Jugendlicher in Banden-Krieg mit Machete getötet: Mutter macht Behörden verantwortlich

Woolwich (London/Großbritannien) - Vor mehr als einem Jahr verstarb ein 15-jähriger Schüler an den Folgen eines Macheten-Angriffes im Süden von London. Nun erhob die Mutter des Verstorbenen schwere Vorwürfe gegen die Sozialbehörde.

Ermittlungen zufolge war Daejaun Campbell (†15) Teil eines Konflikts zwischen rivalisierenden Drogendealern - Sanitäter fanden bei ihm verkaufsfertige Drogenpäckchen. (Symbolfoto)  © Fotomontage/123RF/konstantin0000

Wie The Mirror berichtete, wurde Daejaun Campbell (†15) am 22. September 2024 in der Eglinton Road im Stadtteil Woolwich bei einem mutmaßlichen Banden-Krieg mit einem riesigen Messer tödlich verletzt.

Wie sich später herausstellte, hatte der Jugendliche noch verzweifelt um sein Leben gefleht. "Ich bin 15, lasst mich nicht sterben", sollen seine letzten Worte gewesen sein.

Nur wenige Tage nach seinem Tod wandte sich Jodian Taylor, die Mutter des Verstorbenen, an die Öffentlichkeit. Gegenüber ITV News London beschrieb sie Daejaun als einen liebevollen Jungen - der vor allem in seiner Familie einen ganz besonderen Stellenwert hatte.

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Der 15-Jährige sei der "Beschützer seiner Brüder" gewesen und habe ein "riesengroßes Herz" gehabt. "Es ist so schmerzhaft, zu wissen, dass er noch nicht bereit war, zu sterben", betonte seine Mutter.

Neben ihrer Trauer empfand Jodian vor allem auch Wut gegenüber den zuständigen Behörden. Denn: Nachdem Daejauns Mutter von der grausamen Messerattacke erfahren hatte, musste sie eigenständig mehrere Krankenhäuser aufsuchen, um ihren Sohn zu finden. Viele Social-Media-Accounts berichteten über den Vorfall.

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Daejauns Mutter ist sich sicher: Behörden haben ihn "im Stich gelassen"

Laut BBC erhielt Jodian einen Tag nach der Ermordung ihres Sohnes eine E-Mail der zuständigen Behörde, in welcher ein Treffen mit dem Sozialarbeiter verschoben werden sollte. (Symbolfoto)  © Fotomontage/123RF/bengingell

Erst im Londoner "King's College Hospital" traf sie auf jene Polizisten, die ihr die schreckliche Nachricht überbrachten. "Er war noch nicht bereit, uns zu verlassen. Seine letzten Worte sagen alles", kritisierte Jodian rückblickend in einem Interview mit ITV News London.

Über ein Jahr nach der Tat wandte sich die Mutter des Verstorbenen erneut an die Öffentlichkeit. Wie The Mirror berichtete, übte Jodian scharfe Kritik an den zuständigen Behörden. Mehrfach soll ihr Sohn von Drogendealern bedrängt und angeworben worden seien. Infolgedessen habe sie sich an Sozialarbeiter und die Polizei gewandt - ohne Erfolg.

"Es gab so viele Möglichkeiten, ihn zu schützen – und sie haben ihn im Stich gelassen", sagte Jodian in einem Gespräch mit BBC Panorama am Montag.

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Wie die Mutter des 15-Jährigen erklärte, hatte der zuständige Bezirk die Betreuung ihres Sohnes abgelehnt, da er die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllte. Erst kurz vor seinem Tod sei ihm ein Sozialarbeiter zugewiesen worden.

Daejauns Mörder, der 17-jährige Imri Doue, wurde zur lebenslangen Haft mit einer Mindeststrafe von 21 Jahren verurteilt. Auch er galt als ein Opfer von krimineller Ausbeutung. Sein Komplize Marko Balaz erhielte wegen Todschlags und einigen Drogendelikten elf Jahre Haft.

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