waren an dem Abend ebenfalls in der Bar. Sie konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, einige von ihren Freunden jedoch nicht mehr.
"Die Menschen sind übereinander hinweggesprungen", schilderte Nathan die dramatischen Szenen im Interview mit "20min.ch". "Beim Herausgehen hat man Leute gesehen, deren Kleidung komplett verbrannt war." Die jungen Menschen suchten nach Hilfe, um nicht zu sterben.
Vom Held zum Todesopfer
Auch Benjamin Johnson (†18) gehört zu den Menschen, die sich nicht mehr rechtzeitig retten konnten. "Benjamin ging als Held, als er einer ihm nahestehenden Freundin zu Hilfe eilte", hieß es unter einem Beitrag seines Boxvereins. Das bezahlte er mit seinem Leben.
Traurige Gewissheit gab es auch für Andrea Costanzo aus Mailand, seine Tochter Chiara (†16) schaffte es nicht lebend aus der Bar. "Ich habe den Anruf erhalten, den ein Vater niemals erhalten sollte", so der Vater gegenüber "Corriere della Serra".
In die Bar wollte Chiara anfangs gar nicht. Da es bei ihrem Ursprungsplan jedoch keinen Platz mehr gab, sei sie mit Freunden leider doch ins "Le Constellation" gegangen.
Meldin, ein junger Mann aus Sierre (Schweiz), hatte verhältnismäßig Glück und kam mit wenigen Verbrennungen davon. Als das Feuer ausbrach, befand er sich jedoch im Untergeschoss.
"Ich habe etwas Unruhe bei der Treppe gesehen. Weil wir in Crans-Montana waren, dachte ich, vielleicht sei da gerade ein Promi", schilderte Meldin die Anfänge des Desasters gegenüber "Le Nouvelliste".
An der Treppe herrschte "totale Panik", in der oberen Etage gab es bereits dichten Rauch, wodurch das Sehen und Atmen sehr schwer fiel. Draußen angekommen habe er "schreckliche Dinge gesehen. Es war ein Gemetzel."
Titelfoto: Montage: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa, Instagram/swissboxingfederation, Instagram/chiara_costanzo._; Screenshot/TikTok/charlotteniddam

